München, 6. Oktober 2017

Artenschützer fordern globales Verbot, um Elefanten zu retten. 

Die Regierung von Großbritannien hat heute angekündigt, dass sie den Handel von Elfenbein im Land sowie die Ein- und Ausfuhr verbieten will. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife fordert die zukünftige Bundesregierung auf, diesem Beispiel zu folgen und den Handel mit Elfenbein in Deutschland und der EU ebenfalls vollständig zu verbieten. „Der Elfenbeinhandel bedroht das Überleben der Elefanten und fördert global operierende kriminelle Netzwerke. Es ist höchste Zeit, ihn ein für allemal zu verbieten – auch in Deutschland und europaweit“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. In der EU sind Handel, Ein- und Ausfuhr von Elfenbein bisher mit Einschränkungen erlaubt.

Der britische Umweltminister Michael Gove (Conservative Party) erklärte: „Der Rückgang der Elefantenbestände durch die Wilderei für den Elfenbeinhandel ist eine Schande für unsere Generation. Elfenbein sollte niemals eine Ware für finanzielles Gewinnstreben oder ein Statussymbol sein, deshalb wollen wir den Handel verbieten“.

„Wir gratulieren der britischen Regierung zu diesem wichtigen Vorstoß. Deutschland und die EU dürfen nicht das Schlusslicht bilden und müssen den Handel endlich konsequent verbieten, wenn es ihnen mit dem Schutz der Elefanten und dem Kampf gegen den illegalen Handel Ernst ist“, so Freyer.

Obwohl der Elfenbeinhandel international seit 1989 verboten ist, erlauben Ausnahmen in Großbritannien und der gesamten EU bisher den Handel mit Elfenbein aus angeblichem „Altbestand“. Dieses Schlupfloch ermöglicht, dass gewildertes Elfenbein in den Handel eingeschleust wird. Der Hauptabsatzmarkt für Elfenbein ist in Asien, doch auch in Europa gibt es einen regen legalen und illegalen Handel. Elfenbein ist eines der am häufigsten gehandelten illegalen Wildtierprodukte. Im Jahr 2016 wurde in der EU die Rekordmenge von mehr als 2,5 Tonnen Elfenbein sichergestellt. Die größte Menge davon, insgesamt 1,2 Tonnen Elfenbeinstücke und Schnitzereien, in Deutschland. Zudem wurde im Rheinland eine illegale Schnitzfabrik ausgehoben.

Bisher war die EU der größte Exporteur von angeblich altem Elfenbein: Von 2006 bis 2015 genehmigte sie die Ausfuhr von mehr als 44.000 Elfenbeinschnitzereien und 2.242 Stoßzähnen – und befeuerte damit insbesondere den Elfenbeinhandel in China und Hong Kong, den wichtigsten Schwarzmärkten. Seit Juli 2017 empfiehlt die EU-Kommission, die Ausfuhr von Stoßzähnen und anderem unverarbeitetem Elfenbein auszusetzen, Elfenbeinschnitzereien werden jedoch weiterhin exportiert. Innerhalb der EU darf auch unverarbeitetes Elfenbein weiter verkauft werden. In einer öffentlichen Anhörung zum Elfenbeinhandel in der EU können Bürger und Verbände bis zum 8. Dezember Stellung nehmen, ob die EU den Elfenbeinhandel beschränken oder ganz verbieten sollte.

Internationale Beschlüsse fordern die Staaten bereits seit Herbst 2016 dazu auf, den Binnenhandel mit Elfenbein zu verbieten. In Afrika spielt sich derzeit die schlimmste Wildereikrise seit Jahrzehnten ab: In nur sieben Jahren wurden die Bestände der Savannen-Elefanten um ein Drittel dezimiert, etwa 415.000 Elefanten leben noch auf dem gesamten Kontinent. Als bislang größter Absatzmarkt für legales wie illegales Elfenbein hat die chinesische Regierung angekündigt, den Elfenbeinhandel bis Ende 2017 zu beenden. Hong Kong arbeitet ebenfalls an einem Verbot. In der EU hat Frankreich bereits strengere Regelungen erlassen.

Mehr Informationen:

» Erklärung der Regierung von Großbritannien

» Hintergrundinformationen Elfenbeinhandel

» EU Konsultation zum Elfenbeinhandel

 

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