Rettung für Plumploris

2007: Internationaler Schutz für die kleinen Primaten.

Riesige Augen, winzige Fingernägel, fluffiges Fell: Plumploris sind unglaublich niedlich. Und genau das wird ihnen zum Verhängnis. Denn in ihren Heimatländern in Asien werden die Tiere zu Tausenden aus der Wildnis gerissen und auf den Märkten als Haustiere, angebliche Medizin oder Fotomotive für Touristen verkauft. Für die nachtaktiven Primaten bedeutet dies oft das Todesurteil, denn viele überleben nur wenige Wochen oder Monate in Gefangenschaft. Bis 2007 waren die Tiere international völlig unzureichend geschützt.

Pro Wildlife erfuhr durch ein Forschungsprojekt, wie schlecht es um die kleinen Äffchen bestellt war, und machte sich sofort an die Arbeit. Für die CITES-Artenschutzkonferenz 2007 arbeiteten wir gemeinsam mit Kambodscha einen Antrag aus, der den Schutz für alle Plumplori-Arten vorsah. Auf der Konferenz organisierten wir Informationsveranstaltungen, und gemeinsam mit der Plumplori-Expertin Prof. Dr. Anna Nekaris erreichten wir schließlich, dass der Antrag auf ein Handelsverbot angenommen wurde.

Plumplori © IAR

Plumplori © IAR

Durch das weltweite Handelsverbot können nun endlich Tiere beschlagnahmt werden, die in der Wildnis gefangen wurden. Wenn Plumploris gerettet werden, kommen sie zum Beispiel in die von uns unterstützte Auffangstation Ciapus, die unser Partner International Animal Rescue betreibt. Stationen wie diese sind für die Primaten unheimlich wichtig. Denn in der Praxis ist es häufig so: Gibt es keine Station, wird nicht beschlagnahmt. Wo könnten die Behörden die Tiere sonst auch unterbringen? Deshalb traf Pro Wildlife bereits kurz nach dem CITES-Schutzerfolg die Entscheidung, ein Projekt vor Ort zu unterstützen. Die Station Ciapus haben wir ausgesucht, weil sie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt: Beschlagnahmte Tiere werden aufgepäppelt, rehabilitiert und wieder ausgewildert. Nur die Tiere, die in Freiheit nicht mehr überleben können, bleiben dauerhaft in Pflege. Außerdem informiert die Station Bevölkerung und Vollzugsbeamte über die Plumploris, ihre Gefährdung und Schutzbestimmungen.

Um den Vollzugsbehörden dabei zu helfen, die Tiere zu identifizieren, ließen wir zudem Schulungsmaterial in fünf asiatischen Sprachen anfertigen. Denn häufig wussten die Mitarbeiter von Zoll oder Polizei nicht, dass Plumploris geschützte Äffchen sind und dass es verschiedene Arten gibt. So setzten sie aufgegriffene Tiere einfach in irgendeinem Wald aus, ohne darauf zu achten, ob diese Art auch wirklich in dieser Region vorkommt.

Für die Plumploris hat der Schutzantrag 2007 das Überleben bedeutet, für sie gilt seitdem ein striktes internationales Handelsverbot. Völlige Entwarnung gibt es jedoch noch nicht, denn nach wie vor werden Tiere aus der Wildnis gefangen und illegal gehandelt. Im Internet tauchen immer wieder Fotos von Touristen mit Plumploris an den Stränden Thailands auf. Und noch immer werden sie als Haustiere verkauft. Schuld daran sind auch Internetvideos, die die Tiere mit hochgerissenen Armen zeigen. Was viele Menschen niedlich finden, ist in Wirklichkeit eine Abwehrreaktion der kleinen Primaten. Solche Online-Clips heizen das Geschäft mitden Tieren an. Deshalb gehen unsere Aufklärungsarbeit, Hilfe bei Beschlagnahmen und Auswilderungen weiter.

Meilensteine 2007
Delfine werden weltweit bejagt © Pixabay
2007: Aufklärung im UN Jahr des Delfins
Im UN-Jahr des Delfins klären wir die Öffentlichkeit und die Presse verstärkt über die vielen, oft unbekannten Bedrohungen der kleinen Meeressäuger auf.
Schlange Atheris Squamigera
Oktober 2007: Erstes Gefahrtiergesetz Detuschlands in Hessen
Nach jahrelanger Vorarbeit veröffentlicht Hessen als erstes deutsches Bundesland ein strenges Gefahrtiergesetz und eine Verbotsliste für giftige und großwüchsige Tiere.
Afrikanischer Elefant © Pixabay
November 2007: Elefanten-Schutzgebiet gerettet
Pro Wildlife bewahrt das Schutzgebiet Babille in Äthiopien vor „Landgrabbing“. Die deutsche Firma Flora Eco Power drohte den Lebensraum durch Plantagen zu zerstören.

Pro Wildlife-Chronik

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