Unser Einsatz ist ihr Gewinn
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21. Dezember 2017

Diese Arten sind die Gewinner 2017.

Wenn ich morgens ins Büro komme, fürchte ich mich schon vor den neusten Schreckensmeldungen. Art X vom Aussterben bedroht, Art Y seit Jahren nicht mehr gesehen, Art Z gerade neu entdeckt und schon fast ausgerottet. Es kann deprimierend sein, wenn man tagtäglich damit konfrontiert wird, wie rücksichtslos und respektlos mit den Schätzen dieser Welt umgegangen wird. Es ist für mich unbegreiflich, wieso man ein seltenes Reptil in ein Terrarium setzen muss, sich ein Bärenfell vor den Kamin legt oder eine geschnitzte Elfenbeinfigur irgendwo hinstellt.

Neben dem Raubbau an den Tieren selbst gehen die Menschen aber sogar noch so weit, dass sie den Lebensraum (der ja letztlich auch ihr eigener ist) zerstören. Wenn ich höre: „Jede Stunde werden 526 Fußballfelder allein im Amazonas-Regenwald abgeholzt“, dann ist das eine Dimension, die ich mir kaum vorstellen kann. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele Tiere getötet, verletzt oder vertrieben werden. Der Mensch zerstört einfach alles und damit auch systematisch sich selbst. Auf den Buchrücken in den weihnachtlichen geschmückten Buchhandlungen lese ich: „Das sechste Sterben: Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt“, „BiodiversiTOT“ oder „Das Ende der Ozeane: Warum wir ohne die Meere nicht überleben werden“. Das sechste Massensterben ist im vollen Gange: man-made. Es ist kein Meteoriteneinschlag oder ein Virus, der dieses Massenaussterben auslöst – Es ist der Mensch.

Doch für mich und meine Kolleginnen (Ja, wir sind sechs Frauen plus Praktikantinnen plus Bürohündinnen (Von uns aus dürften Männer mitmachen, nur irgendwie will keiner so richtig)) heißt das nicht, dass wir uns dem Schicksal ergeben und es einfach akzeptieren. Nein, wir kämpfen jeden Tag gegen die Ignoranz der Menschen. Und genau diesen Kampf konnten wir in 2017 für einige Arten gewinnen!

Giraffen brauchen besseren Schutz

Giraffen brauchen besseren Schutz

Giraffen dürfen nicht lautlos Aussterben!

Wie beispielsweise für Giraffen (lat. Camelopardalis, weil die Römer sich durch sie an eine Mischung aus Kamel und Leopard erinnert fühlten): Ja, die Langhälse sind bedroht, denn sie werden vermehrt für den Handel mit Buschfleisch und die traditionelle Medizin gejagt und gewildert. Zudem ist der Lebensraum der zahlreichen Unterarten stark fragmentiert. Während alle auf Elefanten und Nashörner schauen, werden Giraffen lautlos ausgerottet. Auf der Konferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Arten (CMS) einigte sich die internationale Staatengemeinschaft im Oktober 2017 auf einen besseren internationalen Schutz.

Walhaie sind nun besser geschützt

Auch für Walhaie hat sich der Kampf gelohnt: Die sanften Riesen der Meere fallen unter anderem dem Appetit auf Haifischflossensuppe zum Opfer und werden von der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft. Nachdem die Art einen höheren Schutzstatus durch die Bonner Konvention erhalten hat, müssen Länder nun zusammen arbeiten, um Lebensräume zu schützen.

Elfenbeinhandel muss weltweit aufhören

Wir schauen auf ein gutes Jahr für Elefanten zurück. Zwar ist der Handel mit Alt-Elfenbein in der EU immer noch erlaubt, doch der bislang größte Absatzmarkt, China, schließt zum Jahresende seine Elfenbeinmärkte. Ein Riesenschritt! Für die Dickhäuter sind das gute Neuigkeiten, wenn auch kein Grund zur Entwarnung. Um die Elefanten zu retten, müssen wir erreichen, dass alle Staaten dem Vorbild Chinas folgen und ihre Märkte schließen.

Der Elfenbeinhandel bedroht Elefanten

Der Elfenbeinhandel bedroht Elefanten

Es gibt noch viele weitere Beispiele, bei denen wir den Kampf (teilweise) gewonnen haben. Doch es gibt noch so viele Baustellen und wir brauchen Ihre Unterstützung, um die Kraft zu haben, ihn weiter führen zu können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung in 2017!

Mehr Informationen:

Lebensraumverlust © Aidenvironment

Habitatverlust © Aidenvironment

Die Ursachen für den massiven Verlust von Lebensräumen sind vielschichtig. » Lebensraum für Wildtiere

 

 

 

 

 

Jagd

Jagd & Wilderei

Wilderei bedroht tausende Arten. » Jagd und Wilderei

 

 

 

 

 

Gefangener Ara © OZebest

Wildtierfang für Tierhandel © OZebest

Der Tierhandel ist eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt.» Handel mit Wildtieren

 

 

 

 

 

Tiger sind stark gefährdet

Tiger sind stark gefährdet

Viele Tierarten sind durch die IUCN als gefährdet gelistet. » Wissenswertes über Raubkatzen, Meeressäuger und co.

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