Artenschützer begrüßen Absage an Elfenbeinhandel

München/Berlin, 3. Juli 2014. Die Koalitionsfraktionen und Bündnis 90/Die Grünen wollen angesichts der gegenwärtigen Wilderei-Krise keine weitere Freigabe des Handels mit Elfenbein. Auch der Handel mit Nashorn soll verhindert werden, heißt es in einem Antrag, über den der Bundestag in der Nacht zum Freitag abstimmt. Zudem soll die Bundesregierung durch verstärkte internationale Zusammenarbeit gegen illegalen Wildtierhandel und Wilderei vorgehen.

„Wir begrüßen diese eindeutige Absage an den Handel mit Nashorn und Elfenbein“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Wenn wir das Überleben der Elefanten sichern wollen, darf Elfenbein nie mehr Handelsware sein“. Vor einigen Jahren hatte die damalige Bundesregierung noch mit ausgehandelt, dass vier südafrikanische Staaten Elfenbein nach China und Japan verkaufen dürfen.

Artenschutzorganisationen schätzen anhand der Rekordmengen beschlagnahmten Elfenbeins, dass derzeit 30.000 bis 50.000 Elefanten pro Jahr gewildert werden. Der Gesamtbestand in Afrika wird auf 420.000 bis 650.000 Tiere geschätzt. Einem Bericht von UNEP und INTERPOL zufolge verdienen kriminelle Netzwerke in Zentralafrika mit dem illegalen Elfenbeinhandel jährlich etwa zwischen drei und neun Millionen Euro.

Vom 7. bis 11. Juli berät auch der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) in Genf über den Schutz von Elefanten, Nashörnern und anderen bedrohten Arten.  Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der eklatante Anstieg von Wilderei und illegalem Elfenbeinhandel sowie Vorschläge staatliche Elfenbeinvorräte zu zerstören und gesetzliche Schlupflöcher zu schließen. Diskutiert wird zudem, wie legale Binnenmärkte in asiatischen und afrikanischen Ländern den illegalen Handel befeuern. Pro Wildlife kritisiert, dass trotz der akuten Wildereikrise auch über die Modalitäten für einen zukünftigen Elfenbeinhandel debattiert werden soll. „Das ist absolut kontraproduktiv“, sagt Freyer. „Wenn die  Bundesregierung den Elefantenschutz ernst nimmt, darf sie sich auf diese Debatte nicht einlassen.“

EU exportiert Elfenbein nach China

Die Artenschützer warnen, dass auch in der EU der Elfenbeinhandel zunimmt. Die EU ist der größte Exporteur von angeblich antikem Elfenbein und beliefert vor allem China und Hongkong. Allein Belgien hat im vergangenen Jahr den Export von fast 500 Stoßzähnen bewilligt. Auch in Deutschland und anderen EU Ländern werden immer mehr Genehmigungen zum Export von Elfenbein ausgestellt. Hierbei soll es sich um sogenannten „Vorerwerb“ handeln, also Elfenbein das angeblich vor 1976 gekauft wurde, bevor der Handel mit afrikanischem Elfenbein erstmals durch CITES geregelt wurde. Unternehmen mit Sitz in Deutschland und den Niederlanden werben offen damit, solches Elfenbein aufzukaufen und zu exportieren – mit angeblich legalen Genehmigungen. „Wir fordern die EU auf, diesen Handel umgehend zu verbieten. Statt den internationalen Elfenbein-Markt weiter zu schüren, muss sie ihn eindämmen“, so Freyer. „Den vielen Absichtserklärungen müssen endlich entsprechende Taten folgen“. Deutschland und die EU haben bereits vor Monaten eine Erklärung unterzeichnet, die eine Reduzierung von Angebot und Nachfrage und die Zerstörung von Elfenbeinlagerbeständen fordert.

Der legale und illegale Elfenbeinhandel gehen Hand in Hand. Frisches Elfenbein ist von altem praktisch nicht zu unterscheiden. Für kriminelle Händler ist es leicht, gewildertes Elfenbein mit Hilfe von Gesetzeslücken in den legalen Handel zu schleusen und Dokumente für altes Elfenbein wieder zu verwenden. Auch die USA waren bisher einer der Haupt-Exporteure und Importeure von angeblich altem Elfenbein. Um diesen Handel zu stoppen haben sie Gesetzeslücken geschlossen und die staatlichen Elfenbeinbestände zerstört.

 

Link zum Originaltext des Antrags:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/019/1801951.pdf

 

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Artenschützer begrüßen Absage an Elfenbeinhandel

 

München/Berlin, 3. Juli 2014. Die Koalitionsfraktionen und Bündnis 90/Die Grünen wollen angesichts der gegenwärtigen Wilderei-Krise keine weitere Freigabe des Handels mit Elfenbein. Auch der Handel mit Nashorn soll verhindert werden, heißt es in einem Antrag, über den der Bundestag in der Nacht zum Freitag abstimmt. Zudem soll die Bundesregierung durch verstärkte internationale Zusammenarbeit gegen illegalen Wildtierhandel und Wilderei vorgehen.

„Wir begrüßen diese eindeutige Absage an den Handel mit Nashorn und Elfenbein“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Wenn wir das Überleben der Elefanten sichern wollen, darf Elfenbein nie mehr Handelsware sein“. Vor einigen Jahren hatte die damalige Bundesregierung noch mit ausgehandelt, dass vier südafrikanische Staaten Elfenbein nach China und Japan verkaufen dürfen.

Artenschutzorganisationen schätzen anhand der Rekordmengen beschlagnahmten Elfenbeins, dass derzeit 30.000 bis 50.000 Elefanten pro Jahr gewildert werden. Der Gesamtbestand in Afrika wird auf 420.000 bis 650.000 Tiere geschätzt. Einem Bericht von UNEP und INTERPOL zufolge verdienen kriminelle Netzwerke in Zentralafrika mit dem illegalen Elfenbeinhandel jährlich etwa zwischen drei und neun Millionen Euro.

Vom 7. bis 11. Juli berät auch der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) in Genf über den Schutz von Elefanten, Nashörnern und anderen bedrohten Arten.  Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der eklatante Anstieg von Wilderei und illegalem Elfenbeinhandel sowie Vorschläge staatliche Elfenbeinvorräte zu zerstören und gesetzliche Schlupflöcher zu schließen. Diskutiert wird zudem, wie legale Binnenmärkte in asiatischen und afrikanischen Ländern den illegalen Handel befeuern. Pro Wildlife kritisiert, dass trotz der akuten Wildereikrise auch über die Modalitäten für einen zukünftigen Elfenbeinhandel debattiert werden soll. „Das ist absolut kontraproduktiv“, sagt Freyer. „Wenn die  Bundesregierung den Elefantenschutz ernst nimmt, darf sie sich auf diese Debatte nicht einlassen.“

 

EU exportiert Elfenbein nach China

Die Artenschützer warnen, dass auch in der EU der Elfenbeinhandel zunimmt. Die EU ist der größte Exporteur von angeblich antikem Elfenbein und beliefert vor allem China und Hongkong. Allein Belgien hat im vergangenen Jahr den Export von fast 500 Stoßzähnen bewilligt. Auch in Deutschland und anderen EU Ländern werden immer mehr Genehmigungen zum Export von Elfenbein ausgestellt. Hierbei soll es sich um sogenannten „Vorerwerb“ handeln, also Elfenbein das angeblich vor 1976 gekauft wurde, bevor der Handel mit afrikanischem Elfenbein erstmals durch CITES geregelt wurde. Unternehmen mit Sitz in Deutschland und den Niederlanden werben offen damit, solches Elfenbein aufzukaufen und zu exportieren – mit angeblich legalen Genehmigungen. „Wir fordern die EU auf, diesen Handel umgehend zu verbieten. Statt den internationalen Elfenbein-Markt weiter zu schüren, muss sie ihn eindämmen“, so Freyer. „Den vielen Absichtserklärungen müssen endlich entsprechende Taten folgen“. Deutschland und die EU haben bereits vor Monaten eine Erklärung unterzeichnet, die eine Reduzierung von Angebot und Nachfrage und die Zerstörung von Elfenbeinlagerbeständen fordert.

Der legale und illegale Elfenbeinhandel gehen Hand in Hand. Frisches Elfenbein ist von altem praktisch nicht zu unterscheiden. Für kriminelle Händler ist es leicht, gewildertes Elfenbein mit Hilfe von Gesetzeslücken in den legalen Handel zu schleusen und Dokumente für altes Elfenbein wieder zu verwenden. Auch die USA waren bisher einer der Haupt-Exporteure und Importeure von angeblich altem Elfenbein. Um diesen Handel zu stoppen haben sie Gesetzeslücken geschlossen und die staatlichen Elfenbeinbestände zerstört.

 

Link zum Originaltext des Antrags:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/019/1801951.pdf

 

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