CITES: Konferenz der bedrohten Tiere

2019: Wildtiere sind keine Ware.

Python-Leder für Handtaschen, Chamäleons für Terrarien, Elefanten-Stoßzähne als Dekoration: Wildtiere werden weltweit als Luxusartikel gehandelt. Diesem Geschäft wären keine Grenzen gesetzt, gäbe es nicht das Abkommen mit dem sperrigen Namen „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“, auf Englisch CITES. Denn nur CITES kann wirkungsvolle internationale Handelsbeschränkungen und -verbote für bedrohte Tiere und Pflanzen beschließen. Für viele Tierarten geht es ums Überleben, denn der internationale Handel ist für sie inzwischen die größte Bedrohung.

Pro Wildlife ist eine der wenigen deutschen Organisationen, die mit am Verhandlungstisch sitzen und sich aktiv für den Schutz gefährdeter Arten bei CITES einsetzen. Seit 20 Jahren dokumentieren wir die Bedrohung, finden Verbündete und helfen Ländern, Arten erfolgreich unter Schutz zu stellen. So konnten wir helfen, zahlreiche Spezies besser zu schützen und ihr Überleben zu retten; darunter Elefanten, Affen, Papageien, Schildkröten, Echsen und Frösche.

Männliche Giraffen

Männliche Giraffen

Die Weltartenschutzkonferenz findet alle drei Jahre statt, die nächste im August 2019 in Genf. Die Experten-Workshops und Ausschuss-Sitzungen dazwischen begleiten uns das ganze Jahr über. Die Konvention ist auch deshalb so wichtig, weil immer neue Tier- und Pflanzenarten als Ware, Luxusartikel oder Ressource ausgebeutet werden. Die Natur wird als Selbstbedienungsladen betrachtet. Bei der kommenden Konferenz versuchen zum Beispiel einige Länder, den Handel mit Nashorn und Elfenbein wieder zu erlauben. In der Vergangenheit konnten wir dies erfolgreich verhindern. Pro Wildlife wird auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten für einen strengen Schutz von Elefanten und Nashörnern kämpfen.

Zudem setzen wir uns im Vorfeld und auf der Konferenz für den Schutz zahlreicher weiterer Arten ein. Viele von ihnen sind vor allem durch den internationalen Heimtierhandel gefährdet. Pro Wildlife hat erneut an vielen Schutzanträgen mitgewirkt. Zwergotter sind in Asien beliebte Haustiere, Echsen und Vogelspinnen aus Sri Lanka, Schildkröten aus Afrika und Asien sowie Glasfrösche aus Mittelamerika landen hingegen in europäischen Terrarien und brauchen dringend besseren Schutz. Seit einigen Jahren stehen auch vermehrt Schutzanträge für Haie auf der Tagesordnung; diesmal wird über die Makohaie verhandelt. Pro Wildlife setzt sich zudem dafür ein, die stark dezimierten Giraffenbestände international zu schützen.

Meilensteine 2019
Februar 2019: Volksbegehren zum Artenschutz erfolgreich
Pro Wildlife hilft mit beim Volksbegehren „Rettet die Artenvielfalt“ in Bayern. Mit 18,4 Prozent wird es das bislang erfolgreichste Volksbegehren im Freistaat.
Koyote in der Falle
Mai 2019: Pelzfreie Luxuslabels
Gucci, Chanel, Armani, Versace und nun auch Prada: Immer mehr Luxuslabels verabschieden sich vom Pelz. Ein großer Erfolg langjähriger Aufklärungsarbeit. Das Ziel von Pro Wildlife ist es nun, auch einen Verzicht auf Krokodil- und Pythonleder zu erreichen. Chanel hat diesen Schritt bereits getan. (Foto © Randall Hsus)

Pro Wildlife-Chronik

Diesen Beitrag teilen