Walfangverbot bleibt in Kraft

September 2018.

Vier Mal bereits stand das Moratorium auf der Kippe.

Seit seiner Gründung 1999 kämpft Pro Wildlife dafür, dass das kommerzielle Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) bestehen bleibt. Mehrfach stand das seit 1986 geltende Walfangverbot bereits vor dem Ende. Denn Länder wie Japan, Island und Norwegen fordern vehement die Freigabe der Jagd und einige Länder arbeiten immer wieder an gefährlichen Kompromissen mit, teils sogar in guter Absicht. Doch immer wieder konnte Pro Wildlife maßgeblich dazu beitragen, dass diese Angriffe ins Leere liefen und das Moratorium weiterhin jedes Jahr tausenden Großwalen das Leben rettet:

Zwergwale © Ash Lambert

Zwergwale © Ash Lambert

  • 2000 und 2001 legte Irland auf der IWC-Tagung den sogenannten „Irischen Vorschlag“ vor – dieser hätte den Walfangländern die Jagd auf hoher See weltweit verboten, aber als „Kompromiss“ die Jagd in Küstengewässern erlaubt. Diesen Vorschlag konnten wir ausbremsen, indem wir dokumentierten, dass dies nicht nur de facto ein Ende des Moratoriums bedeuten würde, sondern auch in Summe mehr Wale gejagt würden, als Japan, Island und Norwegen über ihre formalen Schlupflöcher töten.
  • 2005 stand ein sog. „Bewirtschaftungsverfahren“ zur Abstimmung. Dies hätte Japan und Co. „nachhaltige“ Walfangquoten zugebilligt. Unter anderem unsere Dokumentation, mit welchen Manipulationen und Täuschungsmanövern die Walfangländer in der Vergangenheit jegliche Quotenvorgaben unterwandert hatten, half, die Diskussion ins Leere laufen zu lassen.
  • 2010 schlugen die USA, mit Unterstützung Deutschlands, einen Kompromiss unter dem beschönigenden Namen „Die Zukunft der IWC“ vor, der ebenfalls den Küstenwalfang legalisiert hätte. Unsere harten Verhandlungen mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und sehr kritische Pressearbeit brachten das BMEL zum Umdenken; seither ist Deutschland eines der proaktivsten Walschutzländer.
  • 2018 schließlich präsentierte Japan seinen „Weg in die Zukunft“, der die Abstimmungsprozedere der IWC gelockert hätte und Fangquoten „für Walbestände im Überfluss“ freigeben sollte. Auch diesmal leistete Pro Wildlife bereits im Vorfeld der Tagung viel Überzeugungsarbeit, um kompromisswillige Länder zu überzeugen, im Walschutz auf Kurs zu bleiben. Mit Erfolg: Japans Antrag scheiterte krachend.
Finnwal

Finnwal © Aqqa Rosing-Asvid

Bei all diesen Attacken auf das Moratorium ist es unser Weg, die oft harmlos verpackten Kompromissvorschläge sorgfältig zu analysieren, die konkreten Folgen aufzuzeigen, Täuschungsmanöver zu enttarnen und durchgehend einen guten Draht mit IWC-Delegierten zu pflegen. Das Beispiel der Wale zeigt, dass es manchmal schon ein großartiger Erfolg ist, den Status Quo aufrechtzuerhalten.

Mehr Informationen

Die internationale Walfangkonferenz (IWC)

Die internationale Walfangkonferenz (IWC)

1986 trat endlich das Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft. Es ist bis heute einer der größten Erfolge überhaupt im internationalen Artenschutz. » Internationale Walfangkonferenz (IWC) 
Pottwal Fluke © Pixabay

Pottwal Fluke

Internationale Walfangkonferenz 2018. » IWC 2018 
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