Deutschland ist seit 40 Jahren Mitglied des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.

München, 16. Juni 2016. Vor 40 Jahren trat in Deutschland das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl.  CITES) in Kraft. Die wichtigste Konvention zum Schutz bedrohter Arten kontrolliert den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten von  Walen und Elefanten bis hin zu Krokodilen und Kakteen.

1973  wurde das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“ ins Leben gerufen, seit dem 20. Juni 1976 gilt es auch in Deutschland.  „Die Bundesregierung engagiert sich seit vielen Jahren dafür, die Liste der geschützten Arten zu erweitern –  seien es  Raubkatzen, Tropenhölzer, Haie oder Reptilien“, sagt  Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.  „Da Deutschland nach wie vor ein bedeutender Absatzmarkt für geschützte Tiere und Pflanzen ist, kommt der Bundesregierung besondere Verantwortung zu: Sie muss  sicherstellen, dass der Handel die Bestände nicht beeinträchtigt und die legale Herkunft nachgewiesen ist“.   Für die Vollversammlung im Herbst  fordert die EU auf Initiative Deutschlands Handelsbeschränkungen für bedrohte Reptilien und Tropenhölzer. Pro Wildlife begrüßt auch das deutsche Engagement, strengere internationale Kontrollen für die Trophäenjagd auf bedrohte Arten einzuführen.

„CITES ist eines der effektivsten Artenschutzinstrumente, ohne das es Elefanten, Nashörner, manche Raubkatzen und Papageienarten heute vermutlich nicht mehr geben würde “, sagt Freyer. „Zum Beispiel ist CITES entscheidend beim Kampf gegen die eskalierende Wilderei und den Elfenbeinhandel: Wenn die Staatengemeinschaft sich endlich zu einem strengen Schutz aller Elefanten und einer eindeutigen Absage an den Elfenbeinhandel durchringen kann, dann könnte das für Afrikas Elefanten die Rettung sein. Die Weltartenschutzkonferenz im September hat das Schicksal dieser Tiere in der Hand – und Deutschland und die EU spielen eine zentrale Rolle im Elefantenschutz “ .  Die Bundesregierung hat kürzlich öffentlich zugesagt, jeglicher Freigabe des  Elfenbeinhandels eine Absage erteilen zu wollen.

EU-Umweltrat entscheidet über illegalen Artenhandel

Am 20. Juni treffen sich die EU-Umweltminister in Luxemburg, um über einen EU-Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels zu entscheiden. Dieser soll unter anderem Schlupflöcher schließen, die in der EU noch immer den Handel und Export von Elfenbein zulassen. Erst kürzlich griff der Zoll am Berliner Flughafen Schönefeld die Rekordmenge von 625 Kilo Elfenbein auf, die für den asiatischen Markt bestimmt  war. In Frankreich wurden in den  letzten drei Wochen insgesamt fast 500 Kilo Elfenbein beschlagnahmt, in Spanien wurden 74 Stoßzähne mit einer gefälschten EU Genehmigung angeboten. Aufgriffe wie diese zeigen, dass die EU zunehmend als Transit für Elfenbeinschmuggler dient.

Warum ist CITES so wichtig für den Artenschutz?

 Mit dem Handel bedrohter Tier- und Pflanzenarten werden weltweit jährlich Milliarden umgesetzt. Manche bringt dieser kommerzielle Handel an den Rand der Ausrottung, darunter charismatische Arten wie Elefanten, Nashörner und  Tiger, aber auch weniger bekannte  wie Tropenbäume, Schuppentiere, Zierfische und Reptilien. Sofern CITES keine Handelsverbote (Arten in Anhang I) oder -beschränkungen (Anhang II) beschlossen hat, dürfen Tiere und Pflanzen international gehandelt werden –  selbst wenn sie stark bedroht sind und  auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Derzeit sind rund 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten durch CITES geschützt – das ist nur ein Bruchteil der bekannten Wildtiere und -Pflanzen.  Mittlerweile haben 181 Staaten sowie die EU das Abkommen unterzeichnet.  Wegen seiner großen Reichweite, seiner verbindlichen Ein- und Ausfuhrregelungen und der Möglichkeit Handelssanktionen zu verhängen gilt CITES als die effektivste der vorhandenen Artenschutz-Konventionen.  Die nächste Vollversammlung findet vom 24. September bis 5. Oktober 2016 in Johannesburg, Südafrika statt.  Die anwesenden Vertragsstaaten entscheiden dann mit einer Zweidrittelmehrheit über 65 Anträge zum Schutz von bedrohten Tieren und Pflanzen.

Weiterführende Links und Informationen:

Informationen zu CITES: http://www.prowildlife.de/bericht/cites/

Ausblick auf CITES-Konferenz 2016:  http://www.prowildlife.de/pressemitteilung/streit-um-elefanten-nashoerner-und-loewen/

Bilanz der CITES-Konferenz 2013:  http://www.prowildlife.de/pressemitteilung/bedrohte-thailand-artenschutztagung-meilenstein/Deutschland ist seit 40 Jahren Mitglied des Washingtoner Artenschutzübereinkommens

München, 16. Juni 2016. Vor 40 Jahren trat in Deutschland das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl.  CITES) in Kraft. Die wichtigste Konvention zum Schutz bedrohter Arten kontrolliert den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten von  Walen und Elefanten bis hin zu Krokodilen und Kakteen.

1973  wurde das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“ ins Leben gerufen, seit dem 20. Juni 1976 gilt es auch in Deutschland.  „Die Bundesregierung engagiert sich seit vielen Jahren dafür, die Liste der geschützten Arten zu erweitern –  seien es  Raubkatzen, Tropenhölzer, Haie oder Reptilien“, sagt  Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.  „Da Deutschland nach wie vor ein bedeutender Absatzmarkt für geschützte Tiere und Pflanzen ist, kommt der Bundesregierung besondere Verantwortung zu: Sie muss  sicherstellen, dass der Handel die Bestände nicht beeinträchtigt und die legale Herkunft nachgewiesen ist“.   Für die Vollversammlung im Herbst  fordert die EU auf Initiative Deutschlands Handelsbeschränkungen für bedrohte Reptilien und Tropenhölzer. Pro Wildlife begrüßt auch das deutsche Engagement, strengere internationale Kontrollen für die Trophäenjagd auf bedrohte Arten einzuführen.

„CITES ist eines der effektivsten Artenschutzinstrumente, ohne das es Elefanten, Nashörner, manche Raubkatzen und Papageienarten heute vermutlich nicht mehr geben würde “, sagt Freyer. „Zum Beispiel ist CITES entscheidend beim Kampf gegen die eskalierende Wilderei und den Elfenbeinhandel: Wenn die Staatengemeinschaft sich endlich zu einem strengen Schutz aller Elefanten und einer eindeutigen Absage an den Elfenbeinhandel durchringen kann, dann könnte das für Afrikas Elefanten die Rettung sein. Die Weltartenschutzkonferenz im September hat das Schicksal dieser Tiere in der Hand – und Deutschland und die EU spielen eine zentrale Rolle im Elefantenschutz “ .  Die Bundesregierung hat kürzlich öffentlich zugesagt, jeglicher Freigabe des  Elfenbeinhandels eine Absage erteilen zu wollen.

EU-Umweltrat entscheidet über illegalen Artenhandel

Am 20. Juni treffen sich die EU-Umweltminister in Luxemburg, um über einen EU-Aktionsplan zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels zu entscheiden. Dieser soll unter anderem Schlupflöcher schließen, die in der EU noch immer den Handel und Export von Elfenbein zulassen. Erst kürzlich griff der Zoll am Berliner Flughafen Schönefeld die Rekordmenge von 625 Kilo Elfenbein auf, die für den asiatischen Markt bestimmt  war. In Frankreich wurden in den  letzten drei Wochen insgesamt fast 500 Kilo Elfenbein beschlagnahmt, in Spanien wurden 74 Stoßzähne mit einer gefälschten EU Genehmigung angeboten. Aufgriffe wie diese zeigen, dass die EU zunehmend als Transit für Elfenbeinschmuggler dient.

Warum ist CITES so wichtig für den Artenschutz?

 Mit dem Handel bedrohter Tier- und Pflanzenarten werden weltweit jährlich Milliarden umgesetzt. Manche bringt dieser kommerzielle Handel an den Rand der Ausrottung, darunter charismatische Arten wie Elefanten, Nashörner und  Tiger, aber auch weniger bekannte  wie Tropenbäume, Schuppentiere, Zierfische und Reptilien. Sofern CITES keine Handelsverbote (Arten in Anhang I) oder -beschränkungen (Anhang II) beschlossen hat, dürfen Tiere und Pflanzen international gehandelt werden –  selbst wenn sie stark bedroht sind und  auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Derzeit sind rund 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten durch CITES geschützt – das ist nur ein Bruchteil der bekannten Wildtiere und -Pflanzen.  Mittlerweile haben 181 Staaten sowie die EU das Abkommen unterzeichnet.  Wegen seiner großen Reichweite, seiner verbindlichen Ein- und Ausfuhrregelungen und der Möglichkeit Handelssanktionen zu verhängen gilt CITES als die effektivste der vorhandenen Artenschutz-Konventionen.  Die nächste Vollversammlung findet vom 24. September bis 5. Oktober 2016 in Johannesburg, Südafrika statt.  Die anwesenden Vertragsstaaten entscheiden dann mit einer Zweidrittelmehrheit über 65 Anträge zum Schutz von bedrohten Tieren und Pflanzen.

 

Weiterführende Links und Informationen:

Informationen zu CITES: http://www.prowildlife.de/bericht/cites/

Ausblick auf CITES-Konferenz 2016:  http://www.prowildlife.de/pressemitteilung/streit-um-elefanten-nashoerner-und-loewen/

Bilanz der CITES-Konferenz 2013:  http://www.prowildlife.de/pressemitteilung/bedrohte-thailand-artenschutztagung-meilenstein/

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