Immer mehr exotische Reptilien werden ausgesetzt

München, 26. Dezember 2012.  Schlangen, Echsen und Krokodile: Mehr exotische Reptilien denn je werden von ihren Besitzern ausgesetzt, darunter auch geschützte Arten. Die Folge: Tierheime müssen Reptilienstationen einrichten oder ausbauen wie in Hamburg, Berlin oder Mannheim. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife warnt seit Jahren vor den Folgen des Reptilienbooms. „Exotische Haustiere liegen im Trend – und leider sind sie viel zu leicht erhältlich „, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. Doch gerade unerfahrene Halter müssen oft feststellen, dass die vermeintlich pflegeleichten Tiere zu groß, zu teuer oder gar zu gefährlich werden – und setzen sie einfach aus“. Für viele Tiere das Todesurteil, gerade in der kalten Jahreszeit.

Wildtiere als Wegwerfware

Mehr als 250 Fälle entwischter Schlangen, Echsen und anderer exotischer Wildtiere aus Privathaltung haben es 2012 in die lokalen Schlagzeilen geschafft. Die Dunkelziffer ist weit höher, besonders kleine Tiere bleiben oft unentdeckt. Das Schicksal der meisten Tiere ähnelt sich: spontan gekauft, größer geworden, ausgesetzt. Entdeckt werden die Tiere oft in den Sommermonaten: „Im Sommer sind wechselwarme Tiere wie Reptilien agiler, sie können sich schneller fortbewegen und werden eher gefunden. In den kälteren Monaten sterben viele an Unterkühlung,“ so die Pro Wildlife Sprecherin. Die meisten exotischen Tiere wurden in Bayern gefunden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Mit den besonderen Ansprüchen dieser Tiere sind die meisten Tierheime überfordert – hier werden spezialisierte Aufnahmestellen gebraucht. Die Münchner Reptilienauffangstation erreichte im Herbst 2012 das Limit ihrer Aufnahmekapazitäten, das Hamburger Tierheim baut seine Reptilienstation aus, im Mannheimer Tierheim wurde kürzlich eine neue Station eröffnet.

Der „Deko-Gecko“: Exotische Haustiere als trendige Wohn-Accessoires

Reptilien werden häufig als unkomplizierte, anspruchslose „Haustiere“ beworben, die weder Allergien auslösen noch Gassi-Gehen einfordern und wenig Futter brauchen. Dabei sind gerade Reptilien besonders anspruchsvoll, da sie als wechselwarme Tiere direkt von der Außentemperatur abhängig sind. Viele haben zudem ganz spezielle Ansprüche an Feuchtigkeit und Futter. Für den Laien sind Leiden und Stress der stummen Reptilien jedoch kaum erkennbar – anders als bei Hunden oder Katzen.

Standard-Arten haben ausgedient

Im Handel werden Bartagamen oder Kornnattern als „Anfängertiere“ gepriesen und bereits zu Preisen von fünf Euro verhökert. Auch Grüne Leguane wurden zwischenzeitlich zu zehntausenden jährlich importiert. Doch inzwischen ist für diese Arten der Markt längst überschwemmt – stattdessen kommen immer neue Arten in den Handel. Viele davon sind Wildfänge und häufig Arten mit weitaus höheren Ansprüchen an Klima, Platz und Futter. Entsprechend berichten Auffangstationen von regelrechten „Bartagamen-Schwemmen“, aber auch von einem immer breiteren Artenspektrum, das sie versorgen müssen. Vor allem bei Schlangen ist dieser Trend zu beobachten.

„Aus Tier- und Artenschutzsicht muss der Handel mit exotischen Wildtieren streng reglementiert werden“, fordert Altherr. „Solange exotische Tiere so leicht zu kaufen sind, werden auch weiterhin Bartagamen, Schlangen und Schildkröten einfach weggeworfen.“

Immer mehr exotische Reptilien werden ausgesetzt

 

München, 26. Dezember 2012.  Schlangen, Echsen und Krokodile: Mehr exotische Reptilien denn je werden von ihren Besitzern ausgesetzt, darunter auch geschützte Arten. Die Folge: Tierheime müssen Reptilienstationen einrichten oder ausbauen wie in Hamburg, Berlin oder Mannheim. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife warnt seit Jahren vor den Folgen des Reptilienbooms. „Exotische Haustiere liegen im Trend – und leider sind sie viel zu leicht erhältlich „, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. Doch gerade unerfahrene Halter müssen oft feststellen, dass die vermeintlich pflegeleichten Tiere zu groß, zu teuer oder gar zu gefährlich werden – und setzen sie einfach aus“. Für viele Tiere das Todesurteil, gerade in der kalten Jahreszeit.

 

Wildtiere als Wegwerfware

Mehr als 250 Fälle entwischter Schlangen, Echsen und anderer exotischer Wildtiere aus Privathaltung haben es 2012 in die lokalen Schlagzeilen geschafft. Die Dunkelziffer ist weit höher, besonders kleine Tiere bleiben oft unentdeckt. Das Schicksal der meisten Tiere ähnelt sich: spontan gekauft, größer geworden, ausgesetzt. Entdeckt werden die Tiere oft in den Sommermonaten: „Im Sommer sind wechselwarme Tiere wie Reptilien agiler, sie können sich schneller fortbewegen und werden eher gefunden. In den kälteren Monaten sterben viele an Unterkühlung,“ so die Pro Wildlife Sprecherin. Die meisten exotischen Tiere wurden in Bayern gefunden, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Mit den besonderen Ansprüchen dieser Tiere sind die meisten Tierheime überfordert – hier werden spezialisierte Aufnahmestellen gebraucht. Die Münchner Reptilienauffangstation erreichte im Herbst 2012 das Limit ihrer Aufnahmekapazitäten, das Hamburger Tierheim baut seine Reptilienstation aus, im Mannheimer Tierheim wurde kürzlich eine neue Station eröffnet.

 

Der „Deko-Gecko“: Exotische Haustiere als trendige Wohn-Accessoires

Reptilien werden häufig als unkomplizierte, anspruchslose „Haustiere“ beworben, die weder Allergien auslösen noch Gassi-Gehen einfordern und wenig Futter brauchen. Dabei sind gerade Reptilien besonders anspruchsvoll, da sie als wechselwarme Tiere direkt von der Außentemperatur abhängig sind. Viele haben zudem ganz spezielle Ansprüche an Feuchtigkeit und Futter. Für den Laien sind Leiden und Stress der stummen Reptilien jedoch kaum erkennbar – anders als bei Hunden oder Katzen.

 

Standard-Arten haben ausgedient

Im Handel werden Bartagamen oder Kornnattern als „Anfängertiere“ gepriesen und bereits zu Preisen von fünf Euro verhökert. Auch Grüne Leguane wurden zwischenzeitlich zu zehntausenden jährlich importiert. Doch inzwischen ist für diese Arten der Markt längst überschwemmt – stattdessen kommen immer neue Arten in den Handel. Viele davon sind Wildfänge und häufig Arten mit weitaus höheren Ansprüchen an Klima, Platz und Futter. Entsprechend berichten Auffangstationen von regelrechten „Bartagamen-Schwemmen“, aber auch von einem immer breiteren Artenspektrum, das sie versorgen müssen. Vor allem bei Schlangen ist dieser Trend zu beobachten.

„Aus Tier- und Artenschutzsicht muss der Handel mit exotischen Wildtieren streng reglementiert werden“, fordert Altherr. „Solange exotische Tiere so leicht zu kaufen sind, werden auch weiterhin Bartagamen, Schlangen und Schildkröten einfach weggeworfen.“

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