Walschutz in kleinen Schritten

Weitere Resolutionen zum Schutz von Walen verabschiedet

Portorož/München, 27. Oktober 2016. Am heutigen Nachmittag wurden auf der Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) Entscheidungen gleich in Serie getroffen – die Gesamtbilanz ist aus Sicht von Pro Wildlife sehr erfreulich:

  • Eine Resolution Australiens und Neuseelands zum Wissenschaftswalfang wurde heute per Abstimmung (34 Ja- bei 17 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen) verabschiedet – ein Konsens war aufgrund des Widerstandes von Japan und seinen üblichen Unterstützern nicht möglich. Etwa 15.500 Wale tötete Japan bislang unter diesem Deckmantel.
  • Fünf afrikanische Länder, mussten ihren Versuch, Walfang gegen den Welthunger ins Feld zu führen, zurückziehen. „Dieser abstruse Antrag von Ghana, Elfenbeinküste, Mali, Guinea und Benin war einer der vergeblichen Versuche Japans, Walfang zu legitimieren – Walfleisch als Lösung für den Welthunger. Alle fünf Länder stehen bekanntermaßen unter Japans Einfluss. Geradezu zynisch: Japans Fischfangflotte trägt dazu bei, die Meere vor Westafrikas Küsten leer zu fischen und den lokalen Fischern die Existenz zu rauben“, so Pro Wildlife-Expertin Sandra Altherr.
  • Eine Resolution zur zentralen Bedeutung von Walen für die marinen Ökosysteme wurde mit per Abstimmung (36 Ja- bei 16 Nein-Stimmen und 9 Enthaltungen) verabschiedet. „Die Walfänger argumentieren immer wieder, Wale würden die Meere leerfressen. Diese Resolution entkräftet dies und betont stattdessen, wie wichtig die Meeresriesen für gesunde und produktive Meere sind.“
  • Auf Antrag Brasiliens und Kolumbiens wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen der IWC und der Minamata-Konvention beschlossen (38 Ja- bei 23 Nein-Stimmen, keine Enthaltungen). Die Minamata-Konvention trat 2013 in Kraft, um gesundheitliche Gefahren durch Quecksilber einzudämmen. Die japanische Stadt Minamata war in den 1950er Jahren Opfer einer industriellen Quecksilbervergiftung, tausende Menschen starben, zehntausende erkrankten schwer. „Dass ausgerechnet Japan diese Resolution zum Scheitern bringen wollte, ist schockierend – aber Hintergrund ist, dass es eine weitere Diskussion zum Giftstoffgehalt in Wal- und Delfinfleisch befürchtet“, erläutert Altherr.
  • Eine Resolution zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Vaquitas (mexikanische Schweinswale) wurde im Konsens angenommen – jedoch nahmen sich Japan sowie zahlreiche karibische und afrikanische Länder von der Entscheidung aus. „Es gibt nur noch 63 Vaquitas – da konnten nicht einmal Walfang-Unterstützer blockieren,“ betont Altherr.

Die heutige Gesamtbilanz von Pro Wildlife: „Die wichtigsten Entscheidungen der IWC sind somit getroffen. Damit scheiterten alle Versuche Japans und seiner Unterstützer, neue Rechtfertigungen für den Walfang zu etablieren und Schutzinitiativen zu blockieren. Ein wichtiger Punkt fehlt jedoch noch: Wird sich die Europäische Union zum Thema kommerzieller Walfang und zum eskalierenden Walfleischhandel äußern.“

Im >> Blog berichtet Pro Wildlife von der Walfangtagung.

 

Weitere Informationen:

» Bericht: „Frozen in time – how modern Norway clings to its whaling past“ (pdf)

» Hintergrundinformationen zu Norwegens Walfang (pdf)

» wichtigste Themen der diesjährigen Walfangtagung

» Hintergrundinformationen zu Japans Walfang (pdf)

» Hintergrundinformationen zu Islands Walfang (pdf)