Weltartenschutz-Konferenz CITES 2019

Für bedrohte Arten am Verhandlungstisch.

Update: Die ursprünglich für den 23. Mai bis 3. Juni 2019 in Colombo, Sri Lanka, geplante 18. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) ist aufgrund der tragischen Ereignisse am Ostersonntag auf August (17.-28.8.2019) in Genf verschoben.

CITES CoP18

Mit 107 Arbeitsdokumenten und 56 Listungsanträgen ist es die bislang größte Weltartenschutz-Konferenz. Die Vorarbeit für dieses Mega-Ereignis begann für Pro Wildlife bereits zwei Jahre zuvor mit Recherchen zu Handel und Bedrohungsstatus von Arten, die durch die Nachfrage nach Heimtieren, Statussymbolen oder Traditioneller Medizin gefährdet sind. In enger Zusammenarbeit mit Herkunftsländern und unserem Netzwerk konnten wir erreichen, dass für zahlreiche bedrohte Arten ein besserer Schutz in greifbare Nähe gerückt ist.

Pro Wildlife ist auf der Weltartenschutzkonferenz vor Ort dabei und verhandelt bis zur letzten Minute mit. In unserem CITES-Blog werden wir ab dem 17. August live aus dem Konferenzraum berichten.

 

Zur Erklärung:
CITES Anhang I: Internationales Handelsverbot
CITES Anhang II: Handel muss kontrolliert und beschränkt werden, Ausfuhrgenehmigung erforderlich
CITES Anhang III: Schutz nur in einzelnen Staaten
* Bestand lt. Rote Liste der IUCN

Einige der wichtigsten Anträge

(Bitte klicken Sie im grauen Balken auf (+), um mehr zu lesen)

Afrikanischer Elefant © Pixabay

Große Mengen Roh Elfenbein

Afrikanischer Elefant

» Art: Loxodonta africana
» Bestand: Gefährdet*
» Gefahren: Wilderei v.a. für Elfenbeinhandel
» Antrag: 1) Aufheben des internationalen Handelsverbotes für Elfenbein in Botswana, Namibia, Simbabwe, Südafrika 2) Aufheben des internationalen Handelsverbotes für Elfenbein, Jagdtrophäen und Häute aus Sambia 3) Hochstufen der Bestände von Botswana, Namibia, Simbabwe, Südafrika in Anhang I und damit dauerhaftes internationales Handelsverbot
» Antragsteller: 1) Botswana, Namibia und Simbabwe 2) Sambia 3) Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Kenia, Liberia, Niger, Nigeria, Sudan, Syrien, Togo

» Pro Wildlife Position: Anträge 1 und 2 ABLEHNEN, Antrag 3 UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Immer wieder versuchen Länder des südlichen Afrikas, das geltende Handelsverbot für Elfenbein zu Fall zu bringen. Sie beantragen, den Handel mit Elfenbein aus Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika frei zu geben (deren Elefanten nur dem verringerten Schutzstatus des Anhang II von CITES unterliegen). Zusätzlich beantragt Sambia erneut die Herabstufung seines Elefantenbestandes von CITES Anhang I auf II, um Elfenbein, aber auch lebende Tiere und Jagdtrophäen kommerziell handeln zu können. Die Anträge aus dem südlichen Afrika unterminieren weltweite Bemühungen, die Elfenbeinmärkte zu schließen und die Nachfrage zu stoppen.

Pro Wildlife lehnt sie deshalb strikt ab und warnt vor den möglichen Folgen: In den Jahren 1999 und 2008 hatte die Staatengemeinschaft einmalige Abverkäufe von Elfenbein aus Lagerbeständen genehmigt, danach sind Wilderei und Elfenbeinschmuggel deutlich angestiegen. Um den kommerzielle Handel mit Elefanten und Elfenbein dauerhaft zu beenden, sieht ein von zehn Ländern eingereichter Gegenantrag vor, alle Elefantenbestände unter den strengen Schutz (CITES Anhang I) zu stellen. Dies wird von der großen Mehrheit afrikanischer Staaten mit Elefantenbeständen unterstützt.

 

Breitmaulnashorn © Martin Harvey

Breitmaulnashorn © Martin Harvey

Südliches Breitmaulnashorn

» Art: Ceratotherium simum simum
» Bestand: Potentiell gefährdet*
» Gefahren: Wilderei v.a. wegen des Horns
» Antrag: 1) Freigabe des Handels mit Rhino-Horn aus Eswatini 2) Herunterstufung des Bestands in Namibia in Anhang II und Freigabe des Handels mit lebenden Tieren und Jagdtrophäen
» Antragsteller: 1) Eswatini 2) Namibia

» Pro Wildlife Position: ANTRÄGE ABLEHNEN

Hintergrund
Hauptbedrohung für Nashörner in aller Welt ist die Wilderei für den internationalen Handel. Seit 2008 hat sie stark zugenommen, weil das Horn bei einer wachsenden Mittelschicht in Vietnam und China als Statussymbol, Investitionsobjekt und vermeintliches Heilmittel gegen Krebs, Fieber und Entzündungen gilt.

Weltweit bemühen sich Regierungen und Artenschützer, gegen diesen Aberglauben anzugehen und die Nachfrage zu senken. Trotzdem beantragt der Ministaat Eswatini (ehemals Swasiland), das seit 1977 geltende Handelsverbot aufzuheben, um den Handel mit Horn aus seinen Lagerbeständen sowie von seinen 66 (!) verbleibenden Tieren zu erlauben. Würde der Antrag angenommen, drohen die Spekulation mit Horn und die Wilderei weiter zu eskalieren. Ein weiterer Antrag von Namibia zielt trotz zunehmender Wilderei im Land darauf ab, den Schutzstatus der etwa 1.000 dort lebenden Breitmaulnashörner zu verringern. Das Land beantragt zunächst den Handel mit lebenden Tieren und Jagdtrophäen zu kommerziellen Zwecken. Pro Wildlife setzt sich gegen beide Anträge ein und fordert ein konsequenteres Vorgehen gegen Wilderer und Schmuggler.

 

Zwergotter

Zwergotter

Zwergotter

» Art: Aonyx cinereus
» Bestand: Gefährdet*
» Gefahren: Pelzhandel, Heimtierhandel
» Antrag: Hochstufung von CITES App. II in App. I
» Antragsteller: Indien, Nepal, Philippinen

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Die niedlichen kleinen Raubtiere werden v.a. wegen ihres dichten Pelzes bejagt, sind aber dank viraler Videos auch der letzte Schrei unter den Freunden exotischer Haustiere. Der Markt boomt vor allem in Asien (in Japan gibt es sogar Otter-Cafés, wo die Tiere präsentiert werden), aber auch in Europa werden die Tiere für 600 bis 1.500 Euro verkauft, den USA sogar zu Preisen von bis zu 5.750 USD.  Seit 1977 gelten für Zwergotter internationale Handelsbeschränkungen, die jedoch den Niedergang der Bestände in der Wildnis nicht aufhalten konnten. Die Herkunftsländer Indien, Nepal und die Philippinen beantragen nun ein absolutes Handelsverbot, Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Giraffe © Pixabay

Giraffe © Pixabay

Giraffe

» Art: Giraffa camelopardalis
» Bestand: Gefährdet*
» Gefahren:Wilderei (Buschfleischhandel), Handel mit Häuten & Knochen
» Antrag: Aufnahme in CITES Anhang II
» Antragsteller: Kenia, Mali, Niger, Senegal, Tschad, Zentralafrikanische Republik

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Die Giraffen-Bestände sind in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent eingebrochen. Ursachen sind der schwindende Lebensraum, aber auch die Jagd. Giraffen werden als Fleischquelle, Jagdtrophäen, Deko- und Lederprodukte sowie lebend für Zoos und Zirkusse gehandelt. Lange Zeit wurde nur eine Giraffen-Art mit mehreren Unterarten akzeptiert, doch nun schlagen Wissenschaftler eine Aufsplittung in vier Arten vor – was pro Art noch kleinere Populationen und somit eine noch größere Gefährdung bedeutet.

Sechs afrikanische Länder beantragen nun erstmals internationale Handelsbeschränkungen und die Aufnahme der Art in CITES Anhang II. Einige südafrikanische Staaten, die auch Elfenbeinhandel und Trophäenjagd auf bedrohte Arten propagieren, haben bereits Widerstand gegen eine CITES-Listung angemeldet. Pro Wildlife unterstützt den Schutzantrag.

 

Saiga-Antilope ©Igor-Shpilenok

Saiga-Antilope ©Igor-Shpilenok

Saiga-Antilope

» Art: Saiga tatarica
» Bestand: Akut vom Aussterben bedroht*
» Gefahren: Jagd, Wilderei
» Antrag: Hochstufung von CITES Anhang II in Anhang I
» Antragsteller: USA, Mongolei

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Mit ihrer bizarren, rüsselartigen Nase ist diese Antilope der Steppen Eurasiens unverwechselbar. Sie wird vor allem wegen ihrer gerillten Hörner, die in der Traditionellen Asiatischen Medizin unter anderem gegen Fieber eingesetzt werden, erbarmungslos verfolgt. Bis zu 260 Euro erzielen 100 Gramm Horn auf dem Schwarzmarkt. Zudem werden die Tiere für Fleisch und Trophäen gejagt.

Die Antilopen gelten laut Internationaler Roter Liste als akut vom Aussterben bedroht. Mitte der 1970er Jahre lebten noch etwa 1,25 Millionen Saiga-Antilopen, heute sind es nur noch 124-228.000 erwachsene Tiere. Das Fehlen der Tiere hat große ökologische Auswirkungen für den Erhalt der Steppenlandschaft. Da nur die Männchen Hörner tragen, hat die Wilderei das Geschlechterverhältnis stark verschoben: 87 bis 95 Prozent der verbleibenden Tiere sind Weibchen, der Männermangel hat mittelfristig Auswirkungen auf Fortpflanzung und Arterhalt. Zudem dezimieren Epidemien die Bestände: 2015 und 2016 starben alleine in Kasachstan bis zu 200.000 Tiere an einer Infektion. Die Mongolei und die USA beantragen nun eine Hochstufung von CITES Anhang II in Anhang I. Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Hornagame Ceratophora_tennentii(c)Moni Ostermaier Wikimedia

Hornagame © Moni Ostermaier Wikimedia

Sri Lanka Agamen

» Art: 10 Sri Lanka Agamen (Ceratophora spp., je 2 Arten Calotes und Cophotis, Lyriocephalus scutatus)
» Bestand: 4 Arten akut vom Aussterben bedroht, 4 Arten stark gefährdet, 1 Art gefährdet (nationale Rote Liste Sri Lanka)
» Gefahren: Heimtierhandel & Lebensraumzerstörung
» Antrag: Listung in CITES Anhang I
» Antragsteller: Sri Lanka

» Pro Wildlife Position: ANTRÄGE UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Gleich vier Anträge für die Aufnahme von insgesamt zehn Echsenarten in CITES Anhang I hat der Gastgeber der Konferenz, Sri Lanka, gestellt: Für zwei Schönechsen (Calotes nigrilabris und die erst 2014 entdeckte Calotes pethiyagodai), Taubagamen (Cophotis ceylanica und Cophotis dumbara), Leierkopfagame (Lyriocephalus scutatus) sowie die Gattung der Hornagamen (Ceratophora spp.). Letztere sind die Einhörner unter den Reptilien und gerade deshalb bei Sammlern exotischer „Haustiere“ gefragt. Bis zu 2.500 Euro zahlen sie für ein Paar Hornagamen. Der hohe Preis liegt unter anderem darin begründet, dass die Echsen endemisch sind, das heißt nur in Sri Lanka vorkommen. Dort sind die Tiere streng geschützt. Doch sobald sie illegal eingefangen und außer Landes geschmuggelt wurden, können sie hier in Europa frei verkauft werden. Dem will Pro Wildlife gemeinsam mit Sri Lanka durch eine CITES-Anhang I-Listung den Riegel vorschieben: Denn der Schmuggel von CITES-Arten muss weltweit geahndet werden.

 

Kronenkranich © Pixabay

Kronenkranich © Pixabay

Kronenkranich

» Art: Balearica pavonina
» Bestand: gefährdet*, nun vorgeschlagen als stark gefährdet
» Gefahren: v.a. Heimtierhandel
» Antrag: Hochstufung von CITES Anhang II in Anhang I
» Antragsteller: Senegal, Burkina Faso

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Der afrikanische Vogel mit der markanten Federhaube ist bereits seit 1985 in CITES Anhang II gelistet. In der Theorie hätte dies den internationalen Handel auf ein nachhaltiges Level begrenzen sollen. Doch weit gefehlt: Mehr als 7.000 Kronenkraniche wurden seither gehandelt, inzwischen sind sie laut Roter Liste stark gefährdet. Vor allem in Westafrika sind die Tiere als Gartenvögel und Statussymbol sehr begehrt, aber auch international gibt es durchaus Nachfrage. Angebliche Nachzuchten im Handel stammen oft aus dubiosen Quellen. Senegal und Burkina Faso beantragen nun ein absolutes Handelsverbot (CITES Anhang I). Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Spaltenschildkröte © Dave Pape

Spaltenschildkröte © Dave Pape

Spaltenschildkröte

» Art: Malacochersus tornieri
» Bestand: Vom Aussterben bedroht*
» Gefahren: v.a. Heimtierhandel, Lebensraumverlust
» Antrag: Hochstufung von CITES Anhang II in I
» Antragsteller: Kenia, USA

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Die aus Ostafrika stammenden Spaltenschildkröten sind im Heimtierhandel wegen ihres einzigartigen Aussehens und Verhaltens begehrt: Ihr Panzer ist nicht nur hübsch gezeichnet, er ist auch extrem flach und kann zudem zusammengezogen werden, wenn sich die Tiere in perfekter Anpassung an ihren Lebensraum in Felsspalten zwängen. Durch den Fang für den Heimtiermarkt gilt die Art mittlerweile als vom Aussterben bedroht. Bereits geltende Schutzbestimmungen werden umgangen, indem die Tiere als angebliche Nachzuchten ausgegeben werden. Kenia, eines der Herkunftsländer, beantragt gemeinsam mit den USA ein internationales Handelsverbot. Pro Wildlife unterstützt diesen Antrag ebenso wie vier weitere Anträge für Schildkröten, darunter die Indische Sternschildkröte (Geochelone elegans).

 

Schwarzleguan © Pixabay

Schwarzleguan © Pixabay

Schwarzleguane

» Art: 18 Arten (Ctenosaura spp.)
» Bestand: 2 Arten akut vom Aussterben bedroht*, 5 stark gefährdet*, 3 gefährdet*
» Gefahren: v.a. Heimtierhandel, Lebensraumverlust
» Antrag: Aufnahme in CITES Anhang II
» Antragsteller: Mexiko, El Salvador

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Bislang sind nur vier Arten aus Guatemala und Honduras in CITES Anhang II gelistet. Nun soll auf Antrag von Mexiko und El Salvador der Handel mit allen 18 Arten begrenzt werden. Die mittelamerikanischen Drachen sind als „Haustier“ begehrt, allein die USA haben in den letzten zehn Jahren offiziell 64.000 Schwarzleguane importiert. Viele der hier in der EU angebotenen Tiere – zu Preisen von bis zu 1.200 Euro – dürften gar nicht im Handel sein, denn in ihren Herkunftsstaaten sind sie geschützt, legale Exporte sind die Ausnahme. Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Glasfrosch © div. Autoren Wikimedia

Glasfrosch © div. Autoren Wikimedia

Glasfrösche

» Art: 104 Arten (Hyalinobatrachium spp. Centrolene spp., Cochranella spp., Sachatamia spp.)
» Bestand: 32 Arten laut Roter Liste der IUCN gefährdet
» Gefahren: Heimtierhandel, Lebensraumverlust, Chytridpilz
» Antrag: CITES Anhang I
» Antragsteller: Costa Rica und El Salvador

» Pro Wildlife Position: UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Vor wenigen Jahren berichteten Medien über neu entdeckte Glasfrösche, priesen sie beispielsweise als „Kermit-Frosch“ an und weckten damit das Interesse von Haltern exotischer Tiere. Glasfrösche haben eine durchsichtige Bauchhaut, was den Blick auf ihre inneren Organe freigibt. Terrarianer zahlen mit bis zu 900 Euro ungewöhnlich hohe Preise für diese Amphibien. In den meisten Herkunftsländern sind die Frösche streng geschützt, doch skrupellose Händler schmuggeln sie außer Landes. 2015 wurde z.B. ein Deutscher mit 184 Fröschen und 203 Kaulquappen in Costa Rica erwischt. 2017 bot ein Holländer angeblich „gefarmte“ Glasfrösche aus Costa Rica an – obwohl es dort keine solchen Farmen gibt. Costa Rica beantragt nun ein internationales Handelsverbot für 104 Arten Glasfrösche. Da die verschiedenen Glasfrösche kaum zu unterscheiden sind, sollen nun 104 Arten gelistet werden, auch wenn nicht alle davon im Handel sind. Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Makohai © Tomas Kotouc

Makohai © Tomas Kotouc

Makohaie

» Art: Isurus oxyrinchus & Isurus paucus
» Bestand: beide Arten laut Roter Liste IUCN gefährdet
» Gefahren: kommerzielle Fischerei, Trophäen-Angeln, Beifang
» Antrag: Aufnahme beider Arten in CITES Anhang II
» Antragsteller: EU sowie 26 Länder aus Asien, Afrika und der Karibik

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Die Bestände wurden in den vergangenen zehn Jahren um 30 Prozent dezimiert und gelten weltweit als gefährdet, im Mittelmeer gar als akut vom Aussterben bedroht. Makohaie werden mit Langleinen befischt, denn ihr Fleisch gilt als besonders schmackhaft; die Flossen sind bei dieser Art nur ein Nebenprodukt. Außerdem sind Makohaie bei Sportfischern als große Jagdtrophäe aus dem Meer begehrt. Mit ihrer niedrigen Vermehrungsrate können die Tiere der Überfischung nicht standhalten. Die EU sowie 26 Länder aus Asien, Afrika und der Karibik wollen nun dem Raubbau ein Ende setzen. Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Poecilotheria metallica © Wikimedia

Poecilotheria metallica © Wikimedia

Ornament-Vogelspinnen

» Art: Poecilotheria spp.
» Bestand: 2 Arten akut vom Aussterben bedroht, 8 stark bedroht, 1 bedroht*
» Gefahren: v.a. Heimtierhandel, Lebensraumverlust
» Antrag: CITES Anhang II
» Antragsteller: Sri Lanka, USA

» Pro Wildlife Position: ANTRAG UNTERSTÜTZEN

Hintergrund
Auf Online-Verkaufsplattformen und Tierbörsen sind Wirbellose wie Spinnen und Skorpione inzwischen der letzte Schrei. Nachdem CITES den Handel mit südamerikanischen Vogelspinnen (z.B. Brachypelma spp.) 1995 beschränkt hat, ist der Markt zunehmend auf andere behaarte, gemusterte Spinnen ausgewichen: Ornament-Vogelspinnen (Taranteln) aus Indien und Sri Lanka stehen wegen ihrer hübschen Zeichnungen und Farben derzeit bei Exotenhaltern hoch im Kurs. Vor allem die leuchtend blau gezeichnete Poecilotheria metallica kann Preise von mehr als 100 Euro pro Tier erzielen. Zwar lassen sich Ornament-Vogelspinnen auch nachzüchten, jedoch finden noch immer Naturentnahmen für den Handel statt. Den Raubbau an den Wildbeständen soll jetzt eine CITES-Listung in Anhang II stoppen, beantragt von den USA und Gastgeber Sri Lanka. Pro Wildlife unterstützt den Antrag.

 

Mehr Informationen:

» Hintergründe zu CITES

» Anträge für CITES CoP18

» Tagesordnung und Arbeitsdokumente CITES CoP18

 

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