Weltgrößte Reptilienbörse in Hamm /Westfalen trägt zum Ausverkauf der Natur bei

Hamm / München, 10. Juni 2013. Die Tierbörse „Terraristika“ steht erneut in der Kritik. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife weist darauf hin, dass im Umfeld der weltweit größten Reptilienbörse immer wieder illegal mit streng geschützten Arten gehandelt wird. „Am Samstag hat sich wieder bestätigt, dass die Terraristika Tierschmuggler aus aller Welt anlockt. Während manche Händler in der Halle legal Tiere anbieten, bleiben die illegalen Wildfänge im Auto und werden auf dem Parkplatz verkauft“, beobachtet Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Dubios sind auch die Angebote von Tieren, die zwar nicht international geschützt, aber in ihrem Herkunftsland nicht gefangen und exportiert werden dürfen.“

Hamm als Drehscheibe des Reptilienhandels

Nicht nur in den Zentralhallen selbst werden Wildtiere verkauft, sondern auch in den umliegenden Cafés, Hotels und auf den Parkplätzen. „So mancher Händler will seine heiße Ware nicht für alle sichtbar anbieten und verkauft die Tiere lieber aus dem Kofferraum oder dem Rucksack. Schon Wochen zuvor inserieren die Händler im Internet und verabreden die Übergabe in Hamm“, berichtet Altherr, die die Szene seit vielen Jahren beobachtet. „Die lokale Artenschutzbehörde ist bereits mit der Kontrolle der etwa 600 Händler und zigtausenden Tieren in der Halle selbst überfordert – das Risiko, draußen erwischt zu werden, ist marginal.“ Stichprobenkontrollen auf den Parkplätzen, wie vom Zoll vor zwei Jahren, müssten deshalb verstärkt werden: Damals wurden in 110 überprüften Autos immerhin 14 geschützte Tiere ohne Handelserlaubnis gefunden und beschlagnahmt.

Dubiose Angebote:  National geschützt – international vogelfrei

Nicht alle Wildfänge, die auf der Messe legal verkauft werden, haben ihr Herkunftsland auch legal verlassen: „Diverse Arten, die wir auf der Terraristika gesehen haben, stehen in ihren Heimatländern unter strengem Schutz und dürfen nicht gefangen werden. Doch wenn sie erst einmal außer Landes geschmuggelt sind, können sie hierzulande unbehelligt verkauft werden“, so die Biologin. „Für die Börse in Hamm wurden beispielsweise gefährdete Baumschleichen aus Mexiko oder Hornagamen aus Sri Lanka angeboten, diese Echsen stehen nur national unter Schutz“, berichtet Altherr. Andere Arten sind akut vom Aussterben bedroht, doch bislang gar nicht geschützt und können deshalb weiterhin straffrei geplündert werden: „Großkopfechsen aus Madagaskar oder türkise Zwerggeckos aus Tansania stehen kurz vor der Ausrottung und werden doch auf der Terraristika weiterhin verramscht“, so Altherr. Sie bedauert, dass die Politik die Augen vor dem Ausverkauf und der unrühmlichen Rolle der Deutschen verschließt: „Am Freitag haben die Regierungsparteien im Bundestag zwei Anträge von SPD, Grünen und der Linken abgelehnt, die den unkontrollierten Wildtierhandel eingedämmt hätten. Die Messe am Samstag hat wieder einmal gezeigt, dass die Politik endlich diesen Ausverkauf der Natur reglementieren muss.“

 

 

Weltgrößte Reptilienbörse in Hamm /Westfalen trägt zum Ausverkauf der Natur bei

 

Hamm / München, 10. Juni 2013. Die Tierbörse „Terraristika“ steht erneut in der Kritik. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife weist darauf hin, dass im Umfeld der weltweit größten Reptilienbörse immer wieder illegal mit streng geschützten Arten gehandelt wird. „Am Samstag hat sich wieder bestätigt, dass die Terraristika Tierschmuggler aus aller Welt anlockt. Während manche Händler in der Halle legal Tiere anbieten, bleiben die illegalen Wildfänge im Auto und werden auf dem Parkplatz verkauft“, beobachtet Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Dubios sind auch die Angebote von Tieren, die zwar nicht international geschützt, aber in ihrem Herkunftsland nicht gefangen und exportiert werden dürfen.“

 

Hamm als Drehscheibe des Reptilienhandels

Nicht nur in den Zentralhallen selbst werden Wildtiere verkauft, sondern auch in den umliegenden Cafés, Hotels und auf den Parkplätzen. „So mancher Händler will seine heiße Ware nicht für alle sichtbar anbieten und verkauft die Tiere lieber aus dem Kofferraum oder dem Rucksack. Schon Wochen zuvor inserieren die Händler im Internet und verabreden die Übergabe in Hamm“, berichtet Altherr, die die Szene seit vielen Jahren beobachtet. „Die lokale Artenschutzbehörde ist bereits mit der Kontrolle der etwa 600 Händler und zigtausenden Tieren in der Halle selbst überfordert – das Risiko, draußen erwischt zu werden, ist marginal.“ Stichprobenkontrollen auf den Parkplätzen, wie vom Zoll vor zwei Jahren, müssten deshalb verstärkt werden: Damals wurden in 110 überprüften Autos immerhin 14 geschützte Tiere ohne Handelserlaubnis gefunden und beschlagnahmt.

 

Dubiose Angebote:  National geschützt – international vogelfrei

Nicht alle Wildfänge, die auf der Messe legal verkauft werden, haben ihr Herkunftsland auch legal verlassen: „Diverse Arten, die wir auf der Terraristika gesehen haben, stehen in ihren Heimatländern unter strengem Schutz und dürfen nicht gefangen werden. Doch wenn sie erst einmal außer Landes geschmuggelt sind, können sie hierzulande unbehelligt verkauft werden“, so die Biologin. „Für die Börse in Hamm wurden beispielsweise gefährdete Baumschleichen aus Mexiko oder Hornagamen aus Sri Lanka angeboten, diese Echsen stehen nur national unter Schutz“, berichtet Altherr. Andere Arten sind akut vom Aussterben bedroht, doch bislang gar nicht geschützt und können deshalb weiterhin straffrei geplündert werden: „Großkopfechsen aus Madagaskar oder türkise Zwerggeckos aus Tansania stehen kurz vor der Ausrottung und werden doch auf der Terraristika weiterhin verramscht“, so Altherr. Sie bedauert, dass die Politik die Augen vor dem Ausverkauf und der unrühmlichen Rolle der Deutschen verschließt: „Am Freitag haben die Regierungsparteien im Bundestag zwei Anträge von SPD, Grünen und der Linken abgelehnt, die den unkontrollierten Wildtierhandel eingedämmt hätten. Die Messe am Samstag hat wieder einmal gezeigt, dass die Politik endlich diesen Ausverkauf der Natur reglementieren muss.“

 

 

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