Limbe Wildlife Centre

2000: Unser erstes Projekt vor Ort.

Im Westen Afrikas finden Schimpansen und Gorillas einige der letzten Zufluchtsorte. Leider dringen Menschen immer tiefer in die Regenwälder ein, jagen die Affen und verkaufen die Jungtiere als Haustiere. Für Pro Wildlife stand deshalb schon sehr früh fest, dass Tier- und Artenschutz auch vor Ort stattfinden muss. Auf der Suche nach guten Partnern wählten wir als unser erstes Schutzprojekt das Limbe Wildlife Centre (LWC) in Kamerun aus.

Tierpfleger Jonathan mit Nyango © LWC

Wichtig war für uns von Anfang an ein vielschichtiger und nachhaltiger Ansatz: Das LWC nimmt Affen und andere Wildtiere in Not auf und arbeitet mit den Menschen vor Ort. Zahlreiche Wildtiere können nach ihrer Rehabilitation wieder ausgewildert werden. Über die Jahre hat sich Pro Wildlife zum wichtigsten Geldgeber für das Zentrum entwickelt. Wir finanzieren unter anderem die Stelle des Projektleiters und unterstützen kontinuierlich den Bau neuer Gehege, Futterversorgung und medizinische Betreuung. Die Förderung des Projekts „Aframomum“ gibt der llokalen Bevölkerung die Möglichkeit, Futterpflanzen für die Affen anzubauen und so ein Einkommen für ihre Familien zu erwirtschaften. Insgesamt gaben wir bisher 300.000 Euro nach Limbe.

Der ganzheitliche Ansatz, wie er im Limbe Wildlife Centre praktiziert wird, ist uns bei der Auswahl von Projekten bis heute enorm wichtig. Denn um zu verhindern, dass immer mehr Tiere aufgenommen werden müssen, ist die Ursachenbekämpfung unerlässlich. Deshalb sind uns Aufklärung, die Unterstützung des Vollzugs und dass die Bevölkerung in den Einrichtungen Arbeit findet, wichtig. Denn nur, wenn die Menschen profitieren und eine Alternative zu Wilderei und Buschfleischhandel haben, gewinnen auch die Wildtiere.


Interview mit Peggy Motsch, Limbe Wildlife Centre

Welchen Stellenwert hat Pro Wildlife für das Limbe Wildlife Centre?
Pro Wildlife ist seit 19 Jahren an unserer Seite und der beständigste Partner im Einsatz für unsere Tiere. Mit der Gewissheit einer verlässlichen Unterstützung seitens Pro Wildlife konnte das LWC seit dem Jahr 2000 mehr als 260 Primaten, über 3.370 gefährdete afrikanische Graupapageien, 55 andere Vögel und mehr als 280 andere Wildtiere wie Reptilien und kleine Säugetiere retten und pflegen.

Wie teuer ist die Versorgung der Tiere?
Das ist schwer zu sagen und hängt davon ab, wie viele Tiere wir in der Einrichtung versorgen. Für das Gorillababy Bobga, das aus fürchterlicher Haltung gerettet und zu uns gebracht wurde, benötigen wir zum Beispiel etwa 1.000 Euro pro Jahr. Insgesamt sind es für alle Schützlinge etwa 120 Tonnen Früchte, 35 Tonnen Proteinnahrung und 85 Tonnen Blätter jährlich.

Gab es in den vergangenen Jahren eine Situation, die dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Es brach uns das Herz, als Utah und Mungo bei uns ankamen. Die beiden Schimpansen waren 15 Jahre lang in kleinen Käfigen gehalten worden, die nur etwa einen Quadratmeter groß waren. Menschen können extrem grausam sein. Andererseits sind Schimpansen starke Tiere, die auch schlimme Zeiten überstehen können. Die beiden leben inzwischen in einem großen Freigehege mit ihren Artgenossen. Ohne die Partnerschaft mit Pro Wildlife hätte das Limbe Wildlife Centre nicht einen solchen langfristigen Einfluss auf den Schutz der Wildtiere in Kamerun haben können und dafür sind wir unendlich dankbar!

Meilensteine 2000
Juni 2000: Bericht „The Decline of Asian turtles
Unser Bericht „The Decline of Asian turtles” zeigt die massive Bedrohung für zahlreiche asiatische Schildkrötenarten, die völlig ungeschützt entweder in Terrarien oder im Kochtopf landen. Unsere ersten Anträge bei der 11. CITES-Artenschutzkonferenz in Kenia sind erfolgreich.

Pro Wildlife-Chronik

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