Neue Datenbank informiert über Belastung von Wal- und Delfinfleisch und Gesundheitsrisiken für Verbraucher

München/Wädenswil, 8. Oktober 2013. Vom 9. bis 11. Oktober unterzeichnen 147 Staaten in Japan ein Quecksilber-Übereinkommen (Minamata-Konvention).  Die Konvention der Vereinten Nationen fordert Regierungen auf, ihre Bürger vor Quecksilbergefahren zu schützen. „Diese Konvention hat Konsequenzen für  Länder, in denen Wal- und Delfinfleisch gegessen wird“, sagt Sigrid Lüber von OceanCare. Sandra Altherr von Pro Wildlife ergänzt: „Bisher gefährden die Walfangländer ihre Bevölkerung, indem sie die Risiken von Walfleisch verharmlosen, zu niedrige Grenzwerte setzen oder den Verkauf gezielt ankurbeln“. Eine neue Online-Datenbank von Pro Wildlife und OceanCare informiert über den Giftstoffgehalt in Meeressäugern weltweit.

Meeressäuger als lebende Giftstoff-Depots

Vor allem im Japan, Grönland, den Färöer Inseln und Island wird Wal- und Delfinfleisch als Nahrungsmittel verkauft, in Japan sogar in Schulkantinen serviert. „Delfine und Wale stehen am Ende einer komplexen Nahrungskette. In dem Maß, in dem die Weltmeere zunehmend verschmutzen, lagern die Meeressäuger auch Umweltgifte wie Quecksilber oder toxische Chlorverbindungen“, erläutert Lüber. Dies gefährdet nicht nur das langfristige Überleben der Meeresriesen, sondern auch die Gesundheit von Menschen, die solches Wal- und Delfinfleisch verzehren. So wiesen japanische Forscher in Delfinfleisch aus lokalen Supermärkten Quecksilberkonzentrationen von bis zu 1.980 µg/g nach – 5.000fach höher, als die japanischen Grenzwerte zulassen. Die auf den dänischen Färöer-Inseln gefangenen Grindwale gelten als die am stärksten belasteten Meeressäuger weltweit. Dennoch wurden dort allein in diesem Jahr etwa 900 Grindwale und 430 Weißseitendelfine getötet und Fleisch und Speck an die Bewohner verteilt.

Neue Website informiert über Giftstoffe in Meeressäugern

Die am Montag veröffentlichte online Datenbank „Toxic Menu“ zeigt die Ergebnisse von drei Jahrzehnten Forschung zur Belastung von Meeressäugern und die daraus resultierenden Risiken: „Die wissenschaftlichen Beweise für die Gesundheitsgefahren sind erdrückend: Wal- und Delfinfleisch-Konsum kann Parkinson-Krankheit, Immunschwäche, neurologische Entwicklungsstörungen und Herzerkrankungen verursachen“, so Altherr. Die Online-Datenbank ist Teil eines langjährigen Gemeinschaftsprojekts von Pro Wildlife (Deutschland) und OceanCare (Schweiz). Die Datenbank richtet sich an Politiker, Behörden und Ärzte, aber auch an eine alarmierte Öffentlichkeit.

Durch die so genannte Minamata-Konvention verpflichten sich 147 Staaten, Quecksilber-Emissionen drastisch zu verringern und Schutzvorkehrungen für ihre Bevölkerung zu treffen. Im vergangenen Jahr hatte bereits die Internationale Walfangkommission (IWC) eine Resolution verabschiedet, die die Walfangländer auffordert, ihre Bevölkerung vor den teils gefährlich hohen Giftstoffbelastungen in Walen und Delfinen zu warnen.

Das Quecksilberabkommen ist benannt nach der japanischen Hafenstadt Minamata, in der in den 1950er Jahren über 10.000 Menschen eine Quecksilbervergiftung erlitten, nachdem die ansässige Industrie ihre Giftstoffe in die örtlichen Gewässer entsorgt hatte. Etwa 3.000 Menschen starben, viele Erkrankte leiden bis heute an den Folgen.
>> Weitere Informationen zur Giftstoffbelastung von Walfleisch: „Toxic Menu – Contamination of whale meat and impact on consumers‘ health“ (pdf)

 

Neue Datenbank informiert über Belastung von Wal- und Delfinfleisch und Gesundheitsrisiken für Verbraucher

 

München/Wädenswil, 8. Oktober 2013. Vom 9. bis 11. Oktober unterzeichnen 147 Staaten in Japan ein Quecksilber-Übereinkommen (Minamata-Konvention).  Die Konvention der Vereinten Nationen fordert Regierungen auf, ihre Bürger vor Quecksilbergefahren zu schützen. „Diese Konvention hat Konsequenzen für  Länder, in denen Wal- und Delfinfleisch gegessen wird“, sagt Sigrid Lüber von OceanCare. Sandra Altherr von Pro Wildlife ergänzt: „Bisher gefährden die Walfangländer ihre Bevölkerung, indem sie die Risiken von Walfleisch verharmlosen, zu niedrige Grenzwerte setzen oder den Verkauf gezielt ankurbeln“. Eine neue Online-Datenbank von Pro Wildlife und OceanCare informiert über den Giftstoffgehalt in Meeressäugern weltweit.

 

Meeressäuger als lebende Giftstoff-Depots

Vor allem im Japan, Grönland, den Färöer Inseln und Island wird Wal- und Delfinfleisch als Nahrungsmittel verkauft, in Japan sogar in Schulkantinen serviert. „Delfine und Wale stehen am Ende einer komplexen Nahrungskette. In dem Maß, in dem die Weltmeere zunehmend verschmutzen, lagern die Meeressäuger auch Umweltgifte wie Quecksilber oder toxische Chlorverbindungen“, erläutert Lüber. Dies gefährdet nicht nur das langfristige Überleben der Meeresriesen, sondern auch die Gesundheit von Menschen, die solches Wal- und Delfinfleisch verzehren. So wiesen japanische Forscher in Delfinfleisch aus lokalen Supermärkten Quecksilberkonzentrationen von bis zu 1.980 µg/g nach – 5.000fach höher, als die japanischen Grenzwerte zulassen. Die auf den dänischen Färöer-Inseln gefangenen Grindwale gelten als die am stärksten belasteten Meeressäuger weltweit. Dennoch wurden dort allein in diesem Jahr etwa 900 Grindwale und 430 Weißseitendelfine getötet und Fleisch und Speck an die Bewohner verteilt.

 

Neue Website informiert über Giftstoffe in Meeressäugern

Die am Montag veröffentlichte online Datenbank „Toxic Menu“ zeigt die Ergebnisse von drei Jahrzehnten Forschung zur Belastung von Meeressäugern und die daraus resultierenden Risiken: „Die wissenschaftlichen Beweise für die Gesundheitsgefahren sind erdrückend: Wal- und Delfinfleisch-Konsum kann Parkinson-Krankheit, Immunschwäche, neurologische Entwicklungsstörungen und Herzerkrankungen verursachen“, so Altherr. Die Online-Datenbank ist Teil eines langjährigen Gemeinschaftsprojekts von Pro Wildlife (Deutschland) und OceanCare (Schweiz). Die Datenbank richtet sich an Politiker, Behörden und Ärzte, aber auch an eine alarmierte Öffentlichkeit.

Durch die so genannte Minamata-Konvention verpflichten sich 147 Staaten, Quecksilber-Emissionen drastisch zu verringern und Schutzvorkehrungen für ihre Bevölkerung zu treffen. Im vergangenen Jahr hatte bereits die Internationale Walfangkommission (IWC) eine Resolution verabschiedet, die die Walfangländer auffordert, ihre Bevölkerung vor den teils gefährlich hohen Giftstoffbelastungen in Walen und Delfinen zu warnen.

Das Quecksilberabkommen ist benannt nach der japanischen Hafenstadt Minamata, in der in den 1950er Jahren über 10.000 Menschen eine Quecksilbervergiftung erlitten, nachdem die ansässige Industrie ihre Giftstoffe in die örtlichen Gewässer entsorgt hatte. Etwa 3.000 Menschen starben, viele Erkrankte leiden bis heute an den Folgen.
>> Weitere Informationen zur Giftstoffbelastung von Walfleisch: „Toxic Menu – Contamination of whale meat and impact on consumers‘ health“ (pdf)

 

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