Pro Wildlife befürchtet weiteren Anstieg der Wilderei.

München, 26. November 2015. Der Oberste Gerichtshof Südafrikas hat am Mittwoch der Klage zweier privater Nashornzüchter stattgegeben und das nationale Handelsverbot für Rhino-Horn aufgehoben. Das Umweltministerium des Landes erwägt Berufung gegen das Urteil einzulegen. Exporte aus Südafrika bleiben durch einen internationalen Handelsstopp verboten, in Vietnam und China boomt jedoch die Nachfrage.
„Dieses Gerichtsurteil setzt ein fatales Signal und droht noch mehr Wilderer auf den Plan zu rufen“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Der Richter begründete die Entscheidung unter anderem mit formalen Versäumnissen der südafrikanischen Regierung: Diese habe die Öffentlichkeit nicht ausreichend konsultiert, bevor sie 2009 ein nationales Handelsmoratorium erlassen hatte. Das Verbot war eine Reaktion auf den extremen Anstieg der Nashorn-Wilderei in Südafrika ab 2008. Allein 2014 wurden in Südafrika 1 215 Nashörner gewildert.
Infolge gestiegener Kaufkraft in Vietnam und Südostasien hat dort die Nachfrage nach Nashorn für traditionelle Medizin stark zugenommen: Rhino-Horn wird als vermeintliches Wundermittel gegen Kater, Fieber, Krebs und Krämpfe eingesetzt; auch gelten die Nashorn-Präparate mittlerweile als Statussymbol.
„Die Argumente der Nashornfarmer, sie wollten mit der Freigabe des Handels den Schutz der Nashörner verbessern und eine Eindämmung des illegalen Handels erreichen, sind nicht glaubwürdig“, meint Freyer. John Hume, einer der Kläger, ist der größte private Nashornbesitzer der Welt. Er hat seit Jahren systematisch die Hörner seiner Tiere entfernen lassen und besitzt vier Tonnen Lagerbestände, die ein Vermögen wert sind.  Der Schwarzmarktpreis für Nashorn in Asien liegt bei 65.000 USD – damit ist Rhino-Horn mehr wert als Gold. Auch Ökonomen bezweifeln, dass eine Legalisierung des Marktes den Schmuggel und die Wilderei eindämmen kann. Die Elefanten-Wilderei-Krise gibt ihnen recht: Nach einer teilweisen Legalisierung des Verkaufs von Elfenbein ist in den letzten Jahren die Wilderei auf die grauen Riesen regelrecht eskaliert.
„Weil der Absatzmarkt für Nashorn ausschließlich außerhalb Südafrikas liegt, befürchten wir, dass die heutige Gerichtsentscheidung den immer noch illegalen internationalen Handel weiter anheizt“, so Freyer. Das Gerichtsurteil betrifft nur den Handel innerhalb Südafrikas, international gilt weiterhin das internationale Handelsverbot für Nashorn durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES).
Nach Einschätzung von Pro Wildlife wollen die Nashorn-Farmer mit ihrer Klage den Druck auf die Regierung Südafrikas erhöhen, bei der CITES-Artenschutzkonferenz im September 2016 eine Freigabe des internationalen Handels mit Horn aus Südafrika zu beantragen. Dass die hierfür erforderliche Zweidrittelmehrheit der 181 CITES-Vertragsstaaten erreicht wird, gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich. „Wenn die südafrikanische Regierung eine  internationale Handelsfreigabe beantragt, steht zu befürchten, dass sie dadurch die Wilderei bereits im Vorfeld der Konferenz weiter anheizt“, so Freyer.

 

Pro Wildlife befürchtet weiteren Anstieg der Wilderei

München, 26. November 2015. Der Oberste Gerichtshof Südafrikas hat am Mittwoch der Klage zweier privater Nashornzüchter stattgegeben und das nationale Handelsverbot für Rhino-Horn aufgehoben. Das Umweltministerium des Landes erwägt Berufung gegen das Urteil einzulegen. Exporte aus Südafrika bleiben durch einen internationalen Handelsstopp verboten, in Vietnam und China boomt jedoch die Nachfrage.
„Dieses Gerichtsurteil setzt ein fatales Signal und droht noch mehr Wilderer auf den Plan zu rufen“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Der Richter begründete die Entscheidung unter anderem mit formalen Versäumnissen der südafrikanischen Regierung: Diese habe die Öffentlichkeit nicht ausreichend konsultiert, bevor sie 2009 ein nationales Handelsmoratorium erlassen hatte. Das Verbot war eine Reaktion auf den extremen Anstieg der Nashorn-Wilderei in Südafrika ab 2008. Allein 2014 wurden in Südafrika 1 215 Nashörner gewildert.
Infolge gestiegener Kaufkraft in Vietnam und Südostasien hat dort die Nachfrage nach Nashorn für traditionelle Medizin stark zugenommen: Rhino-Horn wird als vermeintliches Wundermittel gegen Kater, Fieber, Krebs und Krämpfe eingesetzt; auch gelten die Nashorn-Präparate mittlerweile als Statussymbol.
„Die Argumente der Nashornfarmer, sie wollten mit der Freigabe des Handels den Schutz der Nashörner verbessern und eine Eindämmung des illegalen Handels erreichen, sind nicht glaubwürdig“, meint Freyer. John Hume, einer der Kläger, ist der größte private Nashornbesitzer der Welt. Er hat seit Jahren systematisch die Hörner seiner Tiere entfernen lassen und besitzt vier Tonnen Lagerbestände, die ein Vermögen wert sind.  Der Schwarzmarktpreis für Nashorn in Asien liegt bei 65.000 USD – damit ist Rhino-Horn mehr wert als Gold. Auch Ökonomen bezweifeln, dass eine Legalisierung des Marktes den Schmuggel und die Wilderei eindämmen kann. Die Elefanten-Wilderei-Krise gibt ihnen recht: Nach einer teilweisen Legalisierung des Verkaufs von Elfenbein ist in den letzten Jahren die Wilderei auf die grauen Riesen regelrecht eskaliert.
„Weil der Absatzmarkt für Nashorn ausschließlich außerhalb Südafrikas liegt, befürchten wir, dass die heutige Gerichtsentscheidung den immer noch illegalen internationalen Handel weiter anheizt“, so Freyer. Das Gerichtsurteil betrifft nur den Handel innerhalb Südafrikas, international gilt weiterhin das internationale Handelsverbot für Nashorn durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (engl. CITES).
Nach Einschätzung von Pro Wildlife wollen die Nashorn-Farmer mit ihrer Klage den Druck auf die Regierung Südafrikas erhöhen, bei der CITES-Artenschutzkonferenz im September 2016 eine Freigabe des internationalen Handels mit Horn aus Südafrika zu beantragen. Dass die hierfür erforderliche Zweidrittelmehrheit der 181 CITES-Vertragsstaaten erreicht wird, gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich. „Wenn die südafrikanische Regierung eine  internationale Handelsfreigabe beantragt, steht zu befürchten, dass sie dadurch die Wilderei bereits im Vorfeld der Konferenz weiter anheizt“, so Freyer.

 

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