Pro Wildlife erstattet Strafanzeige gegen Schausteller

München, 27 Juni 2013. Der Tod des Zirkuselefanten Mädi in einem See in Estland hat ein juristisches Nachspiel. „Mädi könnte noch am Leben sein. Der Schausteller ging mit dem Elefanten völlig verantwortungslos um. Anstatt Hilfe zu holen und Mädis Kopf über die Wasseroberfläche zu bringen, damit sie Luft bekommt, trampelte er für seine Badeshow auf ihr herum“, sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife. Die Tier- und Artenschutzorganisation hatte den Fall aufgedeckt und erstattet Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Auch die Behörden in Estland ermitteln wegen Tierquälerei.

Experten: Mädi ist ertrunken

Elefant Mädi war am 7. Juni in der estnischen Stadt Narva in einem See gestorben. Gegenüber der Presse stellte der Schausteller René R. den Tod von Mädi als tragisches Unglück dar, Mädi habe einen Herzinfarkt erlitten. Doch 47-minütige Videoaufnahmen von Mädis Tod aus Estland legen andere Schlussfolgerungen nahe: Elefantenexperten, denen Pro Wildlife das Video zur Analyse vorgelegt hat, bestätigten, dass Mädi keine Luft bekam, weil Mund und Rüssel unter dem Wasser lagen. „Mädis Rüssel war bekanntermaßen gelähmt, deshalb konnte sie ihn nicht aus dem Wasser heben. Gleichzeitig war sie zu schwach, um wieder auf die Beine zu kommen. Anstatt rechtzeitig Hilfe zu leisten, sprang R. auf Mädi herum, während sie längst um ihr Leben kämpfte“ so Daniela Freyer. Laut Expertenaussagen starb die Elefantenkuh durch Ertrinken in Verbindung mit Kreislaufschwäche. Erst als Mädi bereits fast bewegungslos im Wasser lag, hielt R. ihren Rüssel über die Wasseroberfläche. Auch dann konnte sie aber keine Luft holen, weil der Rüssel voll Wasser war. Dass R. während des Todeskampfes Hilfe holte, ist auf dem Video nicht zu erkennen. Die estnischen Behörden hatten das tote Tier ohne vorherige Obduktion vergraben lassen.

 

Mädi war in schlechter gesundheitlicher Verfassung

Auf Videoaufnahmen aus Mädis letzten Lebenswochen ist zu sehen, dass sie stark abgemagert war. Sie bewegte sich nur langsam und vorsichtig. Offensichtlich hatte sie erhebliche Schmerzen beim Gehen. Auf der Haut sind zahlreiche Verletzungen und Narben erkennbar – vermutlich Zeichen von Misshandlungen. Die lebenslange Haltung im Zirkus, die belastenden Transporte und die Rüssellähmung, die sie beim Essen und Trinken behinderten, hatten sie erkennbar körperlich stark beansprucht. „R. hätte Mädi in ihrer schlechten körperlichen Verfassung niemals nach Estland bringen und im Zirkus sowie unzähligen weiteren Veranstaltungen vorführen dürfen. Sie hätte dringend Schonung und stationäre tiermedizinische Behandlung gebraucht“, so Freyers Kritik.

 

Wem gehörte Mädi?

Pro Wildlife fordert, den Verantwortlichen die Genehmigung zur gewerblichen Tierhaltung zu entziehen. Ungeklärt ist bisher, wem Mädi zuletzt überhaupt gehörte und wie sie in die Hände der Familie R. gelangte. Auf Videos und Fotos aus Estland ist erkennbar, dass auch der Sohn (René R. Junior) mit auf Tournee war. René R. Senior und Junior führen im hessischen Friedberg eine Reptilienshow. „Eine Genehmigung zur Elefantenhaltung haben sie offenbar nicht“, sagt Freyer. Daniel R. betreibt auf demselben Gelände den Circus Universal Renz und hält unter anderem Elefanten. Er hatte gegenüber der Presse erklärt, er habe mit der Angelegenheit nichts zu tun. Allerdings hatte Mädis Vorbesitzer, die Zirkusfamilie Weisheit, gegenüber den zuständigen Veterinärbehörden angegeben, sie würde bei der Familie R. zusammen mit anderen Elefanten gehalten. Angeblich hätte hierdurch die bisherige tierquälerische Einzelhaltung beendet werden sollen.

 

Diskussion um Wildtiere im Zirkus

„Der Tod von Mädi zeigt, wie sich Zirkusbetreiber den gesetzlichen Vorgaben und Bestimmungen entziehen und wie überfordert die Behörden mit der Kontrolle der Haltungsbedingungen sind“, sagt Freyer. „Die Bundesregierung muss die Haltung von Wildtieren endlich verbieten, um die systematische Tierquälerei in der Manege endlich zu beenden.“ Bereits 15 europäische Länder verbieten die Haltung von Wildtieren in Zirkussen ganz oder teilweise. Bereits zweimal hatte sich der Bundesrat einstimmig für ein Wildtierverbot in der Manege ausgesprochen. Die Bundesregierung hat sich bisher geweigert, dies umzusetzen.

Pro Wildlife nimmt den Fall Mädi zum Anlass, um an die Unionsfraktion zu appellieren, ihre Blockade gegen ein Wildtierverbot im Zirkus endlich aufzugeben.

 

>> Protestaktion an die CDU/CSU

Pro Wildlife erstattet Strafanzeige gegen Schausteller

 

München, 27 Juni 2013. Der Tod des Zirkuselefanten Mädi in einem See in Estland hat ein juristisches Nachspiel. „Mädi könnte noch am Leben sein. Der Schausteller ging mit dem Elefanten völlig verantwortungslos um. Anstatt Hilfe zu holen und Mädis Kopf über die Wasseroberfläche zu bringen, damit sie Luft bekommt, trampelte er für seine Badeshow auf ihr herum“, sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife. Die Tier- und Artenschutzorganisation hatte den Fall aufgedeckt und erstattet Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Auch die Behörden in Estland ermitteln wegen Tierquälerei.

 

Experten: Mädi ist ertrunken

Elefant Mädi war am 7. Juni in der estnischen Stadt Narva in einem See gestorben. Gegenüber der Presse stellte der Schausteller René R. den Tod von Mädi als tragisches Unglück dar, Mädi habe einen Herzinfarkt erlitten. Doch 47-minütige Videoaufnahmen von Mädis Tod aus Estland legen andere Schlussfolgerungen nahe: Elefantenexperten, denen Pro Wildlife das Video zur Analyse vorgelegt hat, bestätigten, dass Mädi keine Luft bekam, weil Mund und Rüssel unter dem Wasser lagen. „Mädis Rüssel war bekanntermaßen gelähmt, deshalb konnte sie ihn nicht aus dem Wasser heben. Gleichzeitig war sie zu schwach, um wieder auf die Beine zu kommen. Anstatt rechtzeitig Hilfe zu leisten, sprang R. auf Mädi herum, während sie längst um ihr Leben kämpfte“ so Daniela Freyer. Laut Expertenaussagen starb die Elefantenkuh durch Ertrinken in Verbindung mit Kreislaufschwäche. Erst als Mädi bereits fast bewegungslos im Wasser lag, hielt R. ihren Rüssel über die Wasseroberfläche. Auch dann konnte sie aber keine Luft holen, weil der Rüssel voll Wasser war. Dass R. während des Todeskampfes Hilfe holte, ist auf dem Video nicht zu erkennen. Die estnischen Behörden hatten das tote Tier ohne vorherige Obduktion vergraben lassen.

 

Mädi war in schlechter gesundheitlicher Verfassung

Auf Videoaufnahmen aus Mädis letzten Lebenswochen ist zu sehen, dass sie stark abgemagert war. Sie bewegte sich nur langsam und vorsichtig. Offensichtlich hatte sie erhebliche Schmerzen beim Gehen. Auf der Haut sind zahlreiche Verletzungen und Narben erkennbar – vermutlich Zeichen von Misshandlungen. Die lebenslange Haltung im Zirkus, die belastenden Transporte und die Rüssellähmung, die sie beim Essen und Trinken behinderten, hatten sie erkennbar körperlich stark beansprucht. „R. hätte Mädi in ihrer schlechten körperlichen Verfassung niemals nach Estland bringen und im Zirkus sowie unzähligen weiteren Veranstaltungen vorführen dürfen. Sie hätte dringend Schonung und stationäre tiermedizinische Behandlung gebraucht“, so Freyers Kritik.

 

Wem gehörte Mädi?

Pro Wildlife fordert, den Verantwortlichen die Genehmigung zur gewerblichen Tierhaltung zu entziehen. Ungeklärt ist bisher, wem Mädi zuletzt überhaupt gehörte und wie sie in die Hände der Familie R. gelangte. Auf Videos und Fotos aus Estland ist erkennbar, dass auch der Sohn (René R. Junior) mit auf Tournee war. René R. Senior und Junior führen im hessischen Friedberg eine Reptilienshow. „Eine Genehmigung zur Elefantenhaltung haben sie offenbar nicht“, sagt Freyer. Daniel R. betreibt auf demselben Gelände den Circus Universal Renz und hält unter anderem Elefanten. Er hatte gegenüber der Presse erklärt, er habe mit der Angelegenheit nichts zu tun. Allerdings hatte Mädis Vorbesitzer, die Zirkusfamilie Weisheit, gegenüber den zuständigen Veterinärbehörden angegeben, sie würde bei der Familie R. zusammen mit anderen Elefanten gehalten. Angeblich hätte hierdurch die bisherige tierquälerische Einzelhaltung beendet werden sollen.

 

Diskussion um Wildtiere im Zirkus

„Der Tod von Mädi zeigt, wie sich Zirkusbetreiber den gesetzlichen Vorgaben und Bestimmungen entziehen und wie überfordert die Behörden mit der Kontrolle der Haltungsbedingungen sind“, sagt Freyer. „Die Bundesregierung muss die Haltung von Wildtieren endlich verbieten, um die systematische Tierquälerei in der Manege endlich zu beenden.“ Bereits 15 europäische Länder verbieten die Haltung von Wildtieren in Zirkussen ganz oder teilweise. Bereits zweimal hatte sich der Bundesrat einstimmig für ein Wildtierverbot in der Manege ausgesprochen. Die Bundesregierung hat sich bisher geweigert, dies umzusetzen.

Pro Wildlife nimmt den Fall Mädi zum Anlass, um an die Unionsfraktion zu appellieren, ihre Blockade gegen ein Wildtierverbot im Zirkus endlich aufzugeben.

 

>> Protestaktion an die CDU/CSU

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