Artenschützer schätzen deutsche Elfenbein-Vorräte auf mehr als eine Tonne

München, 27. Februar 2014. Mitte Februar hat die deutsche Umweltministerin gemeinsam mit 44 weiteren Regierungsvertretern und der EU in London eine Deklaration unterzeichnet, die Regierungen dazu auffordert, ihre Lagerbestände an beschlagnahmten Wildtierprodukten wie Elfenbein zu vernichten. Damit steht auch die Bundesregierung unter Zugzwang. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife schätzt, dass in deutschen Asservatenkammern mindestens eine Tonne Elfenbein lagert. „Wir nehmen Ministerin Hendricks beim Wort und fordern sie auf, die deutschen Elfenbeinbestände so schnell wie möglich zu zerstören. Damit würde sich die Bundesregierung sichtbar der weltweiten Bewegung anschließen, die den Elfenbeinhandel austrocknen will“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Deutschlands  Elfenbeinvorräte

Nach Auskunft des Bundesamtes für Naturschutz haben deutsche Behörden allein seit 1996 mehr als 6500 Elfenbeinschnitzereien und -stücke, sowie 135 ganze Stoßzähne beschlagnahmt. „Insgesamt müsste sich noch viel mehr angesammelt haben“, so Freyer. Pro Wildlife schätzt, dass in Deutschland insgesamt mehr als eine Tonne beschlagnahmtes Elfenbein lagert. „Wir erwarten von der Bundesregierung ein klares Zeichen, dass jeglicher Elfenbeinhandel inakzeptabel ist. Wenn Elfenbein öffentlichkeitswirksam zerstört wird, trägt das dazu bei, die Nachfrage zu drosseln, Absatzmärkte zu schließen, und so die Wilderei einzudämmen,“  sagt Freyer.  „Die Lagerung des in Deutschland unverkäuflichen Elfenbeins stellt keinerlei Wert dar, sondern einen überflüssigen Kosten- und Risikofaktor. Es vor Diebstahl zu sichern, kostet unnötiges Geld“.

Kehrtwende: Afrikanische Länder befürworten Handelsverbot

Die Londoner Konferenz könnte eine positive Wende im internationalen Elefantenschutz einläuten: Sieben afrikanische Staaten forderten ein mindestens 10-jähriges Handelsverbot für Elfenbein, kündigten eine Vernichtung ihrer beträchtlichen Elfenbein-Lagerbestände an und forderten die Schließung aller vorhandenen Absatzmärkte. Teil dieser Initiative sind auch Botswana und Tansania, die bisher zu den vehementesten Befürwortern des legalen Elfenbeinhandels gehört hatten. Nun macht der tansanische Präsident Jakaya Kikwete den Verkauf von Elfenbein nach China und Japan im Jahr 2008 für die Wilderei-Krise in seinem Land verantwortlich, fordert ein Ende jeglichen Handels und kündigt an, Tansanias Elfenbeinvorräte im Juni zu zerstören. Dies ist umso bedeutender, als Tansania unter Kikwete bereits dreimal Versuche startete, eine Genehmigung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Engl. CITES) zum Verkauf der tansanischen Elfenbein- Lagerbestände von weit über 100 Tonnen zu bekommen. Auch Botswana, das bereits zweimal Elfenbein nach Asien verkaufen durfte, will nun einen Richtungswechsel.

Pro Wildlife fordert ein dauerhaftes und unbefristetes Handelsverbot, um die Absatzmärkte auszutrocknen und damit die Wilderei-Krise zu beenden. „Die anhaltenden Diskussionen über weitere Freigaben des Elfenbeinhandels müssen ein Ende haben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der legale und der illegale Handel Hand in Hand gehen“, so Freyer. Derzeit werden jedes Jahr mehrere Zehntausend Elefanten pro Jahr für den Elfenbeinhandel gewildert. Bisher haben die Phillippinen, die USA, Kenia, Gabun, China, Frankreich und Chad beschlagnahmtes Elfenbein ganz oder teilweise zerstört. Auch Hongkong, eines der wichtigsten Einfallstore des illegalen Elfenbeinhandels, Äthiopien und Tansania haben entsprechende Schritte angekündigt.

Deutsche Elfenbeinschnitzer wollen Elfenbeinhandel ankurbeln

Während Regierungen weltweit diskutieren, wie die Nachfrage nach Elfenbein eingedämmt werden kann, arbeiten Elfenbeinschnitzer in Deutschland daran, den Handel wieder anzukurbeln. „Das ist kontraproduktiv“, so Freyer. Die Odenwälder Elfenbeinschnitzer wollen 500 Kilo Mammut-Elfenbein aus dem Permafrost in Russland kaufen und verarbeiten. Zwar sind Mammuts längst ausgestorben, aber für Laien ist ihr Elfenbein von demjenigen von Elefanten nicht zu unterscheiden. In Deutschland ist die Nachfrage seit Verbot des Elfenbeinhandels weitgehend zum Erliegen gekommen. „Der Handel mit Mammut-Stoßzähnen ist aber leider legal und kann ein Einfallstor für Elfenbein gewilderter Elefanten werden“, so Freyer. In Asien wird Elefanten-Elfenbein bereits als Mammut ausgegeben, um Handelsbeschränkungen zu umgehen.

Artenschützer schätzen deutsche Elfenbein-Vorräte auf mehr als eine Tonne

 

München, 27. Februar 2014. Mitte Februar hat die deutsche Umweltministerin gemeinsam mit 44 weiteren Regierungsvertretern und der EU in London eine Deklaration unterzeichnet, die Regierungen dazu auffordert, ihre Lagerbestände an beschlagnahmten Wildtierprodukten wie Elfenbein zu vernichten. Damit steht auch die Bundesregierung unter Zugzwang. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife schätzt, dass in deutschen Asservatenkammern mindestens eine Tonne Elfenbein lagert. „Wir nehmen Ministerin Hendricks beim Wort und fordern sie auf, die deutschen Elfenbeinbestände so schnell wie möglich zu zerstören. Damit würde sich die Bundesregierung sichtbar der weltweiten Bewegung anschließen, die den Elfenbeinhandel austrocknen will“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife.

 

Deutschlands  Elfenbeinvorräte

Nach Auskunft des Bundesamtes für Naturschutz haben deutsche Behörden allein seit 1996 mehr als 6500 Elfenbeinschnitzereien und -stücke, sowie 135 ganze Stoßzähne beschlagnahmt. „Insgesamt müsste sich noch viel mehr angesammelt haben“, so Freyer. Pro Wildlife schätzt, dass in Deutschland insgesamt mehr als eine Tonne beschlagnahmtes Elfenbein lagert. „Wir erwarten von der Bundesregierung ein klares Zeichen, dass jeglicher Elfenbeinhandel inakzeptabel ist. Wenn Elfenbein öffentlichkeitswirksam zerstört wird, trägt das dazu bei, die Nachfrage zu drosseln, Absatzmärkte zu schließen, und so die Wilderei einzudämmen,“  sagt Freyer.  „Die Lagerung des in Deutschland unverkäuflichen Elfenbeins stellt keinerlei Wert dar, sondern einen überflüssigen Kosten- und Risikofaktor. Es vor Diebstahl zu sichern, kostet unnötiges Geld“.

 

Kehrtwende: Afrikanische Länder befürworten Handelsverbot

Die Londoner Konferenz könnte eine positive Wende im internationalen Elefantenschutz einläuten: Sieben afrikanische Staaten forderten ein mindestens 10-jähriges Handelsverbot für Elfenbein, kündigten eine Vernichtung ihrer beträchtlichen Elfenbein-Lagerbestände an und forderten die Schließung aller vorhandenen Absatzmärkte. Teil dieser Initiative sind auch Botswana und Tansania, die bisher zu den vehementesten Befürwortern des legalen Elfenbeinhandels gehört hatten. Nun macht der tansanische Präsident Jakaya Kikwete den Verkauf von Elfenbein nach China und Japan im Jahr 2008 für die Wilderei-Krise in seinem Land verantwortlich, fordert ein Ende jeglichen Handels und kündigt an, Tansanias Elfenbeinvorräte im Juni zu zerstören. Dies ist umso bedeutender, als Tansania unter Kikwete bereits dreimal Versuche startete, eine Genehmigung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Engl. CITES) zum Verkauf der tansanischen Elfenbein- Lagerbestände von weit über 100 Tonnen zu bekommen. Auch Botswana, das bereits zweimal Elfenbein nach Asien verkaufen durfte, will nun einen Richtungswechsel.

Pro Wildlife fordert ein dauerhaftes und unbefristetes Handelsverbot, um die Absatzmärkte auszutrocknen und damit die Wilderei-Krise zu beenden. „Die anhaltenden Diskussionen über weitere Freigaben des Elfenbeinhandels müssen ein Ende haben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der legale und der illegale Handel Hand in Hand gehen“, so Freyer. Derzeit werden jedes Jahr mehrere Zehntausend Elefanten pro Jahr für den Elfenbeinhandel gewildert. Bisher haben die Phillippinen, die USA, Kenia, Gabun, China, Frankreich und Chad beschlagnahmtes Elfenbein ganz oder teilweise zerstört. Auch Hongkong, eines der wichtigsten Einfallstore des illegalen Elfenbeinhandels, Äthiopien und Tansania haben entsprechende Schritte angekündigt.

 

Deutsche Elfenbeinschnitzer wollen Elfenbeinhandel ankurbeln

Während Regierungen weltweit diskutieren, wie die Nachfrage nach Elfenbein eingedämmt werden kann, arbeiten Elfenbeinschnitzer in Deutschland daran, den Handel wieder anzukurbeln. „Das ist kontraproduktiv“, so Freyer. Die Odenwälder Elfenbeinschnitzer wollen 500 Kilo Mammut-Elfenbein aus dem Permafrost in Russland kaufen und verarbeiten. Zwar sind Mammuts längst ausgestorben, aber für Laien ist ihr Elfenbein von demjenigen von Elefanten nicht zu unterscheiden. In Deutschland ist die Nachfrage seit Verbot des Elfenbeinhandels weitgehend zum Erliegen gekommen. „Der Handel mit Mammut-Stoßzähnen ist aber leider legal und kann ein Einfallstor für Elfenbein gewilderter Elefanten werden“, so Freyer. In Asien wird Elefanten-Elfenbein bereits als Mammut ausgegeben, um Handelsbeschränkungen zu umgehen.

Diesen Beitrag teilen