Reduzierung der Nachfrage nach Delfin- & Walfleisch

2012: Delfin- und Walfleisch ist giftig.

Das Fleisch von Delfinen und Walen ist schädlich! Das belegten immer wieder wissenschaftliche Studien, die uns hellhörig werden ließen. Auf den dänischen Färöer-Inseln wurden bei Kindern, deren Mütter während Schwangerschaft und Stillzeit das Fleisch von Grindwalen aßen, irreversible kognitive Probleme festgestellt: Je höher der Grindwal-Konsum, desto stärker waren die Kinder in Sprache, Konzentrations- und Erinnerungsvermögen beeinträchtigt. Bereits 2008 hatten lokale Mediziner die Empfehlung ausgegeben, kein Fleisch der Tiere mehr zu essen.

Auch aus Japan mehrten sich Horrorberichte zum Konsum von Walfleisch und Delfinfleisch. Forscher fanden in Stichproben stark erhöhte Werte von Chlorverbindungen (zum Beispiel PCB, DDT) und Quecksilber; zum Teil waren sie 200-fach höher als die Gesundheitsempfehlung. Bei einem Delfin fanden die Experten sogar den 5.000-fachen Wert an zulässigem Quecksilber.

Zwergwal

Studien wie diese verschwinden jedoch häufig in Schubladen und wissenschaftlichen Archiven. Pro Wildlife machte sich deshalb daran, diese Ergebnisse zu sammeln und verständlich aufzuarbeiten. Unser Ziel: den Appetit auf Delfin- und Walfleisch zu verringern. Heraus kam der Bericht „Toxic Menu“, den wir gemeinsam mit der Schweizer Organisation OceanCare 2009 veröffentlichten. Unsere geballten Informationen zur Giftstoffbelastung in Delfin- und Walfleisch konnten auch die Staatengemeinschaft bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) nicht ignorieren. Unser Bericht wurde zur Grundlage einer Resolution der Bundesregierung, die auf der Walfangkonferenz 2012 angenommen wurde. Die Walfangländer müssen nun ihre Bevölkerung über die immensen Gesundheitsrisiken aufklären, die mit dem Konsum von Walfleisch einhergehen.

Für uns war diese Resolution ein voller Erfolg. Unser Bericht trug direkt dazu bei, die Nachfrage zu reduzieren. Tatsächlich gehen in Japan seit Jahren die Zahlen der getöteten Delfine stark zurück. Auch Walfleisch findet in Norwegen, Island und Japan immer weniger Abnehmer. Selbst die Versuche, neue „hippe“ Produkte wie Wal-Burger und Nahrungsergänzungsmittel aus Wal auf den Markt zu bringen, helfen den Walfängern nicht. Wirtschaftlich lohnt sich die Jagd inzwischen meist nicht mehr; häufig wird sie mit viel Geld vom Staat subventioniert. Unsere Aufklärungskampagnen helfen dabei, dass der Walfang zum Auslaufmodell wird.


Als deutscher Regierungsvertreter in der Internationalen Walfangkommission (IWC) schätze ich die fundierte Beratung von Pro Wildlife ganz besonders. Seit nunmehr zehn Jahren kenne ich Pro Wildlife als Organisation, die sich gleichermaßen mit Sachkenntnis und Herzblut für den Schutz von Walen und Delfinen einsetzt. Pro Wildlife ist fester Bestandteil des Beraterkreises meines Referates im Bundesernährungsministerium, wenn es um Strategien rund um die IWC geht. Das Ende des kommerziellen Walfangs und der bestmögliche Schutz von Meeressäugern sind die herausragenden Ziele, die uns einen und für die wir uns auf EU- und internationaler Ebene mit allem Nachdruck einsetzen. Mit neuen Ideen und Impulsen bereichert Pro Wildlife immer wieder die Diskussion um den optimalen Schutz der Riesen unserer Weltmeere. Dazu zählt unter anderem die einstimmig beschlossene IWC-Resolution von 2012, für die Pro Wildlife wichtige Beiträge geleistet hat. Diese Resolution warnt vor der Giftstoffbelastung in Wal- und Delfinfleisch und fordert die Walfangländer auf, ihre Bevölkerung über die damit verbundenen Gesundheitsrisiken aufzuklären. Ich gratuliere Pro Wildlife zu 20 Jahren engagiertem, professionellen Einsatz für Wildtiere und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.

Walter Dübner, Leiter des Referates „Seefischereimanagement und -kontrolle, IWC“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Meilensteine 2012
März 2012: Delfinarium verhindert
Mit einer Petition helfen wir, den Bau eines Delfinariums auf den Malediven zu verhindern, für das eigens Tiere aus der Karibik importiert werden sollten.
Elefant © Game Rangers International
Mai 2012: Kooperation mit Elefantenwaisenhaus Sambia startet
Pro Wildlife startet die Kooperation zum Elefantenschutz mit Game Rangers International in Sambia und unterstützt unter anderem das Elefantenwaisenhaus. (Foto © GRI)
Schimpanse J.A.C.K. © Ainare Basaras
Juni 2012: Letzte Sendung von „Unser Charlie“ 
Das ZDF stellt die TV-Serie „Unser Charlie“ ein. Pro Wildlife hatte den Sender wiederholt aufgefordert, die Serie mit dem dressierten Schimpansen zu beenden. (Foto © Ainare Basaras)
November 2012: Hai-Finning-Verbot in der EU 
Die EU beschließt ein Hai-Finning-Verbot. Als Mitglied der Shark Alliance kämpfen wir dafür, dass das Abschneiden der Flossen von lebenden Haien verboten wird. (Foto © Tomas Koutuc)

Pro Wildlife-Chronik

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