Wilderei bedroht alle Nashorn-Arten

Wilderei: Das Horn wird zum Verhängnis aller Nashorn-Arten.

Alle fünf noch lebenden Nashorn-Arten sind durch Wilderei für den lukrativen Nashorn-Handel bedroht. In Afrika lassen kriminell organisierte Syndikate im großen Stil Nashörner wildern und deren Horn als Wunderheilmittel und Statussymbol nach Südostasien schmuggeln, insbesondere nach Vietnam und China. Mit bis zu 60.000 US-Dollar pro Kilo ist das Horn von Nashörnern mehr wert als Gold.

Wilderei bedroht das Breitmaul-Nashorn © Pixabay

Wilderei bedroht das Breitmaul-Nashorn © Pixabay

Wildereikrise seit 2008

In Afrika leben noch etwa 20.000 Breitmaul- und 5.000 Spitzmaulnashörner. Über 7.000 Nashörner wurden zwischen 2008 und 2016 auf dem Kontinent gewildert. 6.100 davon (87 Prozent) in Südafrika. Dort leben die meisten Breitmaulnashörner , insbesondere im Kruger Nationalpark, doch der Bestand ist mittlerweile rückläufig. Die Wilderei ist auf dem afrikanischen Kontinent seit 2008 Jahren kontinuierlich angestiegen und erreichte 2015 ein Rekordniveau von insgesamt 1.338 gewilderten Tieren. In Südafrika ging die Wilderei 2015 und 2016 erstmals leicht zurück, dafür hat sie in anderen Ländern wie Namibia und Simbabwe stark zugenommen.

Internationales Handelsverbot gesichert

Trotz der eskalierten Wilderei wird immer wieder darüber diskutiert, den seit 1977 international verbotenen, aber äußerst lukrativen  Nashorn-Handel wieder zu erlauben. Das Königreich Swasiland beantragte auf der Weltartenschutz-Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) im Herbst 2016, dass ihm der internationale Handel mit Nashorn erlaubt wird. Dieser Versuch wurde mit großer Mehrheit abgelehnt: Ein- und Ausfuhr von Nashorn-Horn zu kommerziellen Zwecken bleiben verboten. Begründet hatte Swasiland den Antrag damit, dass die Erlöse für den Schutz der Nashörner benötigt würden.

Nashorn-Wilderei ist ein Milliardengschäft

Von einem kommerziellen Handel mit Nashorn würden in allererster Linie private Besitzer von Nashörnern profitieren, die zum Teil erhebliche Lagerbestände angesammelt haben und seit Jahren versuchen, die Handelsfreigabe voran zu treiben. Vor allem in Südafrika steht die Regierung seit Jahren unter dem Druck einiger weniger privater Nashorn-Besitzer. Nach jahrelangen Klagen zweier Nashornbesitzer hat das Verfassungsgericht das nationale Handelsmoratorium in Südafrika im April 2017 aufgrund formeller Fehler endgültig gekippt. Das Umweltministerium arbeitete bereits im Vorfeld dieser Entscheidung an einer umstrittenen neuen Regelung, die es zukünftig nicht nur ermöglichen soll, Nashorn-Horn im Land mit behördlicher Genehmigung zu verkaufen, sondern auch die Ausfuhr für „persönliche Zwecke“. Pro Wildlife hat in Zusammenarbeit mit dem Species Survival Network den Entwurf kritisiert und eindringlich vor Handels- Genehmigungen gewarnt – sei es auf nationaler oder internationaler Ebene. In Südafrika selbst gibt es so gut wie keine Nachfrage nach Nashorn-Horn. Die Freigabe des nationalen Marktes wird allerdings ein großes Schlupfloch für den Schmuggel von Horn nach Asien schaffen und es erschweren, Straftäter zu verfolgen.

Nashorn-Handel muss tabu bleiben

Die Legalisierung des Nashorn-Handels spielt vor allem Wilderern und kriminell organisierten Schmuggler-Syndikaten in die Hände und unterminiert bisherige Versuche, die Nachfrage in den illegalen Absatzmärkten in Asien und die Wilderei einzudämmen. Durch eine Legalisierung des Handels droht jegliches Tabu zu fallen: neue Käuferschichten würden zum Kauf angeregt und die Nachfrage nach dem nachweislich wirkungslosen Nashornpulver weiter angeheizt. Dies würde nicht nur Nashörner in Afrika, sondern auch die zum Teil noch stärker bedrohten Bestände in Asien bedrohen. Die Behauptung, der angeblich kontrollierte Handel könne Schmuggel und Wilderei zurückdrängen ist hingegen durch nichts belegt. Dasselbe Argument wurde ins Feld geführt, um den Elfenbeinhandel wieder zu erlauben. Dieses Experiment bezahlten zehntausende Elefanten mit dem Leben. Denn illegaler Handel und Wilderei von Elefanten haben enorm zugenommen, nachdem die internationale Staatengemeinschaft Abverkäufe von Elfenbeinlagerbeständen genehmigte und damit die Nachfrage in Asien schürte.

 

Weitere Informationen:

» Pressemitteilung: Nashorn in Zoo bei Paris gewildert

» Pressemitteilung: Keine Geschäfte mit Nashorn

» Mehr zur Traditionellen Asiatischen Medizin

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