Neues „Walfang-Forschungsprogramm“ provoziert Staatengemeinschaft

München, 18. November 2014. Japan will ab der Wintersaison 2015/16 jährlich 333 Zwergwale im Antarktis-Schutzgebiet fangen – und unterläuft damit das Urteil des Internationalen Gerichtshofes sowie eine neue Resolution der Internationalen Walfangkommission. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife fordert die Europäische Union auf, in aller diplomatischer Schärfe zu reagieren. „Die offiziell niedrigeren Fangquoten sind eine Farce: Japan schöpft seit Jahren seine Quoten nicht aus, sitzt auf Walfleischbergen und hält aus reiner Sturheit an der antiquierten Jagd fest“, so Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife.

Im Rahmen des nun vorgelegten 12-Jahresprogramms sollen 3.996 Zwergwale getötet und noch auf hoher See zu supermarkttauglichen Paketen verarbeitet werden – damit will Japan auch weiterhin ein formaljuristisches Schlupfloch der Internationalen Walfangkommission (IWC) missbrauchen.

Japan unterminiert Urteil des Internationalen Gerichtshofes

Am 31. März 2014 kam der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag einer Klage Australiens nach und verurteilte Japans „Wissenschaftswalfang“ als illegal – Hauptkritikpunkte waren die viel zu hohe Zahl der getöteten „Forschungsobjekte“, der unzureichende Einsatz nicht-letaler Untersuchungsmethoden, die zweifelhaften Forschungsziele und der magere Output wissenschaftlich anerkannter Ergebnisse. Dem IGH-Urteil kommt Japan nur vordergründig entgegen: Statt der bisherigen Quote von 850+ 10% Zwergwale jährlich sollen künftig 333 Tiere jährlich sterben, auf die bislang 50 Finnwale und 50 Buckelwale will Japan verzichten. „Was auf den ersten Blick als Zugeständnis wirken soll, erweist sich bei genauerem Hinsehen als Farce: Finn- und Buckelwale hat Japan in der Antarktis ohnehin seit Jahren kaum gefangen, da dies die diplomatische Toleranzschwelle der USA überschritten hätte“, betont Altherr. „Die Reduktion der Zwergwalquote ist auch nur eine Formalie. Schon seit Jahren wurde die höhere Fangquote gar nicht ausgeschöpft – wegen der Störmanöver von Sea Shepherd, aber auch wegen der großen Absatzprobleme für Walfleisch im eigenen Land.“ Die Nachfrage nach Walfleisch in Japan ist vor allem bei den jüngeren Generationen äußerst gering.

Japan ignoriert IWC-Resolution

Nach dem IGH-Urteil hat Japan den Walfang in der Antarktis für die Saison 2014/15 ausgesetzt. Erst Mitte September verabschiedete die Internationale Walfangkommission  eine Resolution, nach der künftig die IWC-Hauptversammlung über jeglichen „Forschungswalfang“ entscheidet. Die nächste IWC-Vollversammlung findet erst im Sommer 2016 statt, Japans Walfangflotte soll jedoch bereits ab Herbst 2015 wieder in die Antarktis auslaufen. Japan  will sein Programm im kommenden Sommer dem IWC-Wissenschaftsausschuss lediglich formal zur Kenntnis vorlegen – also dem früher üblichen Prozedere folgen. „Die Regierung in Tokio tut so, als würde es die klar formulierte IWC-Resolution überhaupt nicht geben. Damit geht Japan erneut auf volle Konfrontation mit der internationalen Staatengemeinschaft“, sagt Altherr.

Diplomatische Schritte der Walschutzländer erforderlich

Nach EU-Recht sind Wale streng geschützt, Jagd und Handel mit Walprodukten sind streng verboten. Im September 2014 verurteilte die EU den Walfang Islands mit einer deutlichen Demarche, die USA prüfen aktuell Wirtschaftssanktionen gegen Island. „Wir erwarten, dass die Europäische Union und die USA nun alle diplomatischen Wege nutzen, um Japan zur Vernunft zu bringen. Das Verhalten Tokios ist völlig inakzeptabel“, so Altherr abschließend.

 

Neues „Walfang-Forschungsprogramm“ provoziert Staatengemeinschaft

München, 18. November 2014. Japan will ab der Wintersaison 2015/16 jährlich 333 Zwergwale im Antarktis-Schutzgebiet fangen – und unterläuft damit das Urteil des Internationalen Gerichtshofes sowie eine neue Resolution der Internationalen Walfangkommission. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife fordert die Europäische Union auf, in aller diplomatischer Schärfe zu reagieren. „Die offiziell niedrigeren Fangquoten sind eine Farce: Japan schöpft seit Jahren seine Quoten nicht aus, sitzt auf Walfleischbergen und hält aus reiner Sturheit an der antiquierten Jagd fest“, so Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife.

Im Rahmen des nun vorgelegten 12-Jahresprogramms sollen 3.996 Zwergwale getötet und noch auf hoher See zu supermarkttauglichen Paketen verarbeitet werden – damit will Japan auch weiterhin ein formaljuristisches Schlupfloch der Internationalen Walfangkommission (IWC) missbrauchen.

Japan unterminiert Urteil des Internationalen Gerichtshofes

Am 31. März 2014 kam der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag einer Klage Australiens nach und verurteilte Japans „Wissenschaftswalfang“ als illegal – Hauptkritikpunkte waren die viel zu hohe Zahl der getöteten „Forschungsobjekte“, der unzureichende Einsatz nicht-letaler Untersuchungsmethoden, die zweifelhaften Forschungsziele und der magere Output wissenschaftlich anerkannter Ergebnisse. Dem IGH-Urteil kommt Japan nur vordergründig entgegen: Statt der bisherigen Quote von 850+ 10% Zwergwale jährlich sollen künftig 333 Tiere jährlich sterben, auf die bislang 50 Finnwale und 50 Buckelwale will Japan verzichten. „Was auf den ersten Blick als Zugeständnis wirken soll, erweist sich bei genauerem Hinsehen als Farce: Finn- und Buckelwale hat Japan in der Antarktis ohnehin seit Jahren kaum gefangen, da dies die diplomatische Toleranzschwelle der USA überschritten hätte“, betont Altherr. „Die Reduktion der Zwergwalquote ist auch nur eine Formalie. Schon seit Jahren wurde die höhere Fangquote gar nicht ausgeschöpft – wegen der Störmanöver von Sea Shepherd, aber auch wegen der großen Absatzprobleme für Walfleisch im eigenen Land.“ Die Nachfrage nach Walfleisch in Japan ist vor allem bei den jüngeren Generationen äußerst gering.

Japan ignoriert IWC-Resolution

Nach dem IGH-Urteil hat Japan den Walfang in der Antarktis für die Saison 2014/15 ausgesetzt. Erst Mitte September verabschiedete die Internationale Walfangkommission  eine Resolution, nach der künftig die IWC-Hauptversammlung über jeglichen „Forschungswalfang“ entscheidet. Die nächste IWC-Vollversammlung findet erst im Sommer 2016 statt, Japans Walfangflotte soll jedoch bereits ab Herbst 2015 wieder in die Antarktis auslaufen. Japan  will sein Programm im kommenden Sommer dem IWC-Wissenschaftsausschuss lediglich formal zur Kenntnis vorlegen – also dem früher üblichen Prozedere folgen. „Die Regierung in Tokio tut so, als würde es die klar formulierte IWC-Resolution überhaupt nicht geben. Damit geht Japan erneut auf volle Konfrontation mit der internationalen Staatengemeinschaft“, sagt Altherr.

Diplomatische Schritte der Walschutzländer erforderlich

Nach EU-Recht sind Wale streng geschützt, Jagd und Handel mit Walprodukten sind streng verboten. Im September 2014 verurteilte die EU den Walfang Islands mit einer deutlichen Demarche, die USA prüfen aktuell Wirtschaftssanktionen gegen Island. „Wir erwarten, dass die Europäische Union und die USA nun alle diplomatischen Wege nutzen, um Japan zur Vernunft zu bringen. Das Verhalten Tokios ist völlig inakzeptabel“, so Altherr abschließend.

 

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