Elefantenfreundlicher Tourismus

Vorsicht Etikettenschwindel.

In Asien und zunehmend auch in Afrika gibt es unzählige Einrichtungen, die Attraktionen mit Elefanten in Gefangenschaft anbieten. Viele von ihnen behaupten, einen Beitrag zum Tier- oder Artenschutz zu leisten, sie nennen sich Rettungsstation (Sanctuary), Waisenhaus (Orphanage) oder schlicht Elefantencamp. Meist verbirgt sich hinter diesen klangvollen Namen massive Tierquälerei: Um Elefanten für touristische Attraktionen abzurichten werden sie als Jungtiere ihren Müttern entrissen – oft illegal in freier Wildbahn. Sie werden mit großer Brutalität dressiert und leiden unter miserablen Haltungsbedingungen. Mit dem Besuch kommerziell orientierter Elefantencamps und -shows halten Touristen und Unternehmen diesen Teufelskreis am Leben.
Asiatischer Elefant © Pixabay

Asiatischer Elefant © Pixabay

Um Urlaubern und Reiseanbietern eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, hat Pro Wildlife Kriterien für elefantenfreundlichen Tourismus entwickelt. Sie sollen helfen, tierquälerische Einrichtungen und Attraktionen zu meiden. Denn bisher gibt es nur wenige seriöse Auffangstationen, die tatsächlich Unterstützung verdienen. Eine gute Alternative: Beobachten Sie Elefanten  auf verantwortungsvollen Safaris in freier Natur! Damit können Sie effektiv den Schutz der bedrohten Tiere unterstützen.

Kriterien für Touristen und Reiseunternehmen

Ein elefantenfreundlicher Tourismus muss in allererster Linie die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigen. Angebote und Einrichtungen mit Elefanten sollten folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Elefanten werden nicht zu Arbeits- oder Showzwecken eingesetzt.
  • Es gibt keinen direkten Kontakt zwischen Elefanten und Touristen und keine Angebote wie Elefantenreiten, Besucher als Tierpfleger / Mahouts, Füttern durch Besucher etc.
  • Qualifizierte Tierpfleger sind für die Versorgung der Tiere verantwortlich. Sie wenden keine Gewalt an, die Interaktion zwischen Elefanten und Tierpflegern ist auf ein Minimum reduziert
  • Alle Elefanten leben in Gruppen; sie werden nicht einzeln gehalten. Elefantenkälber werden nicht von der Mutter getrennt. Weibliche Tiere bleiben lebenslang bei der Mutter, Bullen trennen sich erst in der Geschlechtsreife (10-16 Jahre).
  • Die Elefanten können sich frei und ohne Ketten in möglichst natürlicher, weitläufiger Umgebung bewegen.
  • Trinkwasser und tiergerechte Nahrung (Äste, Laub …) stehen immer zur Verfügung.
  • Zur Abkühlung benötigte Bademöglichkeiten sind frei erreichbar oder werden mehrmals täglich nutzbar gemacht.
  • Schatten ist vorhanden.
  • Die fachgerechte tierärztliche Versorgung der Tiere ist gesichert; kranke Tiere werden umgehend behandelt.
  • Die Einrichtungen sind sauber und hygienisch.
  • Es wird keine Zucht betrieben.
  • Die Elefanten werden nicht gekauft oder gemietet. Die Tiere werden nicht verliehen. Müssen Tiere zwingend abgegeben werden, müssen die Einrichtungen den gleichen oder einen besseren Standard erfüllen.
  • Die Einrichtungen verfügen über alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen.
  • Waisenhäuser streben die Wiederauswilderung ihrer Schützlinge an, sofern diese aus Tierperspektive möglich ist.
  • Die Besucher werden immer von kompetentem Personal begleitet und über die Bedürfnisse von Elefanten und die Bedrohungen, denen die Tiere ausgesetzt sind, informiert.

Weitere Informationen:

» Elefantenfreundliche Reiseunternehmen

» Informationen zum Elefantentourismus

» Einen Besuch wert: Elephant Transit Home in Sri Lanka

» Afrika: Elephant Orphanage in Sambia

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