Lebensräume für Wildtiere schützen

Einsatz gegen Abholzung und Raubbau.

Wildtiere haben dann eine Zukunft, wenn ihre Lebensräume erhalten bleiben. Ein Teil der Kampagnenarbeit von Pro Wildlife ist deshalb auch der Schutz von Wäldern und Meeren – gegen Zerstörung, Verschmutzung und industrielle Ausbeutung.

Gorilla Gorillababy Bolo

Lebensräume seltenster Gorillas durch Autobahnpläne gefährdet

Pro Wildlife hat Druck aufgebaut und dabei geholfen, das Projekt zu verhindern. In Nigeria war ein neuer Highway geplant – ausgerechnet mitten durch den Cross-River-Wald, einem der wichtigsten Lebensräume für Wildtiere in der Region. Dort lebt die seltenste aller vier Gorilla-Unterarten: Der Cross-River-Gorilla, von dem es wohl nur noch weniger als 250 Tiere gibt. Pro Wildlife hat sich an verschiedene Stellen der nigerianischen Regierung gewandt, damit diese brandgefährlichen Straßenbaupläne nicht umgesetzt werden.

Bienen retten bedrohte Tiere

In Kamerun finanzierte Pro Wildlife ein Wildbienenprojekt, um die letzten noch lebenden Cross-River-Gorillas zu schützen. Im Kagwene-Schutzgebiet, einem der letzten Rückzugsgebiete der seltenen Gorilla-Unterart, wurde die lokale Bevölkerung geschult, Bienenstöcke zu bauen und nachhaltige Imkerei zu betreiben, für die keine Bäume gefällt werden müssen.

Solarkocher retten bedrohte Tiere

Auf Madagaskar ermöglichte Pro Wildlife in Kooperation mit der Initiative Ades die Verteilung hunderter kostengünstiger Solarkocher, um den Verbrauch von Holzkohle zu senken. Noch immer werden 80% der Bäume auf Madagaskar als Brennholz oder für Holzkohle gefällt. Das Solarkocher-Projekt hilft, den Lebensraum von seltenen Arten wie Sifakas, Varis oder Kattas zu bewahren.

Lebensräume sind gefährdet Eulemur_macaco_female(c)Mbz1_wikimedia

Sifaka, Madagaskar © MBZ1

Regenwaldkauf in Peru

In Peru ermöglichte Pro Wildlife gemeinsam mit der lokalen Organisation Ikamaperu die Sicherung von mehr als 18.000 ha Regenwald. Das Gebiet liegt in der Pufferzone des Pacaya-Samiria-Schutzgebietes und schützt den Lebensraum von seltenen Arten wie Jaguaren, Wollaffen, Gelbbrust-Aras oder Flachlandtapiren.

Jaguar(c)Pascal Blachier

Jaguar © Pascal Blachier

Regenwald statt Palmöl-Plantagen

Die Welternährungsorganisation FAO zählt Plantagen als Waldfläche – doch viele Bäume sind noch lange kein Wald. Plantagen sind Monokulturen, in denen nur wenige Wildtiere Nahrung finden, die nährstoffarmen Tropenböden werden ausgelaugt und veröden binnen weniger Jahrzehnte, hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden und hoher Wasserbrauch.

Lebensräume wie hier in Kamerun werden vernichtet

Bagger der US-Firma Herakles, Kamerun 2011 © privat

In Kamerun kämpfte Pro Wildlife mit Erfolg gegen eine geplante, 70.000 ha große Palmöl-Monokultur-Wüste. Die Plantage sollte zwischen vier wichtigen Schutzgebieten im Südwesten Kameruns errichtet werden, einem der artenreichsten Gebiete der Erde. Pro Wildlife deckte die Schwächen in der vorgelegten Umweltverträglichkeitsprüfung Einsatz von Pestiziden und hoher Wasserbrauch auf, organisierte Proteste dutzender Organisationen und machte Druck auf den Forstminister. Die amerikanische Firma Herakles rückte schließlich von ihren Rodungsplänen ab, wichtige Wanderrouten und Rückzugsgebiete für Schimpansen und Waldelefanten bleiben erhalten.

Neben Projekten vor Ort ist die Aufklärung von Verbrauchern in Europa ein essentieller Teil unserer Arbeit: Warum sind Plantagen keine Lebensräume? In welchen Produkten ist Palmöl zu finden? Wie aussagekräftig sind RSPO-Siegel und FSC-Siegel? Welche Folgen hat das Wettrennen der größten Palmölproduzenten für die Sumpfwälder Südostasiens? Welche Folgen hat der Fleischkonsum in Europa auf die Wälder weltweit?

Mehr Informationen

Grauer Gorilla © Joe McKenna

Grauer Gorilla © Joe McKenna

Der Abbau von Coltan fördert bewaffnete Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Und er trägt dazu bei, dass einer unserer engsten Verwandten vom Aussterben bedroht ist: Der östliche Flachlandgorilla, auch Grauer-Gorilla genannt. » Coltan, Smartphones und die Gorillas im Kongo
Palmöl tötet Orang Utans

Palmöl tötet Orang Utans

Die Zukunft der Orang-Utans, deren Erbgut zu 97 Prozent dem Erbgut eines Menschen gleicht, ist zum Großteil wegen Regenwald-Rodung für Palmöl, aber auch durch Wilderei, Bergbau und Wasserkraftwerke unsicher. » Palmöl tötet Orang Utans
Lemur Madagaskar

637 Hektar Wald pro Jahr gerettet

637 Hektar Wald pro Jahr gerettet: Um die Wälder besser zu schützen, ermöglichte Pro Wildlife mithilfe seiner Spender und der StudiosusFoundation den Kauf von 490 Solarkochern auf Madagaskar. » 637 Hektar Wald pro Jahr gerettet
Tukan

Tukan

Im Amazonas werden Bäume gefällt oder niedergebrannt, um riesige Weideflächen für Rinder anzulegen oder um Plantagen für Soja (als Viehfutter) und Palmöl zu betreiben. » Amazonas: Wo früher Regenwald war, grasen heute Rinder
Schildkröten in Not

Schildkröten in Not

Viele Schildkrötenarten sind durch Handel und Lebensraumverlust vom Aussterben bedroht »  Schildkröten in Not
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