Bedrohte Arten werden auch in Deutschland verkauft

Bangkok/München, 7. März 2013. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok (Thailand) haben die Vertragsstaaten ein internationales Handelsverbot in erster Instanz abgelehnt. „Einige dieser Arten werden auch in Deutschland verkauft, zum Beispiel auf der weltweit größten Reptilienbörse, die in Hamm stattfindet“, berichtet Sandra Altherr, die für die Artenschutz-Organisation Pro Wildlife an den Verhandlungen in Bangkok teilnimmt.

Neuseeland im Fokus deutscher Schmuggler

Auf der Artenschutzkonferenz wurden am Freitag grüne Baumgeckos (Naultinus) in Cites Anhang II aufgenommen. Bisher waren sie nur in ihrem Herkunftsland Neuseeland geschützt und dürfen nicht exportiert werden. Dennoch sind sie in Europa im Handel. Weil auf deutschen Reptilienbörsen und im Internet hohe Preise erzielt werden, sind Grüne Baumgeckos beliebte Schmugglerware: Haben die Reptiliensammler die Geckos außer Landes geschafft, kann der Zoll in Deutschland  den Schmuggel nicht mehr verhindern. Dies ändert sich nun durch den Beschluss von Cites.  „Allein für die Börse morgen haben wir sieben Händler gefunden, die grüne Baumgeckos anbieten“, berichtet Altherr. „Die neuseeländischen Behörden wissen, dass besonders Fänger aus Deutschland regelmäßig Baumgeckos einsammeln. Sie gelten als die schönsten Geckos der Welt und können Preise bis 2.000 Euro erzielen.“ Durch den Cites-Beschluss haben künftig auch die europäischen Artenschutzbehörden die Handhabe, gegen diese Händler vorzugehen. Neun Arten Grüner Baumgeckos sind derzeit bekannt.

 

Hamm: Mekka für Tierhändler

Während in Bangkok über den Schutzstatus dutzender Schildkrötenarten und seltener Geckos verhandelt wird, reisen Tierhändler aus ganz  Europa nach Hamm, zur größten Reptilienbörse der Welt. „In den einschlägigen Internet-Foren laufen die Verabredungen zur Tierübergabe im Umfeld der Börse  – und immer wieder tauchen darin genau die Arten auf, über deren Schutz die Vertragsstaaten hier diskutieren“, berichtet Altherr. „Selbst vor vom Aussterben bedrohte Arten oder in ihrer Heimat streng geschützten Tieren schrecken die Händler nicht zurück,  im Gegenteil: Mit ihnen lassen sich die höchsten Preise erzielen. Rege gehandelt wird auch mit nicht geschützten Wildfängen, die unbegrenzt importiert werden dürfen.“

 

Vom Aussterben bedrohte Schildkröten im Handel

Für 20 Schildkötenarten hat die Artenschutzkonferenz heute den internationalen Handel ausgesetzt, für 30 weitere, bislang völlig ungeschützte Arten wurde er erstmals begrenzt. Die größeren Arten landen vor allem auf Asiens Fleischmärkten, während die kleineren Arten in der Traditionellen Asiatischen Medizin oder im internationalen Heimtierhandel enden. In den einschlägigen europäischen Reptilienforen werden manche dieser Arten angeboten, die als akut vom Aussterben bedroht gelten. „Für Raritäten wie die Zhous Scharnierschildkröte oder die  Goldkopfscharnierschildkröte bezahlen Sammler 10.000 Euro pro ausgewachsenem Tier“, berichtet Pro Wildlife.

 

Deutscher Reptilien-Importeur wirbt für bedrohte Arten als Heimtier

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift der deutschen Zoofachgeschäfte bewirbt der größte Reptilien-Importeur Deutschlands in seiner Rubrik Neue Arten braucht das Land die Tropfenschildkröte als besonders unkomplizierten Pflegling. „Die Tropfenschildkröte gilt als stark gefährdet. Dass deutsche Händler den Verkauf bedrohter Arten gezielt  anheizen, ist unverantwortlich, aber wir erleben es immer wieder“, kritisiert Altherr. Während im Fall der Tropfenschildkröte heute der Handel auf Antrag der USA international eingeschränkt wurde, hat der türkise Zwerggecko (Lygodactylus williamsi), den dieser Händler ebenfalls bewirbt, schlechte Prognosen: „Obwohl diese Art akut vom Aussterben bedroht ist, versäumten es sowohl Tansania als einziges Herkunftsland als auch die Europäische Union als Hauptimportmarkt, einen Schutzantrag bei Cites einzureichen. Somit bleibt der internationale Handel mit dieser begehrten Art weiterhin völlig unbegrenzt – bis die Natur nichts mehr hergibt“ kritisiert Altherr.

Die 16. CITES-Vertragsstaaten-Konferenz  findet vom 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, statt.

Bedrohte Arten werden auch in Deutschland verkauft

 

Bangkok/München, 7. März 2013. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok (Thailand) haben die Vertragsstaaten ein internationales Handelsverbot in erster Instanz abgelehnt. „Einige dieser Arten werden auch in Deutschland verkauft, zum Beispiel auf der weltweit größten Reptilienbörse, die in Hamm stattfindet“, berichtet Sandra Altherr, die für die Artenschutz-Organisation Pro Wildlife an den Verhandlungen in Bangkok teilnimmt.

 

Neuseeland im Fokus deutscher Schmuggler

Auf der Artenschutzkonferenz wurden am Freitag grüne Baumgeckos (Naultinus) in Cites Anhang II aufgenommen. Bisher waren sie nur in ihrem Herkunftsland Neuseeland geschützt und dürfen nicht exportiert werden. Dennoch sind sie in Europa im Handel. Weil auf deutschen Reptilienbörsen und im Internet hohe Preise erzielt werden, sind Grüne Baumgeckos beliebte Schmugglerware: Haben die Reptiliensammler die Geckos außer Landes geschafft, kann der Zoll in Deutschland  den Schmuggel nicht mehr verhindern. Dies ändert sich nun durch den Beschluss von Cites.  „Allein für die Börse morgen haben wir sieben Händler gefunden, die grüne Baumgeckos anbieten“, berichtet Altherr. „Die neuseeländischen Behörden wissen, dass besonders Fänger aus Deutschland regelmäßig Baumgeckos einsammeln. Sie gelten als die schönsten Geckos der Welt und können Preise bis 2.000 Euro erzielen.“ Durch den Cites-Beschluss haben künftig auch die europäischen Artenschutzbehörden die Handhabe, gegen diese Händler vorzugehen. Neun Arten Grüner Baumgeckos sind derzeit bekannt.

 

Hamm: Mekka für Tierhändler

Während in Bangkok über den Schutzstatus dutzender Schildkrötenarten und seltener Geckos verhandelt wird, reisen Tierhändler aus ganz  Europa nach Hamm, zur größten Reptilienbörse der Welt. „In den einschlägigen Internet-Foren laufen die Verabredungen zur Tierübergabe im Umfeld der Börse  – und immer wieder tauchen darin genau die Arten auf, über deren Schutz die Vertragsstaaten hier diskutieren“, berichtet Altherr. „Selbst vor vom Aussterben bedrohte Arten oder in ihrer Heimat streng geschützten Tieren schrecken die Händler nicht zurück,  im Gegenteil: Mit ihnen lassen sich die höchsten Preise erzielen. Rege gehandelt wird auch mit nicht geschützten Wildfängen, die unbegrenzt importiert werden dürfen.“

 

Vom Aussterben bedrohte Schildkröten im Handel

Für 20 Schildkötenarten hat die Artenschutzkonferenz heute den internationalen Handel ausgesetzt, für 30 weitere, bislang völlig ungeschützte Arten wurde er erstmals begrenzt. Die größeren Arten landen vor allem auf Asiens Fleischmärkten, während die kleineren Arten in der Traditionellen Asiatischen Medizin oder im internationalen Heimtierhandel enden. In den einschlägigen europäischen Reptilienforen werden manche dieser Arten angeboten, die als akut vom Aussterben bedroht gelten. „Für Raritäten wie die Zhous Scharnierschildkröte oder die  Goldkopfscharnierschildkröte bezahlen Sammler 10.000 Euro pro ausgewachsenem Tier“, berichtet Pro Wildlife.

 

Deutscher Reptilien-Importeur wirbt für bedrohte Arten als Heimtier

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift der deutschen Zoofachgeschäfte bewirbt der größte Reptilien-Importeur Deutschlands in seiner Rubrik Neue Arten braucht das Land die Tropfenschildkröte als besonders unkomplizierten Pflegling. „Die Tropfenschildkröte gilt als stark gefährdet. Dass deutsche Händler den Verkauf bedrohter Arten gezielt  anheizen, ist unverantwortlich, aber wir erleben es immer wieder“, kritisiert Altherr. Während im Fall der Tropfenschildkröte heute der Handel auf Antrag der USA international eingeschränkt wurde, hat der türkise Zwerggecko (Lygodactylus williamsi), den dieser Händler ebenfalls bewirbt, schlechte Prognosen: „Obwohl diese Art akut vom Aussterben bedroht ist, versäumten es sowohl Tansania als einziges Herkunftsland als auch die Europäische Union als Hauptimportmarkt, einen Schutzantrag bei Cites einzureichen. Somit bleibt der internationale Handel mit dieser begehrten Art weiterhin völlig unbegrenzt – bis die Natur nichts mehr hergibt“ kritisiert Altherr.

Die 16. CITES-Vertragsstaaten-Konferenz  findet vom 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, statt.

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