Kampf gegen Wildtierkriminalität muss Chefsache werden

München, 11.Februar 2014.  Anlässlich eines internationalen Gipfels zum illegalen Wildtierhandel am 13. Februar in London fordert die Artenschutzorganisation Pro Wildlife, weltweit jeglichen Handel mit gefährdeten Wildtieren wie Elefanten, Nashörnern und Tigern zu verbieten. Die Artenschützer appellieren außerdem an alle Regierungen, den Kampf gegen den kriminell organisierten Wildtierhandel zur Chefsache zu machen, international zu kooperieren, und mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um Artenschutzkriminalität gezielt zu bekämpfen.

Handelsverbote gefordert

Etwa 50 Regierungschefs hat der britische Außenminister William Hague nach London eingeladen, auch von Ländern wie China und Vietnam, die wichtige Absatzmärkte für Elfenbein, Nashorn und Tigerknochen sind. Eines der erklärten Ziele des Gipfels ist es, die Nachfrage nach Produkten bedrohter Arten einzudämmen. „Die Nachfrage nach Elfenbein wird erst aufhören, wenn der Handel mit Stoßzähnen weltweit komplett verboten wird. Der Handel mit aussterbenden Arten wie Elefanten, Nashörnern und Tigern muss ein für allemal tabu sein“, sagt Daniela Freyer, Biologin bei Pro Wildlife. „Die Staatengemeinschaft sollte aufhören, über weitere Elfenbeinverkäufe oder die geplante Legalisierung des Nashornhandels zu diskutieren – das unterminiert jegliche Schutzbemühungen und öffnet den Wilderern Tür und Tor.“

 

Grauer Markt feuert illegalen Handel an

Nach Drogenhandel, Produktpiraterie und Menschenhandel steht der Wildtierschmuggel an vierter Stelle der weltweiten illegalen Aktivitäten. Etwa 14 Milliarden Dollar werden jährlich mit dem illegalen Handel geschützter Arten umgesetzt. „Bisher haben es Wildtierschmuggler einfach“, so Freyer. „Artenschutzvergehen werden nur selten gezielt verfolgt, kaum geahndet, und es fehlt an dem erforderlichen politischen Willen, illegalen Wildtierhandel als das zu behandeln, wozu er sich entwickelt hat: als organisiertes Verbrechen. Die Gewinnspannen im Wildtierhandel sind enorm, das Risiko, erwischt zu werden, ist gering. Zudem schaffen Gesetzes-Schlupflöcher und Ausnahmen immer wieder einen grauen Markt für Elfenbein, Nashorn oder Tigerknochen, der den illegalen Handel anfeuert. Hier müssen die Regierungen kooperieren, Gesetze zum Schutz bedrohter Arten und deren Umsetzung stärken und die massive Korruption bekämpfen, damit die gesamte Handelskette bis hin zu den Drahtziehern verfolgt wird. Um die Wilderei zu stoppen, müssen den vielen Regierungsdeklarationen und -versprechungen Taten folgen“.

Wenn Elfenbein, Nashorn und andere Wildtierprodukte aufgegriffen werden, dann geht das oft auf Initiativen von Artenschützern zurück, die mit verdeckten Ermittlern die Hintermänner des Schmuggels auffliegen lassen und daran arbeiten, dass Artenschutzgesetze kein Papiertiger bleiben. Pro Wildlife unterstützt solche Initiativen in sechs Ländern Zentral- und Westafrikas, die im vergangen Jahr unter anderem mehrere Tonnen Elfenbein und unzählige Raubkatzenfelle aufgegriffen haben. Erst Ende Januar wurden in Togo etwa vier Tonnen Elfenbein beschlagnahmt.

 

Schlüsselrolle Chinas

Als Signal gegen den Elfenbeinhandel haben Frankreich, die USA, die Philippinen, Gabun und Kenia beschlagnahmtes Elfenbein öffentlichkeitswirksam vernichtet. Hongkong hat entsprechende Schritte angekündigt, sogar China hat im Januar Elfenbein vernichtet, allerdings nur einen Bruchteil seiner Lagerbestände. „China und andere Länder, in denen Elfenbein und andere hochbedrohte Arten noch immer legal verkauft werden, müssen dem Handel mit hochbedrohten Arten endlich eine klare Absage erteilen. Der Gipfel in London würde einen geeigneten Rahmen hierfür bieten“, so Freyer.

 

Legaler Markt befeuert illegalen Handel: Warum illegale Wildtierprodukte vernichten, nicht verkaufen?

Immer wieder gibt es die Forderung, Elfenbein nicht zu zerstören, sondern zu verkaufen, um die Nachfrage zu bedienen. Diese Rechnung geht nicht auf. Ausnahmen vom Elfenbeinhandelsverbot 1999 und 2008 haben gezeigt, dass der legale Handel nicht kontrollierbar ist und mit dem illegalen Hand in Hand geht. Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. Cites)  ließen zu, dass zunächst Japan und dann auch China legal Elfenbein importieren durften. In China wurde so eine riesige Grauzone geschaffen, die den illegalen Handel im Land bis heute befeuert. Elfenbein gilt dort als Symbol für Wohlstand und Status, die Nachfrage stieg in den letzten Jahren mit der wachsenden Kaufkraft in China rasant an. Im Schatten des legalen Marktes  blüht der Schmuggel, weil legales mit gewildertem Elfenbein vermengt, Dokumente gefälscht und korrupte Beamte bestochen werden.

Kampf gegen Wildtierkriminalität muss Chefsache werden

 

München, 11.Februar 2014.  Anlässlich eines internationalen Gipfels zum illegalen Wildtierhandel am 13. Februar in London fordert die Artenschutzorganisation Pro Wildlife, weltweit jeglichen Handel mit gefährdeten Wildtieren wie Elefanten, Nashörnern und Tigern zu verbieten. Die Artenschützer appellieren außerdem an alle Regierungen, den Kampf gegen den kriminell organisierten Wildtierhandel zur Chefsache zu machen, international zu kooperieren, und mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um Artenschutzkriminalität gezielt zu bekämpfen.

 

Handelsverbote gefordert

Etwa 50 Regierungschefs hat der britische Außenminister William Hague nach London eingeladen, auch von Ländern wie China und Vietnam, die wichtige Absatzmärkte für Elfenbein, Nashorn und Tigerknochen sind. Eines der erklärten Ziele des Gipfels ist es, die Nachfrage nach Produkten bedrohter Arten einzudämmen. „Die Nachfrage nach Elfenbein wird erst aufhören, wenn der Handel mit Stoßzähnen weltweit komplett verboten wird. Der Handel mit aussterbenden Arten wie Elefanten, Nashörnern und Tigern muss ein für allemal tabu sein“, sagt Daniela Freyer, Biologin bei Pro Wildlife. „Die Staatengemeinschaft sollte aufhören, über weitere Elfenbeinverkäufe oder die geplante Legalisierung des Nashornhandels zu diskutieren – das unterminiert jegliche Schutzbemühungen und öffnet den Wilderern Tür und Tor.“

 

Grauer Markt feuert illegalen Handel an

Nach Drogenhandel, Produktpiraterie und Menschenhandel steht der Wildtierschmuggel an vierter Stelle der weltweiten illegalen Aktivitäten. Etwa 14 Milliarden Dollar werden jährlich mit dem illegalen Handel geschützter Arten umgesetzt. „Bisher haben es Wildtierschmuggler einfach“, so Freyer. „Artenschutzvergehen werden nur selten gezielt verfolgt, kaum geahndet, und es fehlt an dem erforderlichen politischen Willen, illegalen Wildtierhandel als das zu behandeln, wozu er sich entwickelt hat: als organisiertes Verbrechen. Die Gewinnspannen im Wildtierhandel sind enorm, das Risiko, erwischt zu werden, ist gering. Zudem schaffen Gesetzes-Schlupflöcher und Ausnahmen immer wieder einen grauen Markt für Elfenbein, Nashorn oder Tigerknochen, der den illegalen Handel anfeuert. Hier müssen die Regierungen kooperieren, Gesetze zum Schutz bedrohter Arten und deren Umsetzung stärken und die massive Korruption bekämpfen, damit die gesamte Handelskette bis hin zu den Drahtziehern verfolgt wird. Um die Wilderei zu stoppen, müssen den vielen Regierungsdeklarationen und -versprechungen Taten folgen“.

Wenn Elfenbein, Nashorn und andere Wildtierprodukte aufgegriffen werden, dann geht das oft auf Initiativen von Artenschützern zurück, die mit verdeckten Ermittlern die Hintermänner des Schmuggels auffliegen lassen und daran arbeiten, dass Artenschutzgesetze kein Papiertiger bleiben. Pro Wildlife unterstützt solche Initiativen in sechs Ländern Zentral- und Westafrikas, die im vergangen Jahr unter anderem mehrere Tonnen Elfenbein und unzählige Raubkatzenfelle aufgegriffen haben. Erst Ende Januar wurden in Togo etwa vier Tonnen Elfenbein beschlagnahmt.

 

Schlüsselrolle Chinas

Als Signal gegen den Elfenbeinhandel haben Frankreich, die USA, die Philippinen, Gabun und Kenia beschlagnahmtes Elfenbein öffentlichkeitswirksam vernichtet. Hongkong hat entsprechende Schritte angekündigt, sogar China hat im Januar Elfenbein vernichtet, allerdings nur einen Bruchteil seiner Lagerbestände. „China und andere Länder, in denen Elfenbein und andere hochbedrohte Arten noch immer legal verkauft werden, müssen dem Handel mit hochbedrohten Arten endlich eine klare Absage erteilen. Der Gipfel in London würde einen geeigneten Rahmen hierfür bieten“, so Freyer.

 

Legaler Markt befeuert illegalen Handel: Warum illegale Wildtierprodukte vernichten, nicht verkaufen?

Immer wieder gibt es die Forderung, Elfenbein nicht zu zerstören, sondern zu verkaufen, um die Nachfrage zu bedienen. Diese Rechnung geht nicht auf. Ausnahmen vom Elfenbeinhandelsverbot 1999 und 2008 haben gezeigt, dass der legale Handel nicht kontrollierbar ist und mit dem illegalen Hand in Hand geht. Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. Cites)  ließen zu, dass zunächst Japan und dann auch China legal Elfenbein importieren durften. In China wurde so eine riesige Grauzone geschaffen, die den illegalen Handel im Land bis heute befeuert. Elfenbein gilt dort als Symbol für Wohlstand und Status, die Nachfrage stieg in den letzten Jahren mit der wachsenden Kaufkraft in China rasant an. Im Schatten des legalen Marktes  blüht der Schmuggel, weil legales mit gewildertem Elfenbein vermengt, Dokumente gefälscht und korrupte Beamte bestochen werden.

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