Sambia und Botswana schränken Trophäenjagd ein

München, 29. Januar 2013.  Bis zum 3. Februar findet in Dortmund Deutschlands größte Jagdmesse statt, die „Jagd und Hund“. Dort bieten Jagdreiseveranstalter einem zahlungskräftigen Publikum den Abschuss gefährdeter Arten wie Eisbären, Nashörner, Löwen und Elefanten an. Während die Anbieter solche Reisen oft als „Maßnahme zur Arterhaltung“ verkaufen, schränken afrikanische Länder wie Sambia und Botswana mittlerweile die Trophäenjagd ein oder verbieten sie ganz. „Korruption ist an der Tagesordnung, zum Beispiel bei der Lizenzvergabe. Die Bestände bejagter Arten sind oftmals rückläufig“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Weil die Trophäenjagd für die Jagdanbieter so lukrativ ist, wird noch den letzten Tieren gnadenlos nachgestellt.“

Korruption und Betrug

In Sambia entließ Tourismusministerin Sylvia Masebo vor kurzem den Leiter der staatlichen Wildschutzbehörde und weitere Führungskräfte wegen massiver Korruption bei der Vergabe von Konzessionen für Jagdgebiete. Sie erklärte, die Einnahmen aus der Trophäenjagd seien viel zu gering, verglichen mit dem Ausmaß der Zerstörung, das Korruption und das rücksichtslose Töten von Wildtieren anrichteten. Im Lauf der letzten Jahrzehnte hätten weder die sambische Regierung noch die Bevölkerung vor Ort von der kommerziellen Jagd profitiert, da diese von Ausländern und Sambiern ausländischen Ursprungs dominiert würde. Die Jagd auf Großkatzen soll in Sambia ganz ausgesetzt werden, weil die Bestände dramatisch zurückgegangen sind.

 

Botswana und Sambia setzen auf Fototourismus

Der Präsident von Botswana erklärte Ende 2012, die Regierung werde die Trophäenjagd ab 2014 ganz verbieten, weil diese nicht mit dem Artenschutz zu verbinden sei und zudem die lokale Tourismusindustrie gefährde. Als Anlass für die Jagdverbote nannten die Regierungen beider Länder, dass die Bestände vieler bejagter Arten rückläufig seien und dass sie zukünftig auf naturverträglichen Fototourismus setzen wollen. In Botswanas Okavango-Delta schafft der Fototourismus bereits 39 mal mehr Jobs als die Jagd. Laut einer Untersuchung der Weltnaturschutzunion IUCN verdient in Afrika die lokale Bevölkerung im Durchschnitt jährlich nur 0,2 Euro pro Person aus dem Jagdtourismus. Der Fototourismus hingegen erwirtschaftet Milliardenbeträge und schafft eine Vielzahl an Arbeitsplätzen für die Menschen vor Ort. „Die Behauptung, die Trophäenjagd diene dem Artenschutz und der Entwicklungshilfe entpuppt sich bei genauerem Hinsehen schnell als Propaganda der Jagdindustrie“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.

 

Jagd auf die letzten Löwen

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Löwenbestände in Süd- und Ostafrika von ehemals 250.000 Tieren auf 20.000  bis 30.000 zurückgegangen sind. Neben dem Lebensraumverlust hat auch die Großwildjagd verheerende Folgen für den König der Tiere, wie Studien in Tansania und Simbabwe längst belegt haben. Denn Trophäenjäger haben es auf die stärksten und größten Exemplare abgesehen  – und damit auf die für die Fortpflanzung wichtigsten Tiere. In Südafrika ist es nach wie vor legal, Löwen zu züchten und die ausgewachsenen Tiere in umzäunten Gehegen von Trophäenjägern abschießen zu lassen. Diese sogenannte „canned hunt“ („Dosenjagd“) beschäftigt eine ganze Industrie von Löwenzüchtern. Solange Länder wie Südafrika, Tansania, Simbabwe und Namibia die Jagd weiter zulassen, können deutsche Hobbyjäger auf der „Jagd und Hund“ weiter den Abschuss bedrohter Arten buchen – ganz legal. Je nach Geschlecht, Größe und Trophäenqualität kostet der Abschuss eines Löwen zwischen 14. und 28.000 Euro, Elefanten sind für 14.-56.000 Euro zu haben und Breitmaulnashörner für 35.000 Euro. Doch nicht nur in Afrika machen Großwildjäger Jagd auf bedrohte Arten: In Kanada können sie für bis zu 40.000 Euro die letzten Eisbären erlegen. Die USA beantragen nun ein internationales Handelsverbot für Eisbären. Falls dieser Vorstoß auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) im März Erfolg hat wird die Ausfuhr von Jagdtrophäen zwar nicht vollständig verboten, aber deutlich erschwert.

Sambia und Botswana schränken Trophäenjagd ein

 

München, 29. Januar 2013.  Bis zum 3. Februar findet in Dortmund Deutschlands größte Jagdmesse statt, die „Jagd und Hund“. Dort bieten Jagdreiseveranstalter einem zahlungskräftigen Publikum den Abschuss gefährdeter Arten wie Eisbären, Nashörner, Löwen und Elefanten an. Während die Anbieter solche Reisen oft als „Maßnahme zur Arterhaltung“ verkaufen, schränken afrikanische Länder wie Sambia und Botswana mittlerweile die Trophäenjagd ein oder verbieten sie ganz. „Korruption ist an der Tagesordnung, zum Beispiel bei der Lizenzvergabe. Die Bestände bejagter Arten sind oftmals rückläufig“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Weil die Trophäenjagd für die Jagdanbieter so lukrativ ist, wird noch den letzten Tieren gnadenlos nachgestellt.“

 

Korruption und Betrug

In Sambia entließ Tourismusministerin Sylvia Masebo vor kurzem den Leiter der staatlichen Wildschutzbehörde und weitere Führungskräfte wegen massiver Korruption bei der Vergabe von Konzessionen für Jagdgebiete. Sie erklärte, die Einnahmen aus der Trophäenjagd seien viel zu gering, verglichen mit dem Ausmaß der Zerstörung, das Korruption und das rücksichtslose Töten von Wildtieren anrichteten. Im Lauf der letzten Jahrzehnte hätten weder die sambische Regierung noch die Bevölkerung vor Ort von der kommerziellen Jagd profitiert, da diese von Ausländern und Sambiern ausländischen Ursprungs dominiert würde. Die Jagd auf Großkatzen soll in Sambia ganz ausgesetzt werden, weil die Bestände dramatisch zurückgegangen sind.

 

Botswana und Sambia setzen auf Fototourismus

Der Präsident von Botswana erklärte Ende 2012, die Regierung werde die Trophäenjagd ab 2014 ganz verbieten, weil diese nicht mit dem Artenschutz zu verbinden sei und zudem die lokale Tourismusindustrie gefährde. Als Anlass für die Jagdverbote nannten die Regierungen beider Länder, dass die Bestände vieler bejagter Arten rückläufig seien und dass sie zukünftig auf naturverträglichen Fototourismus setzen wollen. In Botswanas Okavango-Delta schafft der Fototourismus bereits 39 mal mehr Jobs als die Jagd. Laut einer Untersuchung der Weltnaturschutzunion IUCN verdient in Afrika die lokale Bevölkerung im Durchschnitt jährlich nur 0,2 Euro pro Person aus dem Jagdtourismus. Der Fototourismus hingegen erwirtschaftet Milliardenbeträge und schafft eine Vielzahl an Arbeitsplätzen für die Menschen vor Ort. „Die Behauptung, die Trophäenjagd diene dem Artenschutz und der Entwicklungshilfe entpuppt sich bei genauerem Hinsehen schnell als Propaganda der Jagdindustrie“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.

 

Jagd auf die letzten Löwen

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Löwenbestände in Süd- und Ostafrika von ehemals 250.000 Tieren auf 20.000  bis 30.000 zurückgegangen sind. Neben dem Lebensraumverlust hat auch die Großwildjagd verheerende Folgen für den König der Tiere, wie Studien in Tansania und Simbabwe längst belegt haben. Denn Trophäenjäger haben es auf die stärksten und größten Exemplare abgesehen  – und damit auf die für die Fortpflanzung wichtigsten Tiere. In Südafrika ist es nach wie vor legal, Löwen zu züchten und die ausgewachsenen Tiere in umzäunten Gehegen von Trophäenjägern abschießen zu lassen. Diese sogenannte „canned hunt“ („Dosenjagd“) beschäftigt eine ganze Industrie von Löwenzüchtern. Solange Länder wie Südafrika, Tansania, Simbabwe und Namibia die Jagd weiter zulassen, können deutsche Hobbyjäger auf der „Jagd und Hund“ weiter den Abschuss bedrohter Arten buchen – ganz legal. Je nach Geschlecht, Größe und Trophäenqualität kostet der Abschuss eines Löwen zwischen 14. und 28.000 Euro, Elefanten sind für 14.-56.000 Euro zu haben und Breitmaulnashörner für 35.000 Euro. Doch nicht nur in Afrika machen Großwildjäger Jagd auf bedrohte Arten: In Kanada können sie für bis zu 40.000 Euro die letzten Eisbären erlegen. Die USA beantragen nun ein internationales Handelsverbot für Eisbären. Falls dieser Vorstoß auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) im März Erfolg hat wird die Ausfuhr von Jagdtrophäen zwar nicht vollständig verboten, aber deutlich erschwert.

Diesen Beitrag teilen