Elephant Transit Home, Sri Lanka

Waisenhaus für Elefanten Sri Lanka.

Auf Sri Lanka sterben im Jahr mehr als 200 Elefanten durch Menschenhand. Zurück bleiben oft hilflose Jungtiere, die ohne menschliche Hilfe keine Überlebenschance haben. Diese Tiere werden, wenn sie rechtzeitig gefunden werden, ins Elephant Transit Home in Udawalawe im Süden Sri Lankas gebracht.
Fütterung Elefantenbaby © MikeCarr

Fütterung Elefantenbaby © Mike Carr

Pro Jahr kann das ETH etwa 15 Waisen aufnehmen, ebenfalls etwa 15 werden jährlich ausgewildert. Die Elefantenbabys befinden sich physisch und psychisch häufig in schlechter Verfassung, wenn sie in die Station kommen. Besonders der Verlust ihrer Mutter und ihrer Herde ist ein traumatisches Erlebnis. Die Pflege der Tiere durch Fachkräfte des Waisenhauses ist zeitintensiv und finanziell aufwändig – ein sechs Monate altes Elefantenkind zum Beispiel benötigt circa 25 Liter Milch pro Tag. Ganz junge Waisen bleiben gesondert von der Herde und bekommen intensive Pflege. Die verbringen auch die Mittagshitze in der Einrichtung, bis sie kräftig genug sind, um in die Herde integriert zu werden. Die Jungtiere werden sechs Mal pro Tag mit Milch gefüttert und verbringen die übrige Zeit mit Spielen und Futter suchen. So lernen die Elefantenkinder all die Fähigkeiten, die sie später zum Überleben in der Wildnis benötigen. Die Tiere werden rund um die Uhr von Pflegern betreut, die etwas älteren Tiere erforschen auf eigene Faust den Nationalpark. Zur Fütterungszeit kommen sie dann von selbst zurück in die Station. Besucher können aus sicherer Entfernung zusehen, wie die Elefantenkinder essen. Sobald die Elefanten allein zurecht kommen, werden sie in Gruppen in einen sicheren Nationalpark ausgewildert, wo sie sich wilden Herden anschließen können.

Elefant Transit Home Sri Lanka Shiva(c)TharakaPrasad

Herde Elephant Transit Home Sri Lanka © TharakaPrasad

Die Tiere werden zu keinem Zeitpunkt in Ketten gehalten oder in Kontakt mit Menschen gezwungen, nur die Pfleger und Tierärzte haben direkten Zugang zu den Tieren. Doch selbst sie vermeiden wenn möglich den direkten Kontakt zu den Tieren. Besucher beobachten die Waisen aus sicherer Entfernung und lernen so das natürliche Verhalten der Tiere kennen. Oberstes Ziel der Einrichtung ist die Auswilderung der Tiere, nicht der Spaß für die Besucher.

Unterstützung durch Pro Wildlife

Ende 2015 hat Pro Wildlife die Patenschaft für den kleinen Elefantenbullen Shiva übernommen. Er wurde im Alter von nur sechs Wochen abgemagert, verängstigt und ohne seine Mutter aufgefunden.  Im Elefanten-Waisenhaus kämpften Tierärzte und Pfleger um sein Leben. Mittlerweile streift er mit den anderen Schützlingen der Station, begleitet von Pflegern, durch den Park. Dreimal täglich kommt er für seine Milchrationen in die Station zurück.

Kleiner Elefant - Rüsselnde Kontaktaufnahme © MikeCarr

Rüsselnde Kontaktaufnahme © Mike Carr

Zwei Patentiere von Pro Wildlife, Indira und Zeena, konnten zuvor bereits in die Freiheit entlassen werden. Zeena war im Alter von zwei Monaten in einen Brunnen gefallen, ihre Mutter war in Panik vor den Menschen, die zu Hilfe eilten, geflohen. Dank Unterstützung durch die Spenderinnen und Spender von Pro Wildlife konnte sie fünf Jahre lang im Elephant Transit Home versorgt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet werden. Zeena wurde 2015 ausgewildert, Indira 2010.

Weitere Informationen:

» Elefanten-Patenschaft

» Asiatischer Elefant

» Website des Elephant Transit Home

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