Kampagne gegen Wilderei und Tierhandel

2017: Kritik an Nashorn-Versteigerung.

Wildtiere und Teile von ihnen werden weltweit als Ware gehandelt. Die Wilderei für diese Lust am Produkt Wildtier drängt immer mehr Arten an den Rand der Ausrottung. Dabei gehen legale und illegale Geschäfte häufig Hand in Hand.

Der Handel mit dem Horn von Nashörnern ist international verboten, die meisten Länder verbieten den Handel auch innerhalb ihrer Landesgrenzen. So war das auch in Südafrika, bis private Nashorn-Besitzer 2017 die Aufhebung des nationalen Handelsverbots erreichten. Die Besitzer „ernten“ regelmäßig Horn, indem sie es ihren Tieren unter Betäubung absägen. Der Südafrikaner John Hume kündigte nach dem Fall des Handelsverbots eine Versteigerung von Rhino-Horn an.

Breitmaulnashorn © Michael Payne

Breitmaulnashorn © Michael Payne

Pro Wildlife schlug sofort Alarm, denn wir wissen vom Handel mit Elfenbein, wie verheerend eine Legalisierung sein kann. Nashörner sind hochbedroht und der legale Handel könnte die Nachfrage anheizen und ihre Situation noch verschärfen. Die Auktion fand statt, auch wenn die Käufer das Horn nicht außer Landes bringen dürfen. Anfang 2019 wurden schließlich zwei Männer mit einer großen Menge Rhinohörner aufgegriffen. Sie hatten diese von John Hume erhalten und offenbar illegal über eine Provinzgrenze in Südafrika gebracht.

Um Wilderei nachhaltig bekämpfen zu können, klärt Pro Wildlife Verbraucher auf, setzt sich dafür ein, die Nachfrage zu reduzieren und den Handel mit bedrohten Arten zu verbieten. Denn wo der Handel legalisiert wird, werden neue Käuferschichten erschlossen, der Handel wird enttabuisiert und Kontrollen teils unmöglich gemacht. Schließlich sieht niemand einem Horn oder Stoßzahn an, woher es stammt. Ähnliche Probleme beobachten wir beim Handel mit lebenden Tieren oder mit Reptilienhäuten. In deutschen Terrarien oder Aquarien landen häufig Tiere, die als Nachzucht ausgegeben wurden, aber eigentlich Wildfänge sind. Millionen Schlangen werden jährlich aus der Natur geholt und zu Modeartikeln verarbeitet. Die Wilderei bedient auch hier die Nachfrage nach dem Luxusgut Wildtier.

In Afrika spielt sich derzeit eine riesige Wilderei-Krise ab, der illegale Wildtierhandel wird von internationalen, kriminellen Syndikaten gesteuert. Um die verantwortlichen Wilderer, Händler und korrupten Beamten zur Rechenschaft zu ziehen, unterstützt Pro Wildlife das EAGLE-Netzwerk. Das Team ist in neun afrikanischen Ländern aktiv und unterstützt Polizei, Zoll und Gerichte bei ihrer Arbeit. Das EAGLE-Netzwerk beschlagnahmt regelmäßig Produkte aus geschützten Tieren, aber auch lebende Tiere. Zahlreiche Menschenaffen konnte EAGLE mit unserer Hilfe beschlagnahmen lassen und in Auffangstationen bringen.

Meilensteine 2017
Februar 2017: Pro Wildlife referiert bei EU-Kommission
Die EU-Kommission lädt Pro Wildlife zu einer Tagung ein, um zum Thema Reptilienschmuggel zu sprechen und die Rolle europäischer Tierhändler zu beleuchten. (Foto © Wikimedia)
Operation eines Schimpansen, J.A.C.K. Sanctuary © Ainare Basaras
April 2017: Kooperation mit J.A.C.K. in DRC startet
Die Kooperation mit der Schimpansen-Auffang-station J.A.C.K. in der Demokratischen Republik Kongo beginnt unter anderem mit tierärztlicher Unterstützung. (Foto © Ainare Basaras)
Walfang Norwegen
September 2017: Bericht „Frozen in time“
Ein Erfolg unseres Berichtes zu Norwegen „Frozen in Time“: Das EU-Parlament einigt sich auf eine Resolution gegen den Walfang in Norwegen. (Foto © Nick Seliger)

Pro Wildlife-Chronik

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