„Europas größtes Aquarium“ soll in Hessen entstehen – Tier- und Artenschutzprobleme zu befürchten.

München, 19. Juni 2017. Das umstrittene Großprojekt Shark City soll nun in Pfungstadt entstehen, nachdem die Planungen in Sinsheim bisher fehlgeschlagen sind. Pro Wildlife befürchtet, dass Haie für die Anlage aus dem Meer entnommen werden. Die Betreiber machen noch immer keine Angaben darüber, welche Arten konkret gehalten werden sollen.

„Die Betreiber wollen fast 40 Hai-Arten in der Anlage halten. Bisher ist völlig unklar, welche das sein sollen. Viele Hai-Arten können in Gefangenschaft nicht nachgezüchtet werden, weshalb wir befürchten, dass die Tiere aus dem Meer gefangen werden“, erklärt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Das führt natürlich auch das Argument der Betreiber ad absurdum, dass die Anlage zum Schutz der Arten dienen soll.“

Die meisten Hai-Arten sind für die Aquarienhaltung ungeeignet

Die allermeisten Hai-Arten sind aufgrund ihrer Lebensweise und ihres Aktionsradius ungeeignet für die Haltung in einem Aquarium. „Die künftigen Betreiber haben bisher keinen Besatzplan veröffentlicht – in der Vergangenheit wurden für Sinsheim lediglich fünf Arten (Weiße Haie, Weißspitzen-Hochsee-Hai, Blauhai, Walhai und Tigerhai) ausgeschlossen. Bei Shark City handelt es sich um ein kommerzielles Unternehmen mit 20 Millionen Euro Investitionen, das jährlich 500.000 Besucher anlocken will. Deshalb steht zu befürchten, dass sie trotz  aller Beteuerung auf große, spektakuläre Hochsee-Arten als Kassenmagnet setzen. Doch gerade diese Arten sind extrem schwer bzw. auf Dauer gar nicht in Gefangenschaft zu halten“, so Altherr.

Die Überlebensrate vieler Arten in Gefangenschaft ist sehr niedrig: „Eine große Anzahl der Tiere stirbt innerhalb eines Jahres, Nachzuchten sind aufgrund der Haltungsprobleme bei vielen Arten nicht möglich“, ergänzt Altherr. Selbst Zoos halten deshalb nur wenige und vor allem kleinere, bodenbewohnende Arten.

Weitere Informationen

>> Petition: Kein Haigefängnis in Pfungstadt

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