EAGLE-Undercover-Team: Erfolge 2019

Februar 2020.

1.622 Einsätze gegen die Ausbeutung von Wildtieren.

In mittlerweile neun Ländern Afrikas (Kamerun, der Republik Kongo, Gabun, Guinea, Togo, Senegal, Benin, Uganda und der Elfenbeinküste) kämpft Ofir Drori mit dem von ihm gegründeten EAGLE-Netzwerk gegen den illegalen Handel mit Affen, Elefanten, Raubkatzen, Schuppentieren, Tropenholz und weiteren bedrohten Arten. Wichtigstes Ziel dabei: Korruption aufzudecken und Händlerringe zu zerschlagen. Nicht selten sind wichtige Autoritäten, Polizisten oder sogar religiöse Würdenträger involviert.

Anzahl der verhafteten Tierhändler © EAGLE

Auch 2019 war wieder ein sehr erfolgreiches Jahr für das EAGLE Team um Ofir Drori. Hunderte Händler und Schmuggler konnten aufgegriffen werden, rund 65 Prozent von ihnen handelten mit Elfenbein und anderen Teilen der Dickhäuter. Schon an zweiter Stelle stehen mit 17 Prozent Großkatzen, gefolgt von Pangolinen mit 11 Prozent und Reptilien mit 4 Prozent der gehandelten Arten unter den verhafteten Schmugglern.

Geschmuggelte Arten der 2019 verhafteten Tierhändler © EAGLE

Erfolge des EAGLE-Teams in 2019

  • Festnahme von 171 Tierhändlern und anderen Verdächtigen in acht Ländern, darunter beispielsweise:
    > Fünf Elfenbeinhändler mit zwei großen Stoßzähnen von über 50 Kilogramm, darunter der Sohn des ehemaligen Finanzministers in Kamerun
    > Vier Elfenbeinschmuggler in Gabun mit 128 Kilogramm Elfenbein
    > 112 Elfenbeinhändler mit insgesamt einer Tonne verarbeitetem und rohem Elfenbein (300 Stoßzähne und 500 Schnitzereien)
  • Drei Tierhändler mit Menschenaffen wurden aufgegriffen, zwei Schimpansen und ein Mandrill gerettet.
  • 33 Pangolin- bzw. Schuppenschmuggler wurden verhaftet und rund vier Tonnen Pangolinschuppen beschlagnahmt, ein international organisierter Pangolinschmugglerring wurde zerschlagen.
  • Vier Tierhändler mit insgesamt 54 Kilogramm Pangolinschuppen und fünf Flusspferdzähnen in Kamerun verhaftet.
  • Zwei Schmuggler von menschlichen Knochen verhaftet.

Geretteter Schimpanse © EAGLE

Einige Beispiele für die rechtlichen Konsequenzen:

  • Drei Jahre Haft für einen lokalen Politiker in Benin für den Handel mit Elfenbein.
  • Fünf Jahre Haft für einen Elfenbeinschmuggler in DRC für den Handel mit vier Stoßzähnen und die Organisation eines Wildererrings.
  • Ein Jahr Haft für einen Gerichtsangestellten für den Diebstahl von beschlagnahmtem Elfenbein.
  • Vier Monate Haft für die Händler von Leopardenfellen in Gabun.
  • Drei Monate Haft für zwei chinesische Händler von Elfenbeinschmuck und Pantherzähnen in Gabun.
  • Ein Jahr Haft für einen Schmuggler von Leoparden- und Krokodilhäuten in Benin.
  • Drei Monate Haft für drei Elfenbeinschmuggler in Senegal.
  • Zwei Jahre Haft und 1.700 Dollar Strafe für zwei Händler mit 400 Teilen Elfenbein in DRC.
  • Sechs Monate Haft für einen Imam, der mit Leoparden- und Löwenhäuten sowie mit Teilen von Elefanten und Flusspferden gehandelt hat.
Ziel des EAGLE- Netzwerks ist es, durch intensive Undercover-Recherchen mit Korruption und Ignoranz aufzuräumen und illegale Syndikate zu zerschlagen. Das EAGLE-Team sorgt so dafür, dass Artenschutzgesetze besser eingehalten werden und Artenschutzkriminalität geahndet wird.
Das tut Pro Wildlife
Seit 2006 hat Pro Wildlife Ofir und sein wachsendes EAGLE-Netzwerk mit etwa 110.000 Euro gefördert. Wenn auch Sie die Arbeit des EAGLE-Netzwerks unterstützen wollen, können Sie dies mit einer Spende an Pro Wildlife tun » Spenden für den Kampf gegen Wilderei

Weitere Informationen

Ofir Drori © EAGLE

Pro Wildlife unterstützt den Einsatz gegen Tierschmuggler, Korruption und Wilderei in Afrika seit 2006

» EAGLE: Kampf gegen die Wilderei

Pangolin © M. Diekmann

Pangolin © M. Diekmann

Das Schuppentier wird wegen seines einzigartigen Aussehens auch „Tannenzapfentier“ oder Malaiisch „Pangolin“ genannt.

» Tierporträt: Pangolin

Flusspferd Pixabay

Flusspferd © Pixabay

Flusspferde – die nächsten Opfer der unstillbaren Gier nach Elfenbein

» Blog: Aus Eckzähnen werden Messergriffe

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