Artenschutz: Es geht ums Überleben

Internationaler Tag des Artenschutzes am 3. März

München, 2. März 2015. Der Internationale Tag des Artenschutzes (World Wildlife Day) der Vereinten Nationen am 3. März soll daran erinnern, dass der Schmuggel geschützter Wildtiere kein Kavaliersdelikt ist, sondern das Überleben ganzer Arten gefährdet. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife stellt fünf Tierarten vor, die besonders von illegalem Handel betroffen sind. Den Handel mit bedrohten Arten regelt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (englisch: CITES) . Doch für viele Arten sind die Regelungen zu schwach oder sie werden nicht durchgesetzt. Dies kritisiert auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon aus Anlass des World Wildlife Day.

Elefanten

Einem Bericht von UNEP und INTERPOL zufolge verdienen kriminelle Netzwerke in Zentralafrika mit dem illegalen Elfenbeinhandel jährlich etwa zwischen drei und neun Millionen Euro. Zehntausende Elefanten müssen deshalb jedes Jahr ihr Leben lassen. Elfenbeinhandel wurde 1989 verboten, doch es gab zweimal Ausnahmen für den Verkauf von insgesamt fast 160 Tonnen Elfenbein nach Japan und China. Seitdem gehen der legale und illegale Handel dort Hand in Hand, der Schmuggel stieg enorm an.
Die Artenschützer von Pro Wildlife fordern, jeglichen Handel mit Elfenbein zu beenden. Das gilt für Hauptabsatzmärkte wie China und Thailand, in denen der Elfenbeinhandel legal ist, aber auch für Schlupflöcher in der EU. Die EU ist eine Drehscheibe des Handels mit angeblich altem Elfenbein nach Asien. Immerhin haben Deutschland und Frankreich vor kurzem im Alleingang den Export von Stoßzähnen verboten –  komplett stoppen kann den Handel nur ein EU-weites Exportverbot.

Nashörner

1.215 Nashörner wurden alleine in Südafrika 2014 gewildert. Dies ist ein neuer Rekord, 2007 waren es noch 13 gewilderte Nashörner. 2010 lebten noch über 20.000 Nashörner in Südafrika, doch die Prognosen sind düster, wenn die Wilderei-Krise nicht gestoppt wird. Trotzdem drängt die Regierung Südafrikas die internationale Staatengemeinschaft, das derzeit geltende Handelsverbot aufzuheben. Aus Sicht der Artenschützer wäre das kontraproduktiv, weil eine Handelsfreigabe die Wilderei noch weiter anheizt – so wie die Freigaben des Elfenbeinhandels die Zahl der gewilderten Elefanten weiter in die Höhe trieb.

Schuppentiere (Pangolin)

Kaum bekannt ist, dass das Pangolin eine der meist gejagten Arten der Welt ist. Das Fleisch der bizarren Schuppentiere wird in Asien als Delikatesse verzehrt, ihre Schuppen sind ein begehrtes Mittel in der Traditionellen Medizin. Dies hat dazu geführt, dass alle acht Pangolin-Arten bedroht sind, vielerorts sind sie bereits ausgerottet. In China kollabierten die Bestände binnen 15 Jahren auf ein Zehntel. Für die vier afrikanischen Arten hat CITES den Handel beschränkt, die vier asiatischen Arten dürfen gar nicht mehr gehandelt werden. Vor dem Aussterben retten kann diese Tiere nur ein komplettes internationales Handelsverbot, das streng überwacht wird.

Plumploris

Dem kulleräugigen Plumplori wird seine Niedlichkeit zum Verhängnis: Die baumbewohnenden Äffchen sind zwar streng durch CITES geschützt, trotzdem gehen die Wild-Populationen aller fünf Arten erschreckend zurück. Denn einerseits schrumpft ihr Lebensraum, andererseits werden die Tiere als Haustiere immer beliebter. Angeheizt wird der Trend durch YouTube-Videos, in denen in Gefangenschaft lebende Plumploris gefüttert, gekrault oder als Kuscheltier gezeigt werden. Doch die Tiere sind als Haustiere völlig ungeeignet, sterben bald, und so wird der Nachschub aus freier Wildbahn gefangen.

Hornagamen & Co

Viele bedrohte Reptilienarten sind nur in ihrem Herkunftsland streng geschützt, dürfen aber in anderen Ländern gehandelt werden. Seit exotische Reptilien als Heimtiere immer beliebter werden, ist ein grauer Markt entstanden, der so manche Art an den Rand der Ausrottung bringt. Gefährdet sind unter anderem kleine, hochbedrohte Populationen von Hornagamen aus Sri Lanka, Krokodilschleichen aus Guatemala und Borneo-Taubwarane aus Indonesien. Sie fallen durch eine Gesetzeslücke der EU: Sobald die Tiere außer Landes geschmuggelt sind, haben skrupellose Händler in der EU keine Strafe zu befürchten. Bei minimalem Risiko machen die Händler den Reibach, denn im europäischen Heimtierhandel erzielen die Tiere bis zu tausende Euro pro Paar. Pro Wildlife fordert, dass die EU die Einfuhr von Arten verbietet, die in ihrem Heimatland nicht gefangen und exportiert werden dürfen.