Länder müssen entschiedener gegen Elfenbeinschmuggel vorgehen.

Genf/München, 12. Januar 2016. Mehr als 500 Delegierte und Verbände diskutieren vom 11. bis 15. Januar auf einer Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. Cites) über den legalen und illegalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Im Mittelpunkt der Beratungen am Dienstag stehen Maßnahmen, um Elefantenwilderei und Elfenbeinschmuggel zu verhindern. Acht Staaten in Afrika und Asien, die dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, bleiben unter Beobachtung. Nationale Aktionspläne sollen die Zahl der gewilderten Elefanten und den Elfenbeinschmuggel nachhaltig senken. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife kritisiert, dass diese Pläne nicht transparent und verbindlich sind.

Verhandlungen stellen die Weichen für Vollversammlung im Herbst

Zehntausende Elefanten werden jedes Jahr für den Elfenbeinhandel gewildert. Als Schlüsselländer für den Elfenbeinschmuggel hat die Staatengemeinschaft acht Staaten in Afrika und Asien identifiziert: Tansania, Kenia, Uganda, China, Thailand, Vietnam, Malaysia und die Philippinen. Diese sowie elf weitere Länder sind aufgefordert, Aktionspläne gegen Wilderei und illegalen Elfenbeinhandel auszuarbeiten und umzusetzen. Bei Nichterfüllung drohen Handelssanktionen. Auf der Vollversammlung der Artenschutzkonferenz in Südafrika vom 24. September bis zum 5.Oktober 2016 soll über Fortschritte beraten werden. Eine Forderung der EU, bereits jetzt konkrete Schritte von einzelnen Ländern einzufordern, wurde vertagt. Pro Wildlife kritisiert, dass die Aktionspläne bislang unter Verschluss gehalten werden und ihre Umsetzung nicht von externen Stellen kontrolliert werden kann. „Die Länder dürfen selbst festsetzen, welche Ziele sie sich stecken und sogar selbst beurteilen, ob sie diese erfüllen. Um die Wildereikrise zu beenden, genügt keine freiwillige Selbstkontrolle. Rechenschaftsberichte müssen öffentlich gemacht und unabhängig beurteilt werden“, fordert die Biologin Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Grauer Markt in den Absatzmärkten

Die wichtigsten Absatzmärkte für gewildertes Elfenbein liegen in Ostasien. China hatte Ende 2015 angekündigt, den Elfenbeinhandel weitgehend zu schließen – konkrete Zeitpläne liegen bisher allerdings nicht vor. „China, Hongkong und Thailand behaupten, dass sie ihre selbst gesteckten Ziele zur Verbesserung von Gesetzen, Kontrollen und Aufklärung umgesetzt haben – China zu 93 Prozent,  Hongkong und Thailand zu 100 Prozent“, sagt Freyer. „Artenschützer widersprechen: Wir beobachten, dass Stoßzähne von in Afrika gewilderten Elefanten in diesen Ländern nach wie vor als „legal erworbenes“ Elfenbein deklariert und in den legalen Handel eingeschleust werden“. Der internationale Elfenbeinhandel ist seit 1989 durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen verboten: Doch eine Ausnahmegenehmigung für den Verkauf von Elfenbein nach China und Japan im Jahr 2007, Gesetzeslücken sowie ein reger „legaler“ Handel in asiatischen Absatzmärkten haben dazu geführt, dass Elfenbein Zehntausender gewilderter Elefanten eingeschleust wurde.

Tansania: Über 60 000 gewilderte Elefanten in fünf Jahren

Pro Wildlife fordert, insbesondere das ostafrikanische Land Tansania weiterhin zu beobachten: Wissenschaftler haben anhand von DNA-Untersuchungen gezeigt, dass 78 Prozent der großen Elfenbeinaufgriffe in anderen Ländern aus Tansania stammen. Über 60.000 Elefanten sollen dort in nur fünf Jahren gewildert worden sein. Auf der Artenschutzkonferenz vorgelegte Analysen bestätigen zudem, dass der Elfenbeinschmuggel von 2007 bis 2013 kontinuierlich angestiegen ist. Für die beiden letzten Jahre liegen noch keine aussagekräftigen Daten vor.

Debatte über zukünftigen Elfenbeinhandel ausgesetzt

Afrikanische Staaten, die EU und zahlreiche Artenschutzorganisationen setzten sich zudem mit Erfolg dafür ein, dass der Ständige Ausschuss die fortdauernden Diskussionen über eine zukünftige Legalisierung des Elfenbeinhandels angesichts der Wildereikrise einstellt. Auch hier hat die Artenschutzkonferenz im September das letzte Wort.

Länder müssen entschiedener gegen Elfenbeinschmuggel vorgehen

Genf/München, 12. Januar 2016. Mehr als 500 Delegierte und Verbände diskutieren vom 11. bis 15. Januar auf einer Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. Cites) über den legalen und illegalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Im Mittelpunkt der Beratungen am Dienstag stehen Maßnahmen, um Elefantenwilderei und Elfenbeinschmuggel zu verhindern. Acht Staaten in Afrika und Asien, die dabei eine Schlüsselrolle einnehmen, bleiben unter Beobachtung. Nationale Aktionspläne sollen die Zahl der gewilderten Elefanten und den Elfenbeinschmuggel nachhaltig senken. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife kritisiert, dass diese Pläne nicht transparent und verbindlich sind.

Verhandlungen stellen die Weichen für Vollversammlung im Herbst

Zehntausende Elefanten werden jedes Jahr für den Elfenbeinhandel gewildert. Als Schlüsselländer für den Elfenbeinschmuggel hat die Staatengemeinschaft acht Staaten in Afrika und Asien identifiziert: Tansania, Kenia, Uganda, China, Thailand, Vietnam, Malaysia und die Philippinen. Diese sowie elf weitere Länder sind aufgefordert, Aktionspläne gegen Wilderei und illegalen Elfenbeinhandel auszuarbeiten und umzusetzen. Bei Nichterfüllung drohen Handelssanktionen. Auf der Vollversammlung der Artenschutzkonferenz in Südafrika vom 24. September bis zum 5.Oktober 2016 soll über Fortschritte beraten werden. Eine Forderung der EU, bereits jetzt konkrete Schritte von einzelnen Ländern einzufordern, wurde vertagt. Pro Wildlife kritisiert, dass die Aktionspläne bislang unter Verschluss gehalten werden und ihre Umsetzung nicht von externen Stellen kontrolliert werden kann. „Die Länder dürfen selbst festsetzen, welche Ziele sie sich stecken und sogar selbst beurteilen, ob sie diese erfüllen. Um die Wildereikrise zu beenden, genügt keine freiwillige Selbstkontrolle. Rechenschaftsberichte müssen öffentlich gemacht und unabhängig beurteilt werden“, fordert die Biologin Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Grauer Markt in den Absatzmärkten

Die wichtigsten Absatzmärkte für gewildertes Elfenbein liegen in Ostasien. China hatte Ende 2015 angekündigt, den Elfenbeinhandel weitgehend zu schließen – konkrete Zeitpläne liegen bisher allerdings nicht vor. „China, Hongkong und Thailand behaupten, dass sie ihre selbst gesteckten Ziele zur Verbesserung von Gesetzen, Kontrollen und Aufklärung umgesetzt haben – China zu 93 Prozent,  Hongkong und Thailand zu 100 Prozent“, sagt Freyer. „Artenschützer widersprechen: Wir beobachten, dass Stoßzähne von in Afrika gewilderten Elefanten in diesen Ländern nach wie vor als „legal erworbenes“ Elfenbein deklariert und in den legalen Handel eingeschleust werden“. Der internationale Elfenbeinhandel ist seit 1989 durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen verboten: Doch eine Ausnahmegenehmigung für den Verkauf von Elfenbein nach China und Japan im Jahr 2007, Gesetzeslücken sowie ein reger „legaler“ Handel in asiatischen Absatzmärkten haben dazu geführt, dass Elfenbein Zehntausender gewilderter Elefanten eingeschleust wurde.

Tansania: Über 60 000 gewilderte Elefanten in fünf Jahren

Pro Wildlife fordert, insbesondere das ostafrikanische Land Tansania weiterhin zu beobachten: Wissenschaftler haben anhand von DNA-Untersuchungen gezeigt, dass 78 Prozent der großen Elfenbeinaufgriffe in anderen Ländern aus Tansania stammen. Über 60.000 Elefanten sollen dort in nur fünf Jahren gewildert worden sein. Auf der Artenschutzkonferenz vorgelegte Analysen bestätigen zudem, dass der Elfenbeinschmuggel von 2007 bis 2013 kontinuierlich angestiegen ist. Für die beiden letzten Jahre liegen noch keine aussagekräftigen Daten vor.

Debatte über zukünftigen Elfenbeinhandel ausgesetzt

Afrikanische Staaten, die EU und zahlreiche Artenschutzorganisationen setzten sich zudem mit Erfolg dafür ein, dass der Ständige Ausschuss die fortdauernden Diskussionen über eine zukünftige Legalisierung des Elfenbeinhandels angesichts der Wildereikrise einstellt. Auch hier hat die Artenschutzkonferenz im September das letzte Wort.

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