Artenschutzkonferenz beschließt Handelsbeschränkungen für fünf Haiarten

Bangkok/München, 11. März 2013. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok (Thailand) haben die Vertragsstaaten in erster Instanz beschlossen, fünf Haiarten besser zu schützen. Der internationale Handel mit Heringshaien, Hammerhaien und Weißspitzen-Hochseehaien wird demnach künftig beschränkt.
Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife wertet diese Entscheidung als großen Erfolg, aber die Freude ist noch verhalten: „Das Ergebnis heute ist großartig. Aber wir müssen damit rechnen, dass die Haianträge im Plenum noch einmal diskutiert werden – zu groß ist der Widerstand aus China und Japan“, so Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Die Initiative Deutschlands für den Heringshai wurde heute mit 93 zu 39 Stimmen angenommen. Für Hammerhaie stimmten 91 Länder, dagegen 39.  Ein Antrag der USA zum Schutz des Weißspitzen-Hochseehais fand mit 92 zu 42 Stimmen ebenfalls Gnade. Alle drei Anträge wurden geheim abgestimmt.

Die Bahamas brachten es auf den Punkt: „Haie sind lebend mehr wert als tot. Unsere Inseln sind direkt abhängig vor marinen Ressourcen und zu uns kommen viele Touristen, um lebende Haie zu beobachten – doch sobald die Haie unsere sicheren Gewässer verlassen, sind sie in großer Gefahr.“

Heringshaie: Ausverkauf an Fischtheken

Zehn Jahre brauchte Deutschland, um den Heringshai durch Cites schützen zu lassen. 2003 scheiterte der Antrag bereits während der Vorverhandlungen in der EU und wurde gar nicht erst eingebracht. Niederlagen 2007 und 2010 bei den Cites-Konferenzen in Den Haag und Doha folgten. Bei der letzten Konferenz gewann der Hammerhai im Fachausschuss, doch die Entscheidung wurde zwei Tage später im Plenum zurückgenommen. „Dies ist ein Erfolg der Bundesregierung, die einen langen Atem hatte und hervorragend mit anderen Ländern und den Artenschutzverbänden zusammenarbeitete“, sagt Altherr. Im Gegensatz zu den anderen heute diskutierten Haien werden Heringshaie wegen ihres Fleisches gejagt.

 

Haiflossenhandel wird beschränkt

Die EU war Co-Antragsteller bei dem Hammerhai-Antrag. Die steil aufragenden und stark faserigen Knorpelflossen der Hammerhaie gehören zu den begehrtesten und teuersten Flossen in den Absatzmärkten Hong Kong und China. Über 100 US Dollar werden pro Kilo gezahlt. Allein der Handel mit Hammerhaiflossen in Hong Kong wird auf bis zu 90.000 Tonnen jährlich geschätzt, was bis zu 2,7 Millionen Tieren entspricht. Ähnlich begehrt sind die Flossen des Weißspitzen-Hochseehais. „Auch hier in Thailand sind Haiflossen auf zahlreichen Speisekarten in Restaurants zu finden  – und gerade Touristen sollten auf die fragwürdige Delikatesse verzichten“, sagt Altherr.

Dabei startete die Hai-Debatte unter keinen guten Vorzeichen: Letzte Woche scheiterte der Versuch, Geheimabstimmungen zu erschweren und somit Absprachen und Korruption sichtbar zu machen. „Es war erschreckend zu sehen, wie groß die Anzahl an Ländern war, die Transparenz hier ablehnen“, berichtet Altherr. Auch auf den vergangenen CITES-Konferenzen waren alle Entscheidungen zu kommerziell genutzten Fischarten in Geheimabstimmung getroffen worden – und die meisten waren bislang gescheitert. „Umso erleichterter sind wir über die heutigen Entscheidungen“, so die Pro Wildlife Sprecherin.

Die Anträge wurden heute im Fachausschuss angenommen, müssen jedoch im Plenum ab Mittwoch noch bestätigt werden. Die 16. Vertragsstaaten-Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) findet vom 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, statt.

Artenschutzkonferenz beschließt Handelsbeschränkungen für fünf Haiarten

 

Bangkok/München, 11. März 2013. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Bangkok (Thailand) haben die Vertragsstaaten in erster Instanz beschlossen, fünf Haiarten besser zu schützen. Der internationale Handel mit Heringshaien, Hammerhaien und Weißspitzen-Hochseehaien wird demnach künftig beschränkt.
Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife wertet diese Entscheidung als großen Erfolg, aber die Freude ist noch verhalten: „Das Ergebnis heute ist großartig. Aber wir müssen damit rechnen, dass die Haianträge im Plenum noch einmal diskutiert werden – zu groß ist der Widerstand aus China und Japan“, so Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Die Initiative Deutschlands für den Heringshai wurde heute mit 93 zu 39 Stimmen angenommen. Für Hammerhaie stimmten 91 Länder, dagegen 39.  Ein Antrag der USA zum Schutz des Weißspitzen-Hochseehais fand mit 92 zu 42 Stimmen ebenfalls Gnade. Alle drei Anträge wurden geheim abgestimmt.

Die Bahamas brachten es auf den Punkt: „Haie sind lebend mehr wert als tot. Unsere Inseln sind direkt abhängig vor marinen Ressourcen und zu uns kommen viele Touristen, um lebende Haie zu beobachten – doch sobald die Haie unsere sicheren Gewässer verlassen, sind sie in großer Gefahr.“

 

Heringshaie: Ausverkauf an Fischtheken

Zehn Jahre brauchte Deutschland, um den Heringshai durch Cites schützen zu lassen. 2003 scheiterte der Antrag bereits während der Vorverhandlungen in der EU und wurde gar nicht erst eingebracht. Niederlagen 2007 und 2010 bei den Cites-Konferenzen in Den Haag und Doha folgten. Bei der letzten Konferenz gewann der Hammerhai im Fachausschuss, doch die Entscheidung wurde zwei Tage später im Plenum zurückgenommen. „Dies ist ein Erfolg der Bundesregierung, die einen langen Atem hatte und hervorragend mit anderen Ländern und den Artenschutzverbänden zusammenarbeitete“, sagt Altherr. Im Gegensatz zu den anderen heute diskutierten Haien werden Heringshaie wegen ihres Fleisches gejagt.

 

Haiflossenhandel wird beschränkt

Die EU war Co-Antragsteller bei dem Hammerhai-Antrag. Die steil aufragenden und stark faserigen Knorpelflossen der Hammerhaie gehören zu den begehrtesten und teuersten Flossen in den Absatzmärkten Hong Kong und China. Über 100 US Dollar werden pro Kilo gezahlt. Allein der Handel mit Hammerhaiflossen in Hong Kong wird auf bis zu 90.000 Tonnen jährlich geschätzt, was bis zu 2,7 Millionen Tieren entspricht. Ähnlich begehrt sind die Flossen des Weißspitzen-Hochseehais. „Auch hier in Thailand sind Haiflossen auf zahlreichen Speisekarten in Restaurants zu finden  – und gerade Touristen sollten auf die fragwürdige Delikatesse verzichten“, sagt Altherr.

Dabei startete die Hai-Debatte unter keinen guten Vorzeichen: Letzte Woche scheiterte der Versuch, Geheimabstimmungen zu erschweren und somit Absprachen und Korruption sichtbar zu machen. „Es war erschreckend zu sehen, wie groß die Anzahl an Ländern war, die Transparenz hier ablehnen“, berichtet Altherr. Auch auf den vergangenen CITES-Konferenzen waren alle Entscheidungen zu kommerziell genutzten Fischarten in Geheimabstimmung getroffen worden – und die meisten waren bislang gescheitert. „Umso erleichterter sind wir über die heutigen Entscheidungen“, so die Pro Wildlife Sprecherin.

Die Anträge wurden heute im Fachausschuss angenommen, müssen jedoch im Plenum ab Mittwoch noch bestätigt werden. Die 16. Vertragsstaaten-Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) findet vom 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, statt.

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