Pro Wildlife fordert Bundesregierung auf, Elfenbeinhandel zu ächten

München, 12. November 2013. Anlässlich der dramatisch gestiegenen Wilderei auf Elefanten werden die USA am 14. November erstmals Elfenbein zerstören. Knapp sechs Tonnen hat der amerikanische Zoll im Lauf der letzten 25 Jahre beschlagnahmt. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife begrüßt diese Aktion als Zeichen gegen den illegalen Elfenbeinhandel, dem alle 15 Minuten ein Elefant zum Opfer fällt. Sie fordert Bundeskanzlerin Merkel auf, dem Beispiel der USA zu folgen.

„Wir brauchen ein weltweites Signal, um die Elfenbeinwilderei zu stoppen. Nur wenn wir die Absatzmärkte schließen und die Nachfrage eindämmen, wird der blutige Elfenbeinhandel aufhören. Wir fordern die Bundesregierung auf, auch das in Deutschland beschlagnahmte Elfenbein zu vernichten“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. Auch in der EU lagern viele Tonnen Elfenbein. Die genaue Menge ist nicht bekannt.

Terrorgruppen finanzieren sich durch Elfenbeinhandel

Die Gewinne aus dem Elfenbeinhandel finanzieren Bürgerkriege und Terroristen wie die Al-Shabaab und tragen zur Korruption und Destabilisierung von Regierungen bei. „Neben dem Artenschutz ist dies ein Grund, warum die US-Regierung sich zum Vorreiter im Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel gemacht hat“, so Freyer. Das Weiße Haus verstärkt derzeit seine finanzielle Unterstützung und die Zusammenarbeit mit anderen Regierungen im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Die Al-Shabaab- Miliz, die im Oktober ein Einkaufszentrum in Nairobi angegriffen hat, soll sich zu etwa 40 Prozent aus dem Handel mit Elfenbein finanzieren. Die Gewinnspannen sind riesig – in China werden bis zu 1.800 Euro für ein Kilogramm Rohelfenbein bezahlt, Schnitzereien erzielen noch höhere Preise.

Pro Wildlife: Keine Handelsfreigaben mehr

„Wir fordern Bundeskanzlerin Merkel auf, den Kampf gegen die Wilderei ebenfalls zur Chefsache zu machen: Die internationale Staatengemeinschaft muss jetzt ihre Elfenbein-Lagerbestände vernichten, anstatt weiter über zukünftige Handelsfreigaben zu debattieren und damit ein fatales Signal auszusenden“, so Freyer. Seit Jahren debattieren die 178 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) über einen „Mechanismus“, der zukünftig einen legalen Elfenbeinhandel ermöglichen soll. Dieser soll das derzeit noch geltende internationale Handelsverbot ablösen. Bereits in den Jahren 1999 und 2008 wurde der Elefantenschutz durch zwei Ausnahmegenehmigungen zum legalen Verkauf von Elfenbeinlagerbeständen aus dem südlichen Afrika nach Japan und China deutlich geschwächt.

„Seit China legales Elfenbein importiert hat, ist der Markt dort völlig außer Kontrolle geraten. Immer mehr Geschäfte mit staatlicher Zulassung verkaufen dort gewildertes Elfenbein als angeblich legales“, sagt Freyer. Elfenbein gilt in Asien als Statussymbol und Wertanlage, die Kaufkraft hat u.a. in China enorm zugenommen. „Was wir in dieser Krisensituation brauchen, sind klare Botschaften und ein uneingeschränktes Nein zum Elfenbeinhandel“, so Freyer. Im Juni 2013 zerstörten bereits die Philippinen ihre Elfenbeinvorräte, 2012 Gabun und in den Jahren 2011 und 1989 Kenia.

 

Alle 15 Minuten wird ein Elefant gewildert

Schätzungen von Pro Wildlife zufolge werden derzeit etwa 100 Elefanten pro Tag Opfer von Wilderern. Auch in diesem Jahr hat sich der alarmierende Schmuggel großer Elfenbeinmengen fortgesetzt: Anfang November wurden in Tansania bei einem chinesischen Händler 1,8 Tonnen Elfenbein entdeckt, dafür mussten mindestens 350 Elefanten ihr Leben lassen. In Hongkong wurden im August und Juli jeweils mehr als zwei Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. In Kenia stellten die Behörden im Juli über drei Tonnen sicher. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Freyer. „Die Wilderer werden immer skrupelloser“. In Simbabwe vergiften Wilderer mittlerweile Wasserlöcher mit Cyanid, um an die wertvollen Stoßzähne heranzukommen.

 

 

>> Hintergrundinformationen: Elefanten: Schützen oder Töten?

Pro Wildlife fordert Bundesregierung auf, Elfenbeinhandel zu ächten

 

München, 12. November 2013. Anlässlich der dramatisch gestiegenen Wilderei auf Elefanten werden die USA am 14. November erstmals Elfenbein zerstören. Knapp sechs Tonnen hat der amerikanische Zoll im Lauf der letzten 25 Jahre beschlagnahmt. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife begrüßt diese Aktion als Zeichen gegen den illegalen Elfenbeinhandel, dem alle 15 Minuten ein Elefant zum Opfer fällt. Sie fordert Bundeskanzlerin Merkel auf, dem Beispiel der USA zu folgen.

„Wir brauchen ein weltweites Signal, um die Elfenbeinwilderei zu stoppen. Nur wenn wir die Absatzmärkte schließen und die Nachfrage eindämmen, wird der blutige Elfenbeinhandel aufhören. Wir fordern die Bundesregierung auf, auch das in Deutschland beschlagnahmte Elfenbein zu vernichten“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. Auch in der EU lagern viele Tonnen Elfenbein. Die genaue Menge ist nicht bekannt.

 

Terrorgruppen finanzieren sich durch Elfenbeinhandel

Die Gewinne aus dem Elfenbeinhandel finanzieren Bürgerkriege und Terroristen wie die Al-Shabaab und tragen zur Korruption und Destabilisierung von Regierungen bei. „Neben dem Artenschutz ist dies ein Grund, warum die US-Regierung sich zum Vorreiter im Kampf gegen Wilderei und illegalen Wildtierhandel gemacht hat“, so Freyer. Das Weiße Haus verstärkt derzeit seine finanzielle Unterstützung und die Zusammenarbeit mit anderen Regierungen im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Die Al-Shabaab- Miliz, die im Oktober ein Einkaufszentrum in Nairobi angegriffen hat, soll sich zu etwa 40 Prozent aus dem Handel mit Elfenbein finanzieren. Die Gewinnspannen sind riesig – in China werden bis zu 1.800 Euro für ein Kilogramm Rohelfenbein bezahlt, Schnitzereien erzielen noch höhere Preise.

 

Pro Wildlife: Keine Handelsfreigaben mehr

„Wir fordern Bundeskanzlerin Merkel auf, den Kampf gegen die Wilderei ebenfalls zur Chefsache zu machen: Die internationale Staatengemeinschaft muss jetzt ihre Elfenbein-Lagerbestände vernichten, anstatt weiter über zukünftige Handelsfreigaben zu debattieren und damit ein fatales Signal auszusenden“, so Freyer. Seit Jahren debattieren die 178 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) über einen „Mechanismus“, der zukünftig einen legalen Elfenbeinhandel ermöglichen soll. Dieser soll das derzeit noch geltende internationale Handelsverbot ablösen. Bereits in den Jahren 1999 und 2008 wurde der Elefantenschutz durch zwei Ausnahmegenehmigungen zum legalen Verkauf von Elfenbeinlagerbeständen aus dem südlichen Afrika nach Japan und China deutlich geschwächt.

„Seit China legales Elfenbein importiert hat, ist der Markt dort völlig außer Kontrolle geraten. Immer mehr Geschäfte mit staatlicher Zulassung verkaufen dort gewildertes Elfenbein als angeblich legales“, sagt Freyer. Elfenbein gilt in Asien als Statussymbol und Wertanlage, die Kaufkraft hat u.a. in China enorm zugenommen. „Was wir in dieser Krisensituation brauchen, sind klare Botschaften und ein uneingeschränktes Nein zum Elfenbeinhandel“, so Freyer. Im Juni 2013 zerstörten bereits die Philippinen ihre Elfenbeinvorräte, 2012 Gabun und in den Jahren 2011 und 1989 Kenia.

 

Alle 15 Minuten wird ein Elefant gewildert

Schätzungen von Pro Wildlife zufolge werden derzeit etwa 100 Elefanten pro Tag Opfer von Wilderern. Auch in diesem Jahr hat sich der alarmierende Schmuggel großer Elfenbeinmengen fortgesetzt: Anfang November wurden in Tansania bei einem chinesischen Händler 1,8 Tonnen Elfenbein entdeckt, dafür mussten mindestens 350 Elefanten ihr Leben lassen. In Hongkong wurden im August und Juli jeweils mehr als zwei Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. In Kenia stellten die Behörden im Juli über drei Tonnen sicher. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Freyer. „Die Wilderer werden immer skrupelloser“. In Simbabwe vergiften Wilderer mittlerweile Wasserlöcher mit Cyanid, um an die wertvollen Stoßzähne heranzukommen.

 

 

>> Hintergrundinformationen: Elefanten: Schützen oder Töten?

Diesen Beitrag teilen