München, 7. August 2018.

Raubkatzen sind bedrohter denn je.

Löwen, Leoparden, Geparden und Tiger sind aus den Wäldern und Savannen Asiens und Afrikas nicht wegzudenken. Doch die Raubkatzen sind bedroht. Zum Weltkatzentag am 8. August fordert Pro Wildlife deshalb: Mehr Schutz für die Raubkatzen der Erde. „Der Mensch ist dafür verantwortlich, dass die Bestände von Leoparden, Löwen, Tiger, Geparden und der anderen Raubkatzen rasant schrumpfen“, erklärt Adeline Fischer von Pro Wildlife. „Die Tiere müssen konsequent geschützt werden. Der Handel und die Jagd auf sie müssen verboten werden, damit sie auch in Zukunft noch durch Savannen und Wälder streifen.“

Lebensraum: Kein Platz mehr für die Räuber

Löwen und Geparden in der Savanne, Tiger im Dschungel, Leoparden in den Wäldern: Katzen sind anpassungsfähig, brauchen aber Raum. Ihr Lebensraum wird jedoch immer kleiner. Besonders die Umwandlung von Wäldern und Savannen in landwirtschaftlich genutzte Gebiete setzt den Beständen stark zu. Vor allem in Asien und auf der arabischen Halbinsel sind zum Beispiel die Leopardenbestände stark dezimiert, einige Unterarten sind bereits ausgerottet. Noch schlechter sieht es für die Geparden aus. „Geparden benötigen beispielsweise große, offene Flächen für ihre Sprints während der Jagd. Unter den richtigen Umständen sind sie sehr gute Jäger, fehlt jedoch der Platz, gehen sie zu häufig leer aus“, erklärt Fischer. Einst besiedelten die Jäger fast ganz Afrika sowie die Steppen von der arabischen Halbinsel bis Iran, heute kommen sie nur noch im Afrika südlich der Sahara vor; kleine Populationen überlebten im Iran. Insgesamt gibt es nur noch etwa 7.500 Geparden.

Handel ohne Grenzen: Skelette und Felle

Alle Raubkatzenarten werden gehandelt, zum Teil im großen Stil auch illegal. Den Tigern haben der Handel und die damit verbundene Wilderei so stark zugesetzt, dass es nur noch weniger als 3.900 wildlebende Exemplare gibt. Fast doppelt so viele Tiere leben in Gefangenschaft in Zuchtfarmen. „Tiger werden in China, Thailand, Laos und sogar Südafrika gezüchtet und als Touristenattraktionen angeboten. Werden die Katzen zu groß für die Urlauber, werden sie getötet. Die Körperteile landen als vermeintliche Heilmittel auf dem Markt für Traditionelle Chinesische Medizin“, ergänzt die Pro Wildlife-Sprecherin. Das CITES-Artenschutzabkommen fordert seit langem, jeglichen Handel mit Tigerprodukten und die kommerzielle Zucht von Tigern zu verbieten. Einige Regierungen setzen dies allerdings nicht konsequent um. Inzwischen werden sogar Knochen von Löwen kommerziell gehandelt, um die Tigerskelette zu ersetzen, im Falle von Südafrika sogar legal. Der Versuch, afrikanische Löwen unter strengsten internationalen Schutz zu stellen, scheiterte bereits zweimal an dem erbitterten Widerstand einiger Länder. Auch Teile gewilderter Leoparden und Jaguare dienen als angebliche Heilmittel.

Trophäenjagd: Mit dem Kopf an der Wand

Besonders männliche Löwen mit stattlicher Mähne sind bei Trophäenjägern begehrte Objekte. Vor die Flinte kommen insbesondere in Südafrika häufig halbzahme Löwen aus Zuchtfarmen. Auch der Abschuss wilder Löwen floriert, und das, obwohl es nur noch etwa 20.000 Löwen in der Wildnis gibt. Immer wieder wird publik, dass Tiere aus Schutzgebieten herausgelockt und dann erschossen werden. Besonders bitter ist, dass das auch das Todesurteil für den Nachwuchs bedeutet. „Stirbt der Rudelführer, übernimmt ein anderes Männchen und tötet die Nachkommen des Vorgängers. So werden durch die kommerzielle Jagd gleich zwei Generationen ausgelöscht“, betont die Pro Wildlife-Sprecherin. „Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die kommerzielle Jagd negative Auswirkungen hat, unter anderem in Tansania, Simbabwe und Sambia.“ Den Leoparden und Geparden wird ihr schönes Fell zum Verhängnis, das bei Jägern begehrt ist. Dazu kommt die Wilderei, die durch den offenen Handel weiter befeuert wird.

Weitere Informationen:

Löwen in Gefahr: https://www.prowildlife.de/themen/jagd-wilderei/loewe/
Löwenfarmen in Südafrika: https://www.prowildlife.de/themen/tierschutz-auf-reisen/loewen-farmen/
Trophäenjagd: https://www.prowildlife.de/hintergrund/grosswildjagd-trophaenjagd

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