Hat die Jagd auf die Meeresriesen bald ein Ende?

München, den 7. August 2015. Isländischen Medienberichten zufolge hat das Unternehmen Hvalur hf mit der Jagd auf Finnwale im vergangenen Jahr einen Verlust von 1 Mrd. Isländische Kronen (= 6,8 Mio. Euro) erlitten: Die Einnahmen beliefen sich auf ca. 1 Milliarde Isländische Kronen, die Verluste waren hingegen doppelt so hoch. „Angesichts der immensen finanziellen Verluste fragen wir uns, wie lange Islands Finnwalfänger Kristjan Loftsson noch an der umstrittenen Jagd festhalten kann“, so Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.

Walfang als Verlustgeschäft

Finnwale werden nur in Island und nur von den Schiffen der Firma Hvalur hf gejagt. Geschäftsführer und Hauptaktionär von Hvalur hf, Kristjan Loftsson, nahm die Jagd 2009 nach mehr als 20 Jahren Pause wieder auf, um das Walfleisch der Meeresriesen nach Japan zu exportieren – trotz kommerziellem Walfangverbot und einem internationalen Handelsverbot für Walfleisch. An beides fühlt sich Island wegen formeller Vorbehalte nicht gebunden. Etwa 600 Finnwale ließ Loftsson seither töten, mindestens 54 davon in der bisherigen Saison – die isländische Regierung gesteht dem einflussreichen Geschäftsmann gar eine jährliche Quote von bis zu 154 Finnwalen zu. Doch Japans Interesse am Finnwalfleisch ist weitaus geringer als Loftsson ursprünglich erhoffte: 2011 und 2012 musste Loftsson sogar die Finnwaljagd für zwei Jahre aussetzen – Japans Händler hatten die schlechte Fleischqualität bemängelt, der Absatz stockte. Niedrigere Verkaufspreise sollen seither wieder japanische Kunden locken.

„Hauptursachen für die aktuellen Millionen-Verluste der Finnwaljagd sind offenbar die die hohen Betriebskosten der Walfangschiffe und der Lagerhallen für Berge von Walfleisch“, erläutert die Pro Wildlife Sprecherin. „Das hat auch der Rekordexport von 2.000 Tonnen Walfleisch im Frühjahr 2014 nach Japan nicht ausgleichen können.“

Frachtschiff mit 1.700 Walfleisch nach Japan unterwegs

Vor einigen Wochen räumte Loftsson erneut die Kühllager, um Platz für die Ausbeute der diesjährigen Jagd zu schaffen und die Firmenkasse wieder zu füllen: Aktuell sind 1.700 Tonnen Finnwalfleisch per Schiff nach Japan unterwegs, mit einem offiziellen Warenwert von 12 Mio. Euro – eine gigantische Menge, die jedoch auch unterwegs ununterbrochen auf -70°Celsius gekühlt werden muss. Und die Gewinnmargen werden immer geringer: Aufgrund des wachsenden Widerstandes europäischer Häfen, Frachtschiffe mit Walfleisch an Bord Zwischenstation machen zu lassen, musste Loftsson diesmal eine ungleich längere und teurere Route über Norwegen und Russland wählen. Zwischenzeitlich steckte das Frachtschiff „Winter Bay“ im norwegischen Tromso fest, derzeit ist es wieder unterwegs.

Loftsson unter Rechtfertigungszwang

Seit Jahren steht Island v.a. wegen der Finnwaljagd in der internationalen Kritik: Die USA prüfen derzeit Sanktionen, die EU veranlasste vergangenen September eine diplomatische Demarche, die isländische Tourismusbranche befürchtet Einbußen. „Was die Politik bisher nicht ausrichten konnte, regelt hoffentlich bald der schnöde Mammon: Für Loftsson wird es immer schwieriger, seine sturen Walfangaktivitäten vor den Aktionären zu rechtfertigen“, so Altherr abschließend.

 

Hat die Jagd auf die Meeresriesen bald ein Ende?

München, den 7. August 2015. Isländischen Medienberichten zufolge hat das Unternehmen Hvalur hf mit der Jagd auf Finnwale im vergangenen Jahr einen Verlust von 1 Mrd. Isländische Kronen (= 6,8 Mio. Euro) erlitten: Die Einnahmen beliefen sich auf ca. 1 Milliarde Isländische Kronen, die Verluste waren hingegen doppelt so hoch. „Angesichts der immensen finanziellen Verluste fragen wir uns, wie lange Islands Finnwalfänger Kristjan Loftsson noch an der umstrittenen Jagd festhalten kann“, so Sandra Altherr von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.

 

 

Walfang als Verlustgeschäft

Finnwale werden nur in Island und nur von den Schiffen der Firma Hvalur hf gejagt. Geschäftsführer und Hauptaktionär von Hvalur hf, Kristjan Loftsson, nahm die Jagd 2009 nach mehr als 20 Jahren Pause wieder auf, um das Walfleisch der Meeresriesen nach Japan zu exportieren – trotz kommerziellem Walfangverbot und einem internationalen Handelsverbot für Walfleisch. An beides fühlt sich Island wegen formeller Vorbehalte nicht gebunden. Etwa 600 Finnwale ließ Loftsson seither töten, mindestens 54 davon in der bisherigen Saison – die isländische Regierung gesteht dem einflussreichen Geschäftsmann gar eine jährliche Quote von bis zu 154 Finnwalen zu. Doch Japans Interesse am Finnwalfleisch ist weitaus geringer als Loftsson ursprünglich erhoffte: 2011 und 2012 musste Loftsson sogar die Finnwaljagd für zwei Jahre aussetzen – Japans Händler hatten die schlechte Fleischqualität bemängelt, der Absatz stockte. Niedrigere Verkaufspreise sollen seither wieder japanische Kunden locken.

„Hauptursachen für die aktuellen Millionen-Verluste der Finnwaljagd sind offenbar die die hohen Betriebskosten der Walfangschiffe und der Lagerhallen für Berge von Walfleisch“, erläutert die Pro Wildlife Sprecherin. „Das hat auch der Rekordexport von 2.000 Tonnen Walfleisch im Frühjahr 2014 nach Japan nicht ausgleichen können.“

Frachtschiff mit 1.700 Walfleisch nach Japan unterwegs

Vor einigen Wochen räumte Loftsson erneut die Kühllager, um Platz für die Ausbeute der diesjährigen Jagd zu schaffen und die Firmenkasse wieder zu füllen: Aktuell sind 1.700 Tonnen Finnwalfleisch per Schiff nach Japan unterwegs, mit einem offiziellen Warenwert von 12 Mio. Euro – eine gigantische Menge, die jedoch auch unterwegs ununterbrochen auf -70°Celsius gekühlt werden muss. Und die Gewinnmargen werden immer geringer: Aufgrund des wachsenden Widerstandes europäischer Häfen, Frachtschiffe mit Walfleisch an Bord Zwischenstation machen zu lassen, musste Loftsson diesmal eine ungleich längere und teurere Route über Norwegen und Russland wählen. Zwischenzeitlich steckte das Frachtschiff „Winter Bay“ im norwegischen Tromso fest, derzeit ist es wieder unterwegs.

Loftsson unter Rechtfertigungszwang

Seit Jahren steht Island v.a. wegen der Finnwaljagd in der internationalen Kritik: Die USA prüfen derzeit Sanktionen, die EU veranlasste vergangenen September eine diplomatische Demarche, die isländische Tourismusbranche befürchtet Einbußen. „Was die Politik bisher nicht ausrichten konnte, regelt hoffentlich bald der schnöde Mammon: Für Loftsson wird es immer schwieriger, seine sturen Walfangaktivitäten vor den Aktionären zu rechtfertigen“, so Altherr abschließend.

 

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