Jagd auf Delfine und Kleinwale

Vogelfrei: Die ungeschützten Meeressäuger.

Während für alle Großwale weltweite Jagd- und Handelsverbote gelten, sind Delfine und Kleinwale in vielen Ländern nahezu vogelfrei. Länder wie Dänemark, Russland, Japan und Peru verhindern, dass sich daran etwas ändert. Große Tümmler und Weißwale werden für Delfinarien eingefangen, noch immer sterben zehntausende Delfine und Kleinwale einen grausamen Tod und enden in Südamerika, Japan oder sogar in Europa als Gulasch, Haiköder oder Katzenfutter.
Grindwal © US NOAA

Grindwal © US NOAA

Delfinjagd auf den Färöer-Inseln

Zwischen 800 und 1.000 kleine Meeressäuger sterben jedes Jahr an den Stränden der zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln. Die meisten getöteten Tiere sind Grindwale (Foto), es sterben aber auch Weißseiten- oder Risso’s Delfine und manchmal große Tümmler. Wird eine Walschule gesichtet, eilen die Dorfbewohner zur Treibjagd und töten die Meeressäuger mit Eisenhaken (dem sogenannten Gaff) und Messern. Je nach Größe der Herde kann dies mehrere Stunden dauern. Das Fleisch der Grindwale und Delfine auf den Färöer ist hochgradig mit Quecksilber und polychlorierten Biphenylen belastet, medizinische Studien konnten schwere geistige Entwicklungsstörungen bei ganzen Geburtsjahrgängen feststellen – dennoch halten die Färinger an ihrer blutigen Tradition fest.

Die Bucht: Delfinjagd in Japan

Spätestens seit dem oscarprämierten Kinofilm„Die Bucht“ ist der japanische Fischerort Taiji weltweit berüchtigt: Die Dokumentation zeigt, dass hier jedes Jahr bis zu 2.000 Delfine und Kleinwale per Treibjagd in die Bucht getrieben werden. Die jungen, kräftigen Tiere werden lebend gefangen und an Delfinarien in Südostasien, Ägypten oder die Türkei verkauft, die anderen Tiere brutal mit Speeren und Messern getötet. Ein barbarisches Schauspiel. An den Küsten Japans sterben im Jahr bis zu 15.000 Delfine und Kleinwale, vor allem Dalls Hafenschweinswale, aber auch große Tümmler, Streifen- und Risso’s Delfine.  Die Fangzahlen gingen seit den 1980er Jahren zwar zurück – zwischenzeitlich waren es bis zu 40.000 Tiere jährlich – doch solange die barbarische Jagd weitergeht, kämpft Pro Wildlife dagegen an. Ein Ansatzpunkt ist, den in allgemeinen sehr gesundheitsbewussten Japanern klar zu machen, dass sie auf Grund der extrem hohen Schadstoffbelastung besser auf  Fleisch von Delfinen und Kleinwalen verzichten sollten. Tatsächlich geht die Nachfrage bei der jüngeren Generationen deutlich zurück .

Delfinjagd in Peru – ein ökologisches Desaster

Beim Thema Delfinjagd stehen vor allem Japan und die Färöer-Inseln in der internationalen Kritik. Doch in Peru werden fast ebenso viele Delfine getötet wie in Japan – und dort enden sie zu allem Irrsinn als Köder für die Hai-Fischerei. Insider schätzen die Zahl der gejagten Delfine auf über 10.000 Tiere pro Jahr, obwohl Delfine in Peru seit 1996 offiziell weder gejagt, verletzt, getötet oder verzehrt werden dürfen. Dennoch haben die meisten Fischer bis heute eine Handharpune an Bord, die ausschließlich zur Delfinjagd verwendet wird, sie töten in ihren Netzen verfangene Delfine, anstatt sie wieder frei zu lassen.

Delfinjagd Peru © Stefan Austermühle / Mundo Azul

Delfinjagd Peru © Stefan Austermühle / Mundo Azul

Hunderte Fischerboote entlang der peruanischen Küste sind an dem Gemetzel beteiligt – jedes Boot tötet 1-3 Delfine pro Haifisch-Trip: Langschnäuziger Delfin, Schwarzdelphin, großer Tümmler und Burmeister-Schweinswal gehören zu den häufigsten Opfern. Delfine und Haie – Perus Fischer laden eine doppelte ökologische Schuld auf sich: Bis zu 90 Prozent der gefangenen Haie sind mittlerweile Jungtiere, die die Mindestgröße noch garnicht erreicht haben. Deshalb stellen die Fischer auch streng geschützten Haiarten wie Mako- oder Blauhai nach.

Was tut Pro Wildlife?

Pro Wildlife setzt sich bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) und beim Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) für einen strengeren Schutzstatus von Walen und Delfinen ein. Bei der IWC konnten wir mehrere Resolutionen auf den Weg bringen, die ein Eindämmen der Delfinjagd fordern. Unser Bericht „Toxic Menu“, der die Gesundheitsrisiken durch den Verzehr von Delfin- und Walfleisch dokumentiert, hat für große Aufmerksamkeit, auch in den Walfangländern, gesorgt und war 2013 Grundlage einer weiteren IWC-Resolution. Auf Grund einer von Pro Wildlife iniziierten, internationalen Protestaktion stellte der japanische Fischerort Futo die Delfinjagd ein und setzt stattdessen seither auf Delfin-Tourismus.

Weitere Informationen:

» FS_Delfinjagd_Japan_2016 (pdf)

» Bericht „Toxic Menu – Contamination of whale meat and impact on consumers‘ health“ (pdf)

» Bericht „Breaking Ranks: Denmark goes it alone on whaling policy“ (pdf)

» Delfinshows – ein glitzernde Illusion

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