Endlich auch Kritik an Norwegens und Islands Waljagd.

Portorož/München, 28. Oktober 2016. Am Donnerstagnachmittag forderte die Europäische Union auf der 66. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) ein Ende des kommerziellen Walfangs von Norwegen und Island. Die EU warnte, dass die beiden Länder seit Inkrafttreten des IWC-Moratoriums für kommerziellen Walfang bereits fast 15.000 Finn- und Zwergwale töteten. Auch sprach die EU die stark angestiegenen Exporte beider Länder nach Japan an. Beides, Fang und Handel, würden internationale Abkommen unterwandern. Auch die USA und Indien fanden deutliche Worte gegen den Walfang in Europa.

Am Mittwoch hatten Pro Wildlife, OceanCare und Animal Welfare Institute ihren gemeinsamen Bericht zu Norwegen vorgelegt, der zeigt, wie sich das Land still und leise zum weltgrößten Walfänger entwickelt hat. Auch legten die Organisationen Beweise vor, dass Norwegen und Island ihre eskalierenden Walfleischexporte über EU-Häfen abwickeln. „Der Walfang Norwegens und Islands findet nicht nur in europäischen Gewässern statt, die EU ist sogar unfreiwillig in die Walfleischexporte involviert“, erläutert Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Unsere Informationen haben dazu geführt, dass Norwegen und Island hier bei der IWC doch noch offen kritisiert werden – alles andere wäre angesichts des 30-jährigen Moratoriums auch ein Skandal gewesen.“

Die Diskussion war überfällig: Die Debatten der letzten Tage hatten sich fast ausschließlich mit Japans Walfang und Vorschlägen für die diesjährige IWC-Tagung beschäftigt. Norwegen und Island blieben bis heute verschont…

Weitere Informationen:

» Blog zur IWC 2016

» Hintergrundinformationen zu Islands Walfang (pdf)

» Hintergrundinformationen zu Norwegens Walfang (pdf)

» Bericht: „Frozen in time – how modern Norway clings to its whaling past“ (pdf)

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