1500 Stoßzähne in Malaysia beschlagnahmt

München, 12. Dezember 2012. 1500 Elefantenstoßzähne haben malaysische Zollbehörden am Dienstag beschlagnahmt –  einer der bislang größten Elfenbeinaufgriffe weltweit. Mit diesem Negativ-Rekord geht eines der schlimmsten Jahre für Elefanten seit dem Höhepunkt der Wilderei-Krise in den siebziger Jahren zu Ende. Schätzungen von Pro Wildlife zufolge werden derzeit jährlich über 30.000 Elefanten Opfer von Wilderern.

Malaysia: 1500 Stoßzähne bei einem einzigen Aufgriff

Die in Containern mit Tropenholz versteckten Stoßzähne wurden aus dem westafrikanischen Togo über Spanien nach Malaysia verschifft und waren für den chinesischen Markt bestimmt. „Mehr als 750 Elefanten haben Wilderer allein für diese Lieferung abgeschlachtet –  das sind viele, viele Herden. Vermutlich haben die Massaker in Zentral- oder Ostafrika stattgefunden, denn in Togo selbst leben fast keine Elefanten. Das Land ist aber ein beliebter Umschlagplatz für illegale Wildtierprodukte“, sagt Daniela Freyer, Elefantenexpertin von Pro Wildlife. Pro Wildlifes Partnerorganisation LAGA hat deshalb gerade ein Projekt in Togo gestartet, mit dem Artenschutzkriminalität zukünftig besser geahndet werden soll. Auf dem chinesischen Markt hätten die Stoßzähne etwa 15 Millionen Euro erzielt. „1989 wurde der Handel mit Elfenbein verboten. Doch seither gab es zwei Ausnahmegenehmigungen. 2008 wurde legales Elfenbein nach China importiert. Das hat den Schwarzhandel dort angeheizt und die Wilderei in Afrika befeuert“, sagt Daniela Freyer. „Elfenbein gilt in Asien mittlerweile als Anlageobjekt. In Afrika werden Bürgerkriege damit finanziert. Nur ein umfassendes Verbot und konsequente Strafen für Elfenbeinschmuggler können den blutigen Handel stoppen“.

CITES stellt die Weichen

Der Elfenbeinhandel steht derzeit auch auf der politischen Agenda: Trotz der Eskalation der Wilderei soll auf der 16. Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) kommenden März über einen „Entscheidungsmechanismus“ für die Freigabe zukünftiger Elfenbeinverkäufe entschieden werden. Zudem hat Tansania beantragt, den Schutz seiner Elefanten zu lockern und 101 Tonnen Elfenbein zu verkaufen. „Tansania ist bereits jetzt eines der Zentren von Wilderei und illegalem Elfenbeinexport. Nicht auszudenken, wie es mit den Elefanten weitergeht, wenn Tansania nun legales Elfenbein auf den Markt werfen darf“, warnt Freyer.

Erst im November 2012 wurden in Hong Kong 1330 Kilo Elfenbein aus Tansania aufgegriffen. Im August wurde in Vietnam eine aus Mosambik stammende Lieferung mit 2400 Kilo Elfenbein beschlagnahmt, im Mai 1500 Kilo aus Kenia in Sri Lanka. Der Fund am Dienstag in Malaysia von 1500 Stoßzähnen mit einem noch unbekannten Gewicht von vielen Tonnen übertrifft diese großen Schmuggelsendungen bei weitem.

Die Elfenbeinwilderei halbierte Afrikas Elefantenbestände zwischen 1979 und 1989 von etwa 1,2 Millionen auf 600.000. Nachdem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen 1989 ein Verbot des internationalen Elfenbeinhandels beschlossen hatte, ging die Wilderei deutlich zurück. Doch bereits acht Jahre später genehmigte das WA den Abverkauf von 50 Tonnen Elfenbein aus dem südlichen Afrika nach Japan. Im Jahr 2008 wurden erneut 108 Tonnen nach Japan und diesmal auch nach China verkauft. In China ist seither der illegale Handel mit Stoßzähnen dramatisch angestiegen, weil eine Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Elfenbein nicht möglich ist.

1500 Stoßzähne in Malaysia beschlagnahmt

 

München, 12. Dezember 2012. 1500 Elefantenstoßzähne haben malaysische Zollbehörden am Dienstag beschlagnahmt –  einer der bislang größten Elfenbeinaufgriffe weltweit. Mit diesem Negativ-Rekord geht eines der schlimmsten Jahre für Elefanten seit dem Höhepunkt der Wilderei-Krise in den siebziger Jahren zu Ende. Schätzungen von Pro Wildlife zufolge werden derzeit jährlich über 30.000 Elefanten Opfer von Wilderern.

 

Malaysia: 1500 Stoßzähne bei einem einzigen Aufgriff

Die in Containern mit Tropenholz versteckten Stoßzähne wurden aus dem westafrikanischen Togo über Spanien nach Malaysia verschifft und waren für den chinesischen Markt bestimmt. „Mehr als 750 Elefanten haben Wilderer allein für diese Lieferung abgeschlachtet –  das sind viele, viele Herden. Vermutlich haben die Massaker in Zentral- oder Ostafrika stattgefunden, denn in Togo selbst leben fast keine Elefanten. Das Land ist aber ein beliebter Umschlagplatz für illegale Wildtierprodukte“, sagt Daniela Freyer, Elefantenexpertin von Pro Wildlife. Pro Wildlifes Partnerorganisation LAGA hat deshalb gerade ein Projekt in Togo gestartet, mit dem Artenschutzkriminalität zukünftig besser geahndet werden soll. Auf dem chinesischen Markt hätten die Stoßzähne etwa 15 Millionen Euro erzielt. „1989 wurde der Handel mit Elfenbein verboten. Doch seither gab es zwei Ausnahmegenehmigungen. 2008 wurde legales Elfenbein nach China importiert. Das hat den Schwarzhandel dort angeheizt und die Wilderei in Afrika befeuert“, sagt Daniela Freyer. „Elfenbein gilt in Asien mittlerweile als Anlageobjekt. In Afrika werden Bürgerkriege damit finanziert. Nur ein umfassendes Verbot und konsequente Strafen für Elfenbeinschmuggler können den blutigen Handel stoppen“.

 

CITES stellt die Weichen

Der Elfenbeinhandel steht derzeit auch auf der politischen Agenda: Trotz der Eskalation der Wilderei soll auf der 16. Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) kommenden März über einen „Entscheidungsmechanismus“ für die Freigabe zukünftiger Elfenbeinverkäufe entschieden werden. Zudem hat Tansania beantragt, den Schutz seiner Elefanten zu lockern und 101 Tonnen Elfenbein zu verkaufen. „Tansania ist bereits jetzt eines der Zentren von Wilderei und illegalem Elfenbeinexport. Nicht auszudenken, wie es mit den Elefanten weitergeht, wenn Tansania nun legales Elfenbein auf den Markt werfen darf“, warnt Freyer.

Erst im November 2012 wurden in Hong Kong 1330 Kilo Elfenbein aus Tansania aufgegriffen. Im August wurde in Vietnam eine aus Mosambik stammende Lieferung mit 2400 Kilo Elfenbein beschlagnahmt, im Mai 1500 Kilo aus Kenia in Sri Lanka. Der Fund am Dienstag in Malaysia von 1500 Stoßzähnen mit einem noch unbekannten Gewicht von vielen Tonnen übertrifft diese großen Schmuggelsendungen bei weitem.

Die Elfenbeinwilderei halbierte Afrikas Elefantenbestände zwischen 1979 und 1989 von etwa 1,2 Millionen auf 600.000. Nachdem das Washingtoner Artenschutzübereinkommen 1989 ein Verbot des internationalen Elfenbeinhandels beschlossen hatte, ging die Wilderei deutlich zurück. Doch bereits acht Jahre später genehmigte das WA den Abverkauf von 50 Tonnen Elfenbein aus dem südlichen Afrika nach Japan. Im Jahr 2008 wurden erneut 108 Tonnen nach Japan und diesmal auch nach China verkauft. In China ist seither der illegale Handel mit Stoßzähnen dramatisch angestiegen, weil eine Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Elfenbein nicht möglich ist.

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