Tödliche Falle Plastikmüll
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27. September 2017

Kunststoff ist ein Fluch für die Natur.

Ausgerechnet am Nordpol haben Forscher gerade ein großes Stück Polystyrol entdeckt – hunderte Kilometer abseits jeglicher menschlicher Siedlung. Ein Alarmzeichen, denn gerade hier hätte man erstens solche Müllstücke nicht vermutet, und zweitens wird der Plastikmüll bei den kühlen Temperaturen der Arktis noch langsamer abgebaut als anderswo.

Albatros-Küken mit Plastikmüll © KimStarr

Albatros-Küken mit Plastikmüll © KimStarr

Plastikmüll im Meer

Coffee to Go, Fastfood in der Styroporbox, Einwegflaschen, eingeschweißtes Obst: Wir alle tragen tagtäglich zur Plastikflut bei. Mehr als 30 Millionen Tonnen Plastik werden derzeit jährlich produziert. Acht Millionen davon gelangen jedes Jahr ins Meer – sei es über die Flüsse eingespült oder über den Wind eingebracht. Für die nächsten Jahre soll die Kunststoffproduktion sogar noch weiter ansteigen. Im Nordpazifik gibt es eine gigantische Müllinsel von acht Millionen Quadratkilometern. Das entspricht der Größe Frankreichs! Und eine neue Plastik-Insel entsteht bereits im Südpazifik. Einer Studie der Ellen MacArthur Foundation zufolge gibt es im Jahr 2050 möglicherweise mehr Plastik im Meer als Fische. Eine schockierende Vorstellung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Plastik nicht verrottet, sondern höchstens durch Sonne und Wellen in immer kleinere Teile zerfällt. Das berüchtigte Mikroplastik besteht jedoch nicht nur aus zerfallenen Plastikstücken. Kunststoffabrieb aus Fleecejacken wird bei jedem Waschgang frei und gelangt über die Flüsse ins Meer; Kläranlagen können dies nicht herausfiltern. Mikroplastik kommt auch in Duschgels und Zahncreme vor. Auch wenn wir Mikroplastik-Partikel nicht sehen, gefährlich bleiben sie weiterhin: In jeder dritten Makrele sind inzwischen kleine Plastikteilchen gefunden worden – womit der Müll in die gesamte marine Nahrungskette und letztlich über den Teller zurück zu so manchem Verursacher gelangt.

Meeresschildkröte mit Resten von Fischernetzen © USFWS

Meeresschildkröte mit Resten von Fischernetzen © USFWS

Plastikmüll ist bereits überall…

… mit katastrophalen Folgen auch für Wildtiere: Erst vor kurzem erschütterte das Foto eines Seepferdchens, das sich an einem Wattestäbchen festklammert, die Öffentlichkeit – als Sinnbild eines zugemüllten Lebensraumes. Vögel polstern ihre Nester mit Folie. Mit fatalen Folgen für den Nachwuchs, denn die Folie ist wasserundurchlässig, Regenwasser wird gestaut, die Vogelkinder kühlen aus und sterben. Wale verhungern wegen eines Magens voller Plastik, Meeresschildkröten sterben mit Plastikringen um den Hals. 20 Prozent des Plastikmülls wird von den Fischereiflotten verursacht – unzählige Seevögel, Robben und anderes Meeresgetier sterben an den Netzresten. Plastik bedeutet leider häufig, dass Tiere sterben, an Land und im Meer.

Fischadlernest mit Müll © Jerry Kirkhart

Fischadlernest mit eingebautem Müll © Jerry Kirkhart

Jeder Einzelne kann und muss etwas tun

All dies sind die Folgen unseres Konsumverhaltens. Wir alle können jeden Tag ein bisschen dazu beitragen, dieses Problem anzugehen: Einkaufstasche mitnehmen. Coffee to go nur im Mehrwegbecher. Keine eingeschweißten Gurken kaufen. Bei der nächsten Familienfeier keine Luftballons fliegen lassen. Kleidung aus (Öko)Baumwolle statt Polyester. Das altmodische Seifenstück statt Flüssigseife im Plastikspender. Loses Waschpulver statt eingeschweißte Tabs. Natürlich die obligatorische Müllsammelaktion beim Wald- oder Strandspaziergang. Und: Plastik-Scout werden (s.u.)! Das alles sind kleine Schritte, die Aufgabe ist ein Marathon.

Plastik, das jeder von uns in der Tasche hat: Krankenkassen-, Kunden-, EC- und Kreditkarten. Mehr als 130 Millionen davon sind Schätzungen zufolge alleine in Deutschland im Umlauf. Ein riesen Müllberg! Doch die ersten Banken denken um: Die Triodos Bank bietet die weltweit erste Kreditkarte aus recycelbarem Biokunststoff an - und unterstützt die Arbeit von Pro Wildlife: Pro "GrünCardPlus MasterCard" für einen neuen Kunden spendet Triodos an das Wal- und Delfinschutzprojekt von Pro Wildlife.

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Das fragile Ökosystem der Antarktis steht wegen seines Arten- und Rohstoffreichtums im Visier der internationalen Industrie. Neue Schutzgebiete für Robben, Wale und Meeresvögel. » Schutz für die Antarktis
Eisbären

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