Pro Wildlife im Einsatz für bedrohte Gorillas

2009: UN-Jahr des Gorillas.

Alle Menschenaffen sind vom Aussterben bedroht. Die Bestände des Westlichen und Östlichen Gorillas schrumpfen immer weiter. Selbst ihre massive Statur und die bis zu 160 Kilogramm Körpergewicht schützen die sanften Affen nicht vor der Rodung des Regenwalds, der Wilderei und der Verdrängung für Minen. Als die Vereinten Nationen 2009 zum Jahr des Gorillas erklärten, nutzten wir das intensiv, um auf die Gefährdung dieser Primaten aufmerksam zu machen.

Auf unserer eigens für das UN-Jahr erstellten Website informierten wir über das Verschwinden der Riesen und darüber, was wir in Europa für ihren Schutz tun können. In vielen elektronischen Geräten sind seltene Rohstoffe wie Tantal-Erze verarbeitet. In unseren Handys und Smartphones findet sich beispielsweise Coltan, das im Osten der Demokratischen Republik Kongo unter unmenschlichen Bedingungen in illegalen Minen ausgerechnet im Gebiet der bedrohten Grauer-Gorillas abgebaut wird. Für die Fleischversorgung der Minenarbeiter werden auch Gorillas gewildert. Diese Kampagne war der Startschuss unserer erfolgreichen Handysammelaktion. Seitdem konnten wir Rohstoffe aus tausenden alten Handys recyceln lassen und die Erlöse in unser Affenschutzprogramm investieren. Im gleichen Jahr wurde die bekannte Schauspielerin Senta Berger unsere Botschafterin für die Gorillas.

Östlicher Gorilla © Greg S. Garrett

Die am meisten bedrohte Unterart, der Cross-River-Gorilla, stand im Fokus eines Projekts, das wir gemeinsam mit der Organisation WCS zum Schutz der Menschenaffen starteten. Im Cross-River-Wald an der Grenze von Kamerun und Nigeria leben noch etwa 250 Tiere. Der Honig der Wildbienen diente den Menschen vor Ort als Nahrungsquelle. Jahrelang fällten sie die Bäume im Wald, um an die begehrten Honigwaben zu kommen. So wurde das einzige Rückzugsgebiet der hochbedrohten Tiere immer kleiner. Wir organisierten vor Ort Imker-Schulungen für die Menschen, die dadurch nicht mehr auf die Ressourcen in dem bedrohten Wald angewiesen waren. Sie lernten dabei, wie sie Bienenstöcke anlegen, nachhaltig Imkerei betreiben und gleichzeitig den Gorillawald schonen können.

Westlicher Gorilla © Geoffrey Oddie

Anfang 2017 erfuhren wir von den Plänen des zuständigen Gouverneurs in Nigeria, der einen sechsspurigen Highway ausgerechnet durch diesen wichtigen Gorilla-Wald bauen will. Mit der breiten Schneise wäre nicht nur wertvoller Wald unwiederbringlich verloren, Wilderer könnten auch viel einfacher in die allerletzten Rückzugsgebiete der Tiere eindringen. Für die einzigartige Artenvielfalt im Wald wäre das ein Desaster. Pro Wildlife kämpft unter anderem mit Hilfe einer Petition gegen den Bau der Straße. Eine teilweise Umplanung des Highways wurde bereits erreicht.


Pro Wildlife ist ein wichtiger Partner an der Seite von Gorillas, Schimpansen, Orang-Utans und vielen weiteren Wildtieren. Der Ansatz, die Ursachen zu bekämpfen und nicht nur die Folgen einzudämmen, ist genau das, was im Artenschutz so wichtig ist. Bereits seit 20 Jahren kämpft das Team von Pro Wildlife für die Wildtiere und ich unterstütze es dabei gerne.

Senta Berger
Schauspielerin
Meilensteine 2009
Eisbär
September 2009: Protest gegen Eisbärenjagd
Gemeinsam mit Schauspieler, Autor und Aktivist Hannes Jaenicke protestieren wir gegen die Jagd auf Eisbären. Für den Handel mit Fellen werden jährlich hunderte Tiere geschossen und das, obwohl der Eisbär durch die Klimaerwärmung bereits bedroht ist.
Delfine_ grosser Tümmler
Oktober 2009: „Die Bucht“ läuft in deutschen Kinos
Der Oscar-prämierte Film „Die Bucht“ über die Schlachtung von Delfinen in Japan feiert Deutschland-Premiere. Pro Wildlife ist Kooperationspartner in Deutschland, veranstaltet eine Vorführung für Politiker in Berlin und macht auf die Delfinjagd aufmerksam.
Dezember 2009: Stern TV berichtet über Gorillas
Das Pro Wildlife-Team berichtet bei Stern TV über die zahlreichen Gefahren für Gorillas und informiert über Möglichkeiten der konkrete Hilfe für die Menschenaffen. (Foto © LWC)

Pro Wildlife-Chronik

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