Regierung droht mit Austritt aus der IWC

München, 22. Juli 2013. Dänemark hat angedroht, 2014 aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) auszutreten, sollte die IWC Grönland in den nächsten Monaten höhere Fangquoten verweigern. Dies geht aus einem offiziellen Schreiben der dänischen Regierung an die IWC hervor. „Derzeit betreibt Grönland Piratenwalfang: Das Land besitzt keine Genehmigung zum Walfang, weil es bei der letzten Tagung der IWC den Vorschlag der Kommission abgelehnt hatte, seine Quote beizubehalten“, sagt Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.
„Auf der letzten IWC-Tagung 2012 hat Grönland hoch gepokert – und verloren. Jeder 2013 getötete Wal ist Piratenwalfang“, urteilt Altherr. Das Angebot, die bisherige Quote von 211 Großwalen beizubehalten, hatte Grönland damals ausgeschlagen. Das dänische Außengebiet konnte nicht nachweisen, dass seine Ureinwohner mehr Walfleisch brauchen als bisher – daher hatte die Kommission den Wunsch der dänischen Delegation nach einer höheren Fangquote abgelehnt. So endete die letzte IWC-Tagung mit dem Ergebnis, dass Grönland seit Jahresbeginn keine Fanggenehmigung für Wale besitzt. „Das Mutterland Dänemark spielt nun seinen letzten Trumpf aus: den Austritt aus der IWC. Das ist Erpressung.“ In der EU sind Wale streng geschützt.

In einem offiziellen Schreiben an die IWC bestätigte die dänische Regierung kürzlich, dass Grönland bis zur nächsten IWC-Tagung im Herbst 2014 nach eigenmächtigen Quoten die Waljagd fortsetzt. In diesem Brief kündigte Dänemark auch an, bis zum Jahresbeginn 2014 aus der IWC auszutreten, sollte bis dahin die IWC keine Lösung für Grönland gefunden worden sein.

In einem weiteren Schreiben an Pro Wildlife argumentiert jetzt das grönländische Fischereiministerium, ein nachhaltiger Walfang wäre nötig, um „den Fleischbedarf seines heimischen Marktes zu sichern“. „Diese Formulierung entlarvt die Gründe für Grönlands Pokern um Fangquoten: Es geht längst nicht mehr um die Grundversorgung der Ureinwohner, sondern darum, Walfleisch kommerziell zu vermarkten“, so Altherr.

 

Wal-Carpaccio statt Ureinwohner-Versorgung

Seit 1986 ist der kommerzielle Walfang weltweit verboten. Damit indigene Bevölkerungsgruppen ihre traditionelle Ernährung beibehalten dürfen, erteilt die IWC Fanggenehmigungen – unter zwei Voraussetzungen: Der Eigenbedarf muss nachgewiesen und das Fleisch zur Selbstversorgung verwendet werden. „Früher erfüllte Grönland diese Bedingungen zweifelsfrei und erhielt ohne Diskussion seine Fangquoten. Doch in den letzten Jahren verlangte die semi-autonome Region immer mehr Wale – obwohl Bilder von Walfleisch in grönländischen Touristenrestaurants und auf Kreuzfahrtschiffen die IWC-Teilnehmer zunehmend verärgerten“, berichtet die Pro Wildlife-Sprecherin. Zudem wurde bekannt, dass mehr als die Hälfte des Fleisches von Zwergwalen auf dem Müll landet, bei Finnwalfleisch sind es sogar 80 Prozent –  weit mehr, als durch nicht verwendbare Körperteile zu erklären ist.“

 

Grönland strebt Autonomie an – Dänemark kuscht

Infolge des Klimawandels werden in Grönland immer mehr wertvolle Bodenschätze zugänglich, das Selbstbewusstsein Grönlands ist damit stark gestiegen. Umworben von anderen Ländern als künftiger Lieferant von Erdöl, Zink und seltenen Erden, zwingt die arktische Insel das dänische Mutterland zu immer härteren Verhandlungen in internationalen Abkommen. „Die Regierung in Kopenhagen hatte in den letzten Jahren eine sehr unbequeme Rolle als Dauerquerulant in der EU, wo sie Walfanginteressen vehement vertrat und eine gemeinsame EU-Position für einen konsequenten Walschutz immer wieder blockierte“, so Altherr. „Walfleisch hat auf dem Teller von Touristen nichts verloren“, sagt Altherr. Pro Wildlife fordert die deutsche Regierung und die Europäische Kommission auf, den Erpressungsversuch Dänemarks zurückzuweisen und weiterhin Grönland nur so viel Walfleisch zuzugestehen, wie tatsächlich zur Grundversorgung von Ureinwohnern benötigt wird.

Regierung droht mit Austritt aus der IWC

 

München, 22. Juli 2013. Dänemark hat angedroht, 2014 aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) auszutreten, sollte die IWC Grönland in den nächsten Monaten höhere Fangquoten verweigern. Dies geht aus einem offiziellen Schreiben der dänischen Regierung an die IWC hervor. „Derzeit betreibt Grönland Piratenwalfang: Das Land besitzt keine Genehmigung zum Walfang, weil es bei der letzten Tagung der IWC den Vorschlag der Kommission abgelehnt hatte, seine Quote beizubehalten“, sagt Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.
„Auf der letzten IWC-Tagung 2012 hat Grönland hoch gepokert – und verloren. Jeder 2013 getötete Wal ist Piratenwalfang“, urteilt Altherr. Das Angebot, die bisherige Quote von 211 Großwalen beizubehalten, hatte Grönland damals ausgeschlagen. Das dänische Außengebiet konnte nicht nachweisen, dass seine Ureinwohner mehr Walfleisch brauchen als bisher – daher hatte die Kommission den Wunsch der dänischen Delegation nach einer höheren Fangquote abgelehnt. So endete die letzte IWC-Tagung mit dem Ergebnis, dass Grönland seit Jahresbeginn keine Fanggenehmigung für Wale besitzt. „Das Mutterland Dänemark spielt nun seinen letzten Trumpf aus: den Austritt aus der IWC. Das ist Erpressung.“ In der EU sind Wale streng geschützt.

In einem offiziellen Schreiben an die IWC bestätigte die dänische Regierung kürzlich, dass Grönland bis zur nächsten IWC-Tagung im Herbst 2014 nach eigenmächtigen Quoten die Waljagd fortsetzt. In diesem Brief kündigte Dänemark auch an, bis zum Jahresbeginn 2014 aus der IWC auszutreten, sollte bis dahin die IWC keine Lösung für Grönland gefunden worden sein.

In einem weiteren Schreiben an Pro Wildlife argumentiert jetzt das grönländische Fischereiministerium, ein nachhaltiger Walfang wäre nötig, um „den Fleischbedarf seines heimischen Marktes zu sichern“. „Diese Formulierung entlarvt die Gründe für Grönlands Pokern um Fangquoten: Es geht längst nicht mehr um die Grundversorgung der Ureinwohner, sondern darum, Walfleisch kommerziell zu vermarkten“, so Altherr.

 

Wal-Carpaccio statt Ureinwohner-Versorgung

Seit 1986 ist der kommerzielle Walfang weltweit verboten. Damit indigene Bevölkerungsgruppen ihre traditionelle Ernährung beibehalten dürfen, erteilt die IWC Fanggenehmigungen – unter zwei Voraussetzungen: Der Eigenbedarf muss nachgewiesen und das Fleisch zur Selbstversorgung verwendet werden. „Früher erfüllte Grönland diese Bedingungen zweifelsfrei und erhielt ohne Diskussion seine Fangquoten. Doch in den letzten Jahren verlangte die semi-autonome Region immer mehr Wale – obwohl Bilder von Walfleisch in grönländischen Touristenrestaurants und auf Kreuzfahrtschiffen die IWC-Teilnehmer zunehmend verärgerten“, berichtet die Pro Wildlife-Sprecherin. Zudem wurde bekannt, dass mehr als die Hälfte des Fleisches von Zwergwalen auf dem Müll landet, bei Finnwalfleisch sind es sogar 80 Prozent –  weit mehr, als durch nicht verwendbare Körperteile zu erklären ist.“

 

Grönland strebt Autonomie an – Dänemark kuscht

Infolge des Klimawandels werden in Grönland immer mehr wertvolle Bodenschätze zugänglich, das Selbstbewusstsein Grönlands ist damit stark gestiegen. Umworben von anderen Ländern als künftiger Lieferant von Erdöl, Zink und seltenen Erden, zwingt die arktische Insel das dänische Mutterland zu immer härteren Verhandlungen in internationalen Abkommen. „Die Regierung in Kopenhagen hatte in den letzten Jahren eine sehr unbequeme Rolle als Dauerquerulant in der EU, wo sie Walfanginteressen vehement vertrat und eine gemeinsame EU-Position für einen konsequenten Walschutz immer wieder blockierte“, so Altherr. „Walfleisch hat auf dem Teller von Touristen nichts verloren“, sagt Altherr. Pro Wildlife fordert die deutsche Regierung und die Europäische Kommission auf, den Erpressungsversuch Dänemarks zurückzuweisen und weiterhin Grönland nur so viel Walfleisch zuzugestehen, wie tatsächlich zur Grundversorgung von Ureinwohnern benötigt wird.

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