Artenschutzkonferenz beschließt internationales Handelsverbot für alle Schuppentiere.

Johannesburg/München, 28. September 2016. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz in Johannesburg (Südafrika) haben die Vertragsstaaten in erster Instanz beschlossen, dass alle acht Schuppentierarten nicht mehr international gehandelt werden dürfen. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife wertet diese Entscheidung als großen Erfolg. Weil Pangoline in Asien und Afrika als Heilmittel und Delikatesse gelten, sind die bizarren Tiere mit dem markanten Hornpanzer vielerorts vom Aussterben bedroht.

Die Initiative zahlreicher afrikanischer und asiatischer Staaten sowie der USA die auch Pangolin genannten Tiere besser zu schützen, wurde heute mit überwältigender Mehrheit angenommen. Nur zum Malaiischen und Chinesischen Schuppentier gab es auf Wunsch von Indonesien eine Abstimmung (114 Ja, 1 Nein, 5 Enthaltungen). Die Anträge für zwei die anderen sechs Arten wurden gar im Konsens angenommen.

Für alle acht Pangolin-Arten gilt somit künftig ein absolutes Handelsverbot. „Sind Schuppentierteile erst einmal im Handel, können einzelne Arten voneinander nur durch Gentests unterschieden werden. Deshalb ist es richtig, dass alle Schuppentierarten den gleichen, hohen Schutzstatus erhalten“, sagt Adeline Fischer, Mitglied der Delegation von Pro Wildlife auf der Welt-Artenschutzkonferenz. „Das Ergebnis heute ist großartig. Offiziell muss die Entscheidung nochmal im Plenum nächste Woche bestätigt werden, aber das ist nur noch eine Formsache.“

Alle Schuppentierarten stehen unter lokalem Schutz, international waren sie bisher nur auf Appendix II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet, das heißt, es war ein kontrollierter Handel erlaubt. Für die vier asiatischen Pangolin-Arten besteht seit 2000 eine Nullexportquote, sie dürfen gar nicht gehandelt werden.

Schuppentiere – lebende Pokemons werden als Delikatesse gejagt

Kaum jemand kennt das Schuppentier, dabei handelt es sich bei ihm um das meistgewilderte Säugetier der Welt. Die skurril aussehenden Säugetiere werden wegen ihres als Delikatesse geltenden Fleischs gejagt. Ihren Schuppen schreibt die traditionelle chinesische Medizin heilende Kräfte zu. Trotz der bereits bestehenden Handelsverbote in Asien ging der Bestand dort im vergangenen Jahrzehnt um rund 80 Prozent zurück.

Seit die asiatischen Schuppentier-Arten schon fast ausgerottet sind, weichen Händler auf die afrikanischen der acht Arten aus, um die Nachfrage für Traditionelle Medizin in Asien zu befriedigen. Lebende Tiere in Vietnam werden für bis zu 1.500 US-Dollar (1.335 Euro) pro Kilogramm verkauft. „Für die Schuppentiere ist ein Schutz der Wildbestände die einzige Hoffnung. Diese Tiere zu züchten ist unmöglich, konfiszierte Tiere überleben nur sehr selten“, so Fischer. „Jetzt ist es wichtig, dass das absolute Handelsverbot auch in der Praxis umgesetzt wird.“

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