Lebensraum für Cross-River-Gorillas schützen!

Autobahnpläne und Honig-Ernten bedrohen letzte Rückzugsgebiete der Cross-River-Gorillas.

Die größten Gefahren für das Überleben der Cross-River-Gorillas und der anderen Menschenaffen Afrikas sind Abholzung, Straßenbau und Wilderei. Um die Ursachen und Folgen der Wilderei zu bekämpfen, unterstützt Pro Wildlife Undercover-Teams wie das EAGLE-Netzwerk sowie ein Affenwaisenhaus in Kamerun – doch ebenso wichtig ist es, gegen die Lebensraumzerstörung vorzugehen.
Gorilla Gorillababy Bolo

Bolo © Guido Ohlenbostel

Cross-River-Gorilla: Der seltenste aller Gorillas

Von allen vier Gorilla-Unterarten ist der Cross-River-Gorilla der seltenste: Weniger als 250 Tiere gibt es noch! Sie leben im Grenzgebiet zwischen Nigeria und Kamerun, verteilt auf vier Populationen: In Kamerun sind die seltenen Tiere auf das Takamanda-Reservat einschließlich des Kagwene-Schutzgebietes begrenzt; in Nigeria leben sie im Cross-River-Nationalpark und in den nahe gelegenen Afi- und Mbe-Bergwäldern. Der Cross-River Nationalpark ist einer der ältesten und wertvollsten Regenwälder Afrikas: Hier lebt nicht nur die gleichnamige seltene Gorilla-Unterart, sondern auch Schimpansen, Drills, Waldelefanten und viele mehr.

Bienen für den Gorillaschutz

Um den Lebensraum der Cross-River-Gorillas zu erhalten, finanzierte Pro Wildlife ein Wildbienenprojekt in Kamerun: Im Kagwene-Schutzgebiet, einem der letzten Rückzugsgebiete der seltenen Gorilla-Unterart, wurde die lokale Bevölkerung geschult, Bienenstöcke zu bauen und nachhaltige Imkerei zu betreiben:  Sie lernte, den Honig von Wildbienen schonend zu ernten, ohne hierfür Bäume im Gorilla-Gebiet zu fällen.

Nachhaltige Bienenzucht für den Schutz der Cross-River-Gorillas

Nachhaltige Bienenzucht für den Schutz der Cross-River-Gorillas

Zerstörerische Autobahnpläne  in Nigeria

Anfang 2017 erfuhren wir von den Plänen des zuständigen Gouverneurs, einen sechsspurigen Highway ausgerechnet durch den Gorilla-Wald zu bauen:  Für die 260 km lange Autobahn  sollte eine breite Schneise in den Cross-River-Wald geschlagen werden – darunter Teile des Afi-Bergwaldes und die westlichen Ausläufer des Cross-River-Nationalparks. Dabei gibt es bereits eine Straße, die nur ausgebessert werden müsste. Mit dem neuen Super-Highway wäre nicht nur wertvoller Wald unwiederbringlich verloren – sondern die Wilderer könnten hierüber in die allerletzten Rückzugsgebiete der Tiere eindringen. Ein drohendes Desaster für die einzigartige Artenvielfalt!

Erfolgreiche Petition für die Cross-River-Gorillas

Pro Wildlife schrieb umgehend an das Umweltministerium Nigerias und startete eine Petition gegen diese unverantwortlichen Pläne. Gemeinsam mit Rettet den Regenwald und der Wildlife Conservation Society gelang ein Teilerfolg: Die Regierung hatte schließlich ein Einsehen und änderte die Straßenbaupläne zumindest teilweise: Die Pufferzone der Autobahn wurde von 20 km auf 140 verringert. Und das Wichtigste: Der Highway wird nun Richtung Westen verlagert, der Cross-River-Nationalpark bleibt verschont! Vielen Dank an alle, die mitgekämpft haben – das ist Ihr Erfolg!

Mehr Informationen

Petition gegen den Highway durch das Gorilla-Gebiet

Für einen 260 km langen, sechsspurigen Highway soll eine breite Schneise durch Urwald geschlagen werden, der auch den Cross-River-Wald tangieren würde » Petition gegen den Highway durch das Gorilla-Gebiet

EAGLE-Netzwerk

Seit 2006 unterstützt Pro Wildlife die Arbeit eines Mannes, der mit verdeckten Ermittlungen und unendlicher Energie dafür kämpft, dass Wilderei in Afrika kein Kavaliersdelikt mehr ist: Ofir Dror und sein EAGLE-Netzwerk » Das EAGLE-Netzwerk kämpft undercover gegen Wilderei
Schimpansen

Schimpansen © LWC

Für mehr als 200 verwaiste Schimpansen, Gorillas, Drills und andere Affenarten ist das Limbe Wildlife Centre (LWC) im Süden Kameruns zu einer neuen Heimat geworden » Website des Limbe Wildlife Centre mit Affenwaisenhaus in Kamerun
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