EU-Wildvogelimportverbot rettet Millionen Tiere

2005: Keine Wildvögel mehr in die EU.

Bis 2005 war die EU mit Abstand der größte Importeur für wild gefangene Vögel. Allein für den europäischen Markt wurden laut Berechnungen von Pro Wildlife jedes Jahr 3,5 Millionen Wildvögel in Afrika, Asien und Lateinamerika aus der Wildnis gerissen.

Ein Großteil starb bereits bei Fang und Transport, denn die Methoden sind brutal: Es werden beispielsweise Leimfallen ausgelegt, an denen die Tiere kleben bleiben. Vom Baum gepflückt werden sie zu Boden geworfen und in Säcken und Kisten verstaut. Für Pro Wildlife ein unhaltbarer Zustand, denn die Tiere leiden fürchterlich, der massenhafte Fang bedroht ganze Arten sowie die Gesundheit von Menschen und Tieren in den Importländern, da Vögel verschiedene Krankheiten übertragen.

Venezuela Amazone © Pixabay

2004 starteten wir eine Kampagne zum Schutz von Wildvögeln. Mit Berichten, Petitionen und Verhandlungen setzten wir uns dafür ein, die Einfuhr in die EU aus Gründen des Tier-, Arten- und Gesundheitsschutzes zu verbieten. 2005 brach die Vogelgrippe bei europäischen Geflügelzuchtbetrieben aus, in Asien waren auch Menschen an der Viruserkrankung gestorben. Die negativen Schlagzeilen gaben unserer Forderung nach einem EU-weiten Importverbot neuen Auftrieb. Zunächst verhängte die EU nur temporäre Verbote für die Einfuhr von Vögeln aus einigen asiatischen Ländern. Pro Wildlife informierte gemeinsam mit seinen Partnern Politiker, Behörden und wissenschaftliche Gremien unablässig über die globalen Missstände im Vogelhandel. Als auch in der Quarantänestation eines Vogelhändlers in Großbritannien Papageien an der Vogelgrippe starben, wuchs bei den Entscheidungsträgern die Erkenntnis, dass nicht nur der Handel mit Geflügel, sondern auch Ziervögeln ein Risiko bedeutet.

Zu guter Letzt erkannte ein Bericht der zuständigen EU-Behörde zudem an, dass der Wildvogelhandel auch aus Tier- und Naturschutzsicht problematisch ist. 2005 verhängte die EU zunächst ein befristetes, 2007 endlich ein dauerhaftes Verbot. Die Kampagne für den Schutz der Wildvögel ist in unserer Geschichte bislang diejenige, die den meisten Tieren das Leben rettete: Der weltweite Handel ist laut Studien seither um 90 Prozent zurückgegangen.
Meilensteine 2005

Mai 2005: Walfangländer tricksen
Pro Wildlife deckt in einem Bericht auf, dass die Walfangländer Statistiken fälschen, Kontrolleure manipulieren und Beobachter austricksen. Damit verhindern wir, dass bei der Internationalen Walfangkonferenz Rahmenbedingungen für den kommerziellen Walfang geschaffen werden. (Foto © Michael Tenten)

Eisbärfamilie © Lori & Rich Rothstein

Juni 2005: Keine Trophäenjagd in Grönland
Grönland plant, die Trophäenjagd auf Eisbären zu erlauben. Pro Wildlife protestiert dagegen, denn Eisbären sind bereits durch Erderwärmung und andere Faktoren bedroht. Die Trophäenjagd würde zusätzlichen Schaden anrichten. Die Pläne werden auf Eis gelegt (Foto © Lori & Rich Rothstein).

Chronik

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