Kampagne gegen Elefanten im Tourismus

2018: Pro Wildlife dokumentiert Missstände beim Elefantentourismus.

15.000 asiatische Elefanten leben in Gefangenschaft. Viele von ihnen fristen ihr Dasein als Touristenattraktionen. Sie werden oft unter fürchterlichen Bedingungen gehalten und von klein auf mit großer Gewalt unterworfen. Den meisten Reisenden ist nicht bewusst, was für eine grausame Industrie sie mit ihrem Urlaubserlebnis unterstützen. Pro Wildlife hat eine Kampagne gestartet, um Touristen und Reiseveranstalter darüber aufzuklären, wie brutal und gefährlich der Elefantentourismus ist. Auf unserer Website informieren wir Urlauber über die Hintergründe und helfen ihnen dabei, elefantenfreundliche Reiseanbieter zu finden. Basierend auf unserer langjährigen Arbeit und Recherchen vor Ort erschien 2018 der umfangreiche Bericht „Ein Leben in Ketten – Elefanten im Tourismus“. Erstmals wurden hier alle Schattenseiten des Elefantentourismus umfassend beleuchtet.

Insbesondere für Elefanten ist der Einsatz im Tourismus eine Tortur. Sie dienen als Show- und Reittiere, werden von Touristen gebadet, gefüttert und gestreichelt. Doch der Eindruck des sanftmütigen Riesen täuscht. Elefanten sind die gefährlichsten Wildtiere in Gefangenschaft, weshalb sie bis heute an Ketten gehalten werden. Direkten Kontakt zum Menschen lassen sie in der Regel nur zu, weil sie mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden. Bereits als Babys werden sie ihren Müttern entrissen und mit Stöcken, Schlaf- und Wasserentzug malträtiert, bis ihr Wille gebrochen ist und die Angst vor Schmerzen ihr Verhalten diktiert. Auch danach halten die Elefantenführer die Tiere mit Hilfe des spitzen Elefantenhakens ein Leben lang unter Kontrolle. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unfällen mit Elefanten im Tourismus, bei denen Elefantenführer und Touristen verletzt oder sogar getötet werden.

Asiatische Elefanten © Avijan Saha

Asiatische Elefanten © Avijan Saha

Touristen erliegen häufig dem Irrglauben, dass alle Elefanten in Gefangenschaft gezüchtet werden. Dabei ist der Tourismus dafür verantwortlich, dass Elefantenbabys bis heute aus der Wildnis gestohlen werden. Denn die Nachfrage nach Attraktionen mit Elefanten ist groß und die Zucht langwierig und nur selten erfolgreich. Bei dem vergeblichen Versuch, ihre Babys vor den Elefantenfängern zu schützen, lassen Mütter und Tanten häufig ihr Leben. Für asiatische Elefanten ein ernstes Problem, denn es gibt nur noch etwa 44.000 wild lebende Tiere.

Elefantenreiten in Sri Lanka

Elefantenreiten in Sri Lanka

Seit dem Start unserer Aufklärungskampagne haben wir mehr als 100 Reiseveranstalter angeschrieben und bisher haben 35 ihre Programme elefantenfreundlich überarbeitet. TUI, DER Touristik und Thomas Cook gehören zu den größten Anbietern, die Camps, in denen Reiten und andere Attraktionen mit direktem Kontakt angeboten wurden, aus dem Programm genommen haben. Zahlreiche weitere Reiseanbieter befinden sich momentan noch in der elefantenfreundlichen Überarbeitung ihrer Angebote, wobei wir Hilfestellung leisten. Unsere Kampagne hat zu einem Umdenken in der Reisebranche beigetragen. Auch der Deutsche Reiseverband und Forum Anders Reisen haben sich auf unsere Initiative hin gegen den Elefantentourismus positioniert.

Meilensteine 2018
Salat in Plastikflut © Pro Wildlife
Januar 2018: Plastik-Scout startet
Pro Wildlife startet die Kampagne „Plastik-Scout“, um auf den stetig steigenden Verbrauch von Plastik und die damit verbundenen Probleme hinzuweisen.
März 2018: Rekord-Beschlagnahme von Schildkröten
In einem Haus in Madagaskar werden fast 11.000 hochbedrohte Schildkröten gefunden. Wir können Dank unserer Spender Soforthilfe leisten, um die Tiere zu versorgen. (Foto © Turtle Survival Alliance)
Orang-Utan-Baby Rahman © International Animal Rescue
August 2018: Kooperation mit Orang-Utan-Projekt startet
Die Kooperation mit der Organisation International Animal Rescue für Orang-Utans auf Borneo beginnt. Pro Wildlife unterstützt die Station und klärt über Palmöl auf. (Foto © International Animal Rescue)

Pro Wildlife-Chronik

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