24. August 2018.

Drahtzieher waren offenbar Deutsche.

Die spanische Polizei hat in Kooperation mit Europol und weiteren Behörden die wahrscheinlich größte illegal Schildkröten-Zuchtfarm Europas ausgehoben. Mehr als 1.100 Tiere sowie 750 Eier wurden beschlagnahmt. Unter den gefundenen Arten waren 13 Arten laut Roter Liste bedrohter Arten vom Aussterben bedroht, fünf Arten gelten als stark gefährdet. Es handelt sich um Arten aus Asien, Afrika und Nordamerika. Der Wert der Tiere liegt insgesamt bei 600.000 Euro, Tiere einzelner Arten sind etwa 10.000 Euro wert.

Kriminelle Händler nutzten die Farm, um illegale Wildfänge umzudeklarieren und als Nachzuchten auszugeben. Dazu wurden auch Papiere gefälscht. Bisher wurden drei Verdächtige festgenommen, zwei davon sind deutsche Staatsbürger. Zuchtort war eine Finca in der mallorquinischen Gemeinde Llucmajor, die zwei Deutsche betrieben. Drei weitere Verdächtige werden überprüft, auch darunter sind zwei Deutsche. Die Verdächtigen müssen mit Verurteilungen für den illegalen Handel mit bedrohten und international geschützten Arten und für Geldwäsche rechnen.

„Dieser Fall ist nur die Spitze des Eisbergs: Um Handelsverbote zu umgehen, werden bedrohte und streng geschützte Tiere in freier Natur gefangen und über angebliche Zuchtfarmen in den legalen Handel eingeschleust. Es ist höchste Zeit, kriminellen Händlern das Handwerk zu legen und Zuchteinrichtungen auch in Europa strenger zu kontrollieren“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Engl. CITES) streng geschützte Arten dürfen nur kommerziell gehandelt werden, wenn die Zuchtstationen in ein international kontrolliertes Zuchtregister eingetragen sind. Die EU setzt diesen internationalen Beschluss allerdings bisher nicht um.

Mehr Informationen:
Pressemitteilung Europol

Reptilienschmuggel

Tierhandel

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