Tierschützer kritisieren Gerichtsurteil

München, 4. Juni 2014. Am 7. Juni jährt sich der Tod der Elefantenkuh Mädi, der weltweit für Empörung sorgte: Sie ertrank, während der Schausteller René R. aus dem hessischen Friedberg von ihrem Körper aus Sprünge ins Wasser vorführte. Ein 45-minütiges Video dokumentiert den qualvollen Todeskampf. Der Vorstoß der örtlichen Behörden, dem Mann wegen mangelnder Zuverlässigkeit die Genehmigung zur Tierhaltung zu entziehen und dessen Alligator Action Farm in Ockstadt zu schließen, scheiterte jetzt endgültig vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Trotz zahlreicher Strafanzeigen wegen Tierquälerei, und obwohl die Behörden der Auffassung sind, dass die freilaufenden Alligatoren die Sicherheit und Gesundheit der Besucher gefährden, betreibt R. seine Krokodilshow weiter wie eh und je.

„Die Gerichtsentscheidung tritt den Tierschutz mit Füßen. Die 45-minütigen Aufnahmen von dem Todeskampf der Elefantenkuh, ihr Versuch wieder auf die Beine zu kommen, während René R. von dem ertrinkenden Tier Sprünge ins Wasser vollführt, anstatt ihm zu helfen, sprechen eine eindeutige Sprache. Besser dokumentiert als in diesem Fall kann  die Unzuverlässigkeit eines Tierhalters kaum sein“, so Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Trotzdem folgte das Gericht den Behauptungen von R.’s Anwälten, die Elefantenkuh sei gesund und in gutem Zustand gewesen, habe einen Schlaganfall erlitten und R. habe versucht eine „Herzdruckmassage“ durchzuführen.

„Das ist zynisch. Die Videoaufnahmen und Stellungnahmen von Tierärzten, Elefantenpflegern und anderen Experten sprechen eine ganz andere Sprache: Die Elefantenkuh war abgemagert, geschwächt, hatte sichtbar Schmerzen beim Gehen und einen gelähmten Rüssel. Sie hätte in ihrer schlechten Verfassung weder mit auf Tournee  gehen dürfen, noch in einen Badesee. Die Aufnahmen zeigen den elenden Todeskampf des Tieres, das aus der Seitenlage nicht mehr hoch kam und seinen gelähmten Rüssel nicht über Wasser halten konnte. Ich frage mich, ob das Gericht sich die Aufnahmen und Gutachten nicht angesehen hat, oder ob die zuständigen Behörden überhaupt alle Beweise vorgelegt haben“, so Freyer. Völlig unberücksichtigt ließ das Gericht in seiner Begründung zudem die Tatsache, dass René R. die Elefantenkuh ohne behördliche Genehmigungen außer Landes gebracht hatte sowie die Gefährdung der Besucher der Alligator Action Farm.

R. lässt über zwei Meter große Alligatoren frei herumlaufen und die Besucher, darunter kleine Kinder, dürfen die Reptilien anfassen. Besuchern wird sogar das Schwimmen mit Krokodilen angeboten. „Das ist verantwortungslos und gefährdet die Sicherheit und Gesundheit der Besucher“, so Freyer. Weil sogar kleine Tiere schwere Bissverletzungen verursachen können fordert ein Expertengutachten über die Mindestanforderungen zur Haltung von Krokodilen zwingend Absperrungen zwischen Tieren und Besuchern.

„Der Gerichtsbeschluss ist auch die Quittung dafür, dass die zuständigen Behörden des Wetteraukreises jahrelang weggeschaut haben und erst nach dem öffentlichen Aufschrei über Mädis qualvollen Tod bei der Familie R. ernsthaft aktiv wurden“, sagt Freyer. Pro Wildlife und andere Tierschutzorganisationen hatten seit langem Missstände in der Tierhaltung von René R. und im Universal Circus Renz kritisiert und vom Wetteraukreis Konsequenzen gefordert. Bei der Schaustellerfamilie R. starben innerhalb von zwei Jahren drei Elefanten. „Trotz zahlreicher Tierschutzskandale und trotz Insolvenz hält die Familie R. noch immer zwei Afrikanische Elefanten. Deren Gesundheitszustand hat seit Jahren kein unabhängiger Experte begutachtet. Die Wetterauer Veterinärbehörde sollte dies umgehend veranlassen, bevor es wieder einmal zu spät ist“, so Freyer.

Tierschützer kritisieren Gerichtsurteil

 

München, 4. Juni 2014. Am 7. Juni jährt sich der Tod der Elefantenkuh Mädi, der weltweit für Empörung sorgte: Sie ertrank, während der Schausteller René R. aus dem hessischen Friedberg von ihrem Körper aus Sprünge ins Wasser vorführte. Ein 45-minütiges Video dokumentiert den qualvollen Todeskampf. Der Vorstoß der örtlichen Behörden, dem Mann wegen mangelnder Zuverlässigkeit die Genehmigung zur Tierhaltung zu entziehen und dessen Alligator Action Farm in Ockstadt zu schließen, scheiterte jetzt endgültig vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Trotz zahlreicher Strafanzeigen wegen Tierquälerei, und obwohl die Behörden der Auffassung sind, dass die freilaufenden Alligatoren die Sicherheit und Gesundheit der Besucher gefährden, betreibt R. seine Krokodilshow weiter wie eh und je.

„Die Gerichtsentscheidung tritt den Tierschutz mit Füßen. Die 45-minütigen Aufnahmen von dem Todeskampf der Elefantenkuh, ihr Versuch wieder auf die Beine zu kommen, während René R. von dem ertrinkenden Tier Sprünge ins Wasser vollführt, anstatt ihm zu helfen, sprechen eine eindeutige Sprache. Besser dokumentiert als in diesem Fall kann  die Unzuverlässigkeit eines Tierhalters kaum sein“, so Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Trotzdem folgte das Gericht den Behauptungen von R.’s Anwälten, die Elefantenkuh sei gesund und in gutem Zustand gewesen, habe einen Schlaganfall erlitten und R. habe versucht eine „Herzdruckmassage“ durchzuführen.

„Das ist zynisch. Die Videoaufnahmen und Stellungnahmen von Tierärzten, Elefantenpflegern und anderen Experten sprechen eine ganz andere Sprache: Die Elefantenkuh war abgemagert, geschwächt, hatte sichtbar Schmerzen beim Gehen und einen gelähmten Rüssel. Sie hätte in ihrer schlechten Verfassung weder mit auf Tournee  gehen dürfen, noch in einen Badesee. Die Aufnahmen zeigen den elenden Todeskampf des Tieres, das aus der Seitenlage nicht mehr hoch kam und seinen gelähmten Rüssel nicht über Wasser halten konnte. Ich frage mich, ob das Gericht sich die Aufnahmen und Gutachten nicht angesehen hat, oder ob die zuständigen Behörden überhaupt alle Beweise vorgelegt haben“, so Freyer. Völlig unberücksichtigt ließ das Gericht in seiner Begründung zudem die Tatsache, dass René R. die Elefantenkuh ohne behördliche Genehmigungen außer Landes gebracht hatte sowie die Gefährdung der Besucher der Alligator Action Farm.

R. lässt über zwei Meter große Alligatoren frei herumlaufen und die Besucher, darunter kleine Kinder, dürfen die Reptilien anfassen. Besuchern wird sogar das Schwimmen mit Krokodilen angeboten. „Das ist verantwortungslos und gefährdet die Sicherheit und Gesundheit der Besucher“, so Freyer. Weil sogar kleine Tiere schwere Bissverletzungen verursachen können fordert ein Expertengutachten über die Mindestanforderungen zur Haltung von Krokodilen zwingend Absperrungen zwischen Tieren und Besuchern.

„Der Gerichtsbeschluss ist auch die Quittung dafür, dass die zuständigen Behörden des Wetteraukreises jahrelang weggeschaut haben und erst nach dem öffentlichen Aufschrei über Mädis qualvollen Tod bei der Familie R. ernsthaft aktiv wurden“, sagt Freyer. Pro Wildlife und andere Tierschutzorganisationen hatten seit langem Missstände in der Tierhaltung von René R. und im Universal Circus Renz kritisiert und vom Wetteraukreis Konsequenzen gefordert. Bei der Schaustellerfamilie R. starben innerhalb von zwei Jahren drei Elefanten. „Trotz zahlreicher Tierschutzskandale und trotz Insolvenz hält die Familie R. noch immer zwei Afrikanische Elefanten. Deren Gesundheitszustand hat seit Jahren kein unabhängiger Experte begutachtet. Die Wetterauer Veterinärbehörde sollte dies umgehend veranlassen, bevor es wieder einmal zu spät ist“, so Freyer.

Diesen Beitrag teilen