USA und Russland fordern ein Handelsverbot für Eisbärfelle

München, 21. Januar 2013. Derzeit werden in Kanada wieder Eisbärenfelle an Händler aus aller Welt versteigert –  es könnten die letzten sein: Im März entscheidet die Washingtoner Artenschutzkonferenz darüber, ob der internationale Handel mit Eisbären in Zukunft verboten werden soll. Im vergangenen Jahr wurden in Kanada über 600 Eisbären legal gejagt – 100 Tiere mehr als 2010. Sie enden meist als Kaminvorleger in Japan, Europa, Russland oder China. Etwa 20.000 Euro erzielt das Fell eines großen Eisbären in Europa. „Aus reiner Profitgier verscherbelt Kanada seine letzten Eisbären – eine aussterbende Art. Das ist unverantwortlich“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife, die sich für ein internationales Handelsverbot für Eisbären einsetzt.

Rekordpreise für Eisbärfelle

Kanada ist das einzige Land, das die Jagd auf Hunderte Eisbären pro Jahr für den weltweiten Handel und für Jagdtrophäen zulässt. Weil die Nachfrage im Ausland stetig steigt, haben sich die Fellpreise innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Die Zahl der bei Auktionen verkauften Eisbärfelle hat sich im selben Zeitraum fast vervierfacht. Auch der Export ist seit 2007 deutlich angestiegen. „Ein einträgliches Geschäft für die Händler, aber für die Eisbären wird es eng“, sagt die Biologin Freyer. Hauptabnehmer sind nach Japan die EU-Staaten. Neuerdings werden immer mehr Felle nach China und Russland verkauft. Ausländische Trophäenjäger können zudem in Kanada für bis zu 40.000 Euro einen Eisbären erlegen. Die Regierungen mancher kanadischer Territorien garantieren Jägern einen Mindestpreis für jeden erlegten Eisbären, in Northwest Territories wurde dieser 2012 sogar noch erhöht.

USA und Russland wollen Eisbären schützen

Im März wird die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) über einen Antrag der USA entscheiden, den Eisbären unter strengen Schutz zu stellen und den internationalen Handel zu verbieten. Beantragt haben dies die USA, unterstützt werden sie von Russland; in beiden Ländern leben Eisbären. Doch die kanadischen Nachbarn wehren sich gegen einen verbesserten Schutz des größten Landraubtiers. Bereits 2010 scheiterte ein entsprechender Vorstoß der USA an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit, unter anderem an der Ablehnung Kanadas und der EU.

Kanada wehrt sich gegen Handelsverbot

Die kanadische Regierung hat ihre Botschaften beauftragt, bei den Regierungen der EU-Staaten Sturm gegen den Antrag zu laufen. Ihr Hauptargument: Laut CITES- Kriterien wäre ein Handelsverbot nur gerechtfertigt, wenn in drei Generationen (45 Jahren) ein Bestandsrückgang von über 50 Prozent zu erwarten wäre. Dabei sagen die aktuellsten Studien aufgrund des Klimawandels einen noch höheren Rückgang voraus, nämlich 66 Prozent. Dennoch stößt Kanadas Kampagne gegen den US-Antrag bei manchen EU-Ländern auf offene Ohren: Sie möchten die USA für ihre Passivität beim Klimaschutz abstrafen – und übersehen dabei ganz, dass Kanada bei der Reduzierung von Treibhausgasen weit hinter den USA zurück steht.

Wissenschaftler und Artenschützer sehen schwarz für die weißen Bären

Wissenschaftler haben errechnet, dass die Eisbärbestände bis 2050 allein aufgrund des Klimawandels um zwei Drittel zurückgehen werden. Höchstens 20 000 bis 25 000 Tiere gibt es weltweit noch. Genaue Zahlen gibt es nicht. Mit dem Abschmelzen des Packeises verlieren Eisbären Kinderstube und Jagdrevier. In Kanada sind sieben der 13 lokalen Eisbärbestände bereits rückläufig – trotzdem werden alle bejagt, einige sogar stärker als bisher. „Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist. Der Abschuss Hunderter Eisbären pro Jahr in Kanada ist neben dem Klimawandel eine erhebliche zusätzliche Bedrohung für den Eisbären, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Wir fordern die internationale Staatengemeinschaft – und allen voran die EU-Mitgliedsstaaten – auf, den Handel mit Eisbärfellen endlich zu verbieten“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.

Weitere Informationen zum Eisbären

USA und Russland fordern ein Handelsverbot für Eisbärfelle

 

München, 21. Januar 2013. Derzeit werden in Kanada wieder Eisbärenfelle an Händler aus aller Welt versteigert –  es könnten die letzten sein: Im März entscheidet die Washingtoner Artenschutzkonferenz darüber, ob der internationale Handel mit Eisbären in Zukunft verboten werden soll. Im vergangenen Jahr wurden in Kanada über 600 Eisbären legal gejagt – 100 Tiere mehr als 2010. Sie enden meist als Kaminvorleger in Japan, Europa, Russland oder China. Etwa 20.000 Euro erzielt das Fell eines großen Eisbären in Europa. „Aus reiner Profitgier verscherbelt Kanada seine letzten Eisbären – eine aussterbende Art. Das ist unverantwortlich“, sagt Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife, die sich für ein internationales Handelsverbot für Eisbären einsetzt.

Rekordpreise für Eisbärfelle

Kanada ist das einzige Land, das die Jagd auf Hunderte Eisbären pro Jahr für den weltweiten Handel und für Jagdtrophäen zulässt. Weil die Nachfrage im Ausland stetig steigt, haben sich die Fellpreise innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Die Zahl der bei Auktionen verkauften Eisbärfelle hat sich im selben Zeitraum fast vervierfacht. Auch der Export ist seit 2007 deutlich angestiegen. „Ein einträgliches Geschäft für die Händler, aber für die Eisbären wird es eng“, sagt die Biologin Freyer. Hauptabnehmer sind nach Japan die EU-Staaten. Neuerdings werden immer mehr Felle nach China und Russland verkauft. Ausländische Trophäenjäger können zudem in Kanada für bis zu 40.000 Euro einen Eisbären erlegen. Die Regierungen mancher kanadischer Territorien garantieren Jägern einen Mindestpreis für jeden erlegten Eisbären, in Northwest Territories wurde dieser 2012 sogar noch erhöht.

 

USA und Russland wollen Eisbären schützen

Im März wird die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (englisch CITES) über einen Antrag der USA entscheiden, den Eisbären unter strengen Schutz zu stellen und den internationalen Handel zu verbieten. Beantragt haben dies die USA, unterstützt werden sie von Russland; in beiden Ländern leben Eisbären. Doch die kanadischen Nachbarn wehren sich gegen einen verbesserten Schutz des größten Landraubtiers. Bereits 2010 scheiterte ein entsprechender Vorstoß der USA an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit, unter anderem an der Ablehnung Kanadas und der EU.

Kanada wehrt sich gegen Handelsverbot

Die kanadische Regierung hat ihre Botschaften beauftragt, bei den Regierungen der EU-Staaten Sturm gegen den Antrag zu laufen. Ihr Hauptargument: Laut CITES- Kriterien wäre ein Handelsverbot nur gerechtfertigt, wenn in drei Generationen (45 Jahren) ein Bestandsrückgang von über 50 Prozent zu erwarten wäre. Dabei sagen die aktuellsten Studien aufgrund des Klimawandels einen noch höheren Rückgang voraus, nämlich 66 Prozent. Dennoch stößt Kanadas Kampagne gegen den US-Antrag bei manchen EU-Ländern auf offene Ohren: Sie möchten die USA für ihre Passivität beim Klimaschutz abstrafen – und übersehen dabei ganz, dass Kanada bei der Reduzierung von Treibhausgasen weit hinter den USA zurück steht.

Wissenschaftler und Artenschützer sehen schwarz für die weißen Bären

Wissenschaftler haben errechnet, dass die Eisbärbestände bis 2050 allein aufgrund des Klimawandels um zwei Drittel zurückgehen werden. Höchstens 20 000 bis 25 000 Tiere gibt es weltweit noch. Genaue Zahlen gibt es nicht. Mit dem Abschmelzen des Packeises verlieren Eisbären Kinderstube und Jagdrevier. In Kanada sind sieben der 13 lokalen Eisbärbestände bereits rückläufig – trotzdem werden alle bejagt, einige sogar stärker als bisher. „Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist. Der Abschuss Hunderter Eisbären pro Jahr in Kanada ist neben dem Klimawandel eine erhebliche zusätzliche Bedrohung für den Eisbären, die durch nichts zu rechtfertigen ist. Wir fordern die internationale Staatengemeinschaft – und allen voran die EU-Mitgliedsstaaten – auf, den Handel mit Eisbärfellen endlich zu verbieten“, so die Pro Wildlife-Sprecherin.

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