EXOPET-Studie bestätigt Forderungen von Tier- und Naturschützern

Dezember 2018.

Bundesregierung gerät unter Zugzwang

Im Koalitionsvertrag vom November 2013 hatten die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD vereinbart, „den Handel mit und private Haltung von exotischen und Wildtieren“ bundeseinheitlich zu regeln. Importe von Wildfängen in die EU sollten grundsätzlich verboten werden und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere untersagt werden.

Pro Wildlife und die anderen Verbände, die seit Jahren die Missstände im Exotenhandel anprangerten, begrüßten diesen Schritt. Doch die Freude währte nur kurz, denn es zeichnete sich schnell ab, dass das für Tierschutz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium wenig Eile hatte, irgendetwas von diesen Punkten im Koalitionsvertrag umzusetzen. Stattdessen schrieb das BMEL über ein Jahr später (im März 2015) ein mehrjähriges Forschungsprojekt aus, das die Tierschutzrelevanz des Exotenhandels erst untersuchen sollte.

Die sogenannte EXOPET-Studie, ab Oktober 2015 durchgeführt von den Universitäten in Leipzig und München, lief bis Sommer 2018. Nun liegen die Ergebnisse auf dem Tisch und sie sind – von der verlorenen Zeit einmal abgesehen – äußerst hilfreich: In den allermeisten Punkten bestätigt die EXOPET-Studie die vielfache Kritik der Tier- und Naturschutzverbände. Und sie wiederholt die langjährigen Forderungen von Pro Wildlife:

  • Es braucht eine rechtsverbindliche Verordnung für Tierbörsen. Diese sollen regional begrenzt sein, gewerbliche Händler ausschließen und den Verkauf von Wildfängen unterbinden. Damit würden Tierbörsen wieder ein Treffpunkt privater Züchter – so wie sie der Gesetzgeber auch einst definiert hat, bevor sie zu riesigen, internationalen Flohmärkten für Wildtiere verkamen.
  • Der Internethandel mit lebenden Tieren soll strenger reguliert werden. Auch dies ist eine wichtige Maßnahme, um den Wildwuchs im Tierhandel endlich unter Kontrolle zu bekommen.
  • Künftig sollen private Halter nicht mehr ein x-beliebiges Tier fürs heimische Wohnzimmer kaufen dürfen. Stattdessen fordert EXOPET einen mehrstufigen Sachkundenachweis VOR Erwerb eines Tieres.

Damit würde der Handel mit Wildtieren stark eingeschränkt, die Bestände in der Natur dürften nicht länger für hiesige Tierbörsen geplündert werden. Jetzt steht das BMEL unter Handlungsdruck – nochmals bestätigt von einem Beschluss des Bundestages vom 29. November 2018.

Massenverkauf von Reptilien auf Börsen

Massenverkauf von Reptilien auf Börsen

 

Diesen Beitrag teilen