München, 2. August 2017

Zwei Tonnen Elfenbein im Central Park zerstört.

Der Staat New York wird am 3. August im Central Park in New York City zwei Tonnen Elfenbein öffentlich zerstören. „Die öffentlichkeitswirksame Zerstörung von Elfenbein ist ein starkes Zeichen gegen Wilderei und Elfenbeinschmuggel. Zugleich ist sie ein Appell an die Konsumenten, den mörderischen Handel nicht zu unterstützen und eine Aufforderung an Regierungen, alles zu tun, um die Elefanten zu retten“, so Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Das Geschäft mit Elfenbein ist fest in den Händen kriminell organisierter Banden. Es finanziert Bürgerkriege, Terrormilizen, fördert die Korruption und kostet jedes Jahr das Leben von 20.000 Elefanten sowie unzähliger Menschen.“ Im Staat New York ist der Handel mit Elfenbein seit 2014 verboten.

In Afrika spielt sich derzeit die schlimmste Wildereikrise seit Jahrzehnten ab: Die Bestände der Savannenelefanten wurden in nur sieben Jahren um ein Drittel dezimiert, etwa 415.000 Elefanten leben noch auf dem gesamten Kontinent.

Immer mehr Staaten erkennen heute, welche Risiken Lagerbestände aus beschlagnahmtem Elfenbein für lebende Elefanten bedeuten: Sie halten die Nachfrage der Konsumenten am Leben, befeuern die Spekulation, treiben Schwarzmarktpreise und Korruption in die Höhe. Zudem ist die Bewachung von Elfenbein-Lagerbeständen kostspielig – und häufig ineffizient: Immer wieder findet beschlagnahmtes Elfenbein den Weg auf den Schwarzmarkt. In den vergangenen Jahren haben deshalb mehr als 20 Staaten mit der Zerstörung von Elfenbein ein klares Zeichen gesetzt. Die bisher größte Zerstörung fand vergangenen April in Kenia statt; dort wurden 105 Tonnen verbrannt. China, bisher der Hauptabsatzmarkt für legales sowie illegales Elfenbein, hat seither angekündigt, den Handel bis Ende 2017 zu verbieten. In vielen anderen Ländern, einschließlich der EU, ist der Handel mit Elfenbein aus angeblichem Altbestand jedoch noch immer legal. In Deutschland wurde im vergangenen Sommer die Rekordmenge von 1,2 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt, das für Asien bestimmt war.

Zerstören oder verkaufen?

Immer wieder werden Stimmen laut, die fordern, Elfenbein gewinnbringend zu verkaufen statt es zu zerstören. Allerdings sind Elefanten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) seit 1989 streng geschützt. Der Verkauf von gewildertem, beschlagnahmtem Elfenbein ist verboten. Zwei Experimente, einen legalen und kontrollierten Elfenbeinhandel zu etablieren, sind in der Vergangenheit klar gescheitert: In den Jahren 1999 und 2008 hatte CITES den Verkauf von Stoßzähnen von Tieren, die legal getötet wurden oder eines natürlichen Todes starben, nach Asien genehmigt. Das befeuerte die Wilderei und zehntausende Elefanten bezahlten dies mit ihrem Leben. In China schossen Elfenbeingeschäfte und Schnitzfabriken aus dem Boden. Viele von ihnen verkauften gewildertes Elfenbein, denn einem Stoßzahn ist nicht anzusehen, woran der Elefant gestorben ist. Die Nachfrage wurde durch die Liberalisierung des Handels stark angekurbelt, Elfenbeinschmuggel und Wilderei stiegen auf Höchstwerte.

Die Vergangenheit hat mehrfach gezeigt, dass ein legaler Elfenbeinhandel nicht kontrollierbar ist. Internationale Beschlüsse von CITES sowie der Weltnaturschutz-Union fordern Regierungen deshalb mittlerweile auf, die Elfenbeinmärkte in ihren Ländern zu schließen.

Weitere Informationen:

Hintergründe zum Elfenbeinhandel >> https://www.prowildlife.de/bericht/elfenbeinhandel/

Kommerzieller Elfenbeinhandel in der EU >> https://www.prowildlife.de/pressemitteilung/pro-wildlife-fordert-ende-des-kommerziellen-elfenbeinhandels/

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