Sechs Tipps für einen tierleidfreien Urlaub in Asien

18. Dezember 2018.

Elefantenreiten, Tigertempel, Delfinshows ade.

Weiße Strände, hohe Berge, riesige Metropolen: Asien hat alles, was ein Traumurlaub braucht. Leider boomt in Asien auch das Geschäft mit Wildtieren. Häufig ist es gar nicht einfach, Tierschutzfallen in Ländern wie Thailand, China, Indien oder Indonesien zu umgehen. Unsere Tipps helfen dabei, einen unvergesslichen Urlaub in Asien zu genießen, bei dem keine Tiere zu Schaden kommen.

Elefanten sind beliebte Touristenattraktionen

Elefanten sind beliebte Touristenattraktionen

1. Exotische Tiere gehören nicht auf den Teller!

Eine frittierte Tarantel in Kambodscha, Schlangenwein in Vietnam oder Katzenkaffee in Indonesien (Kopi Luwak, der teuerste Kaffee der Welt) sind bei Touristen äußerst beliebt, der Urlaub soll schließlich „authentisch“ sein. Was als harmloser Urlaubsspaß oder Mutprobe daher kommt, wird für viele Wildtiere zunehmend zum Problem. Während die Menschen beispielsweise früher im Wald Kaffeebohnen aus den Exkrementen des Fleckenmusangs gesammelt haben, ist die Produktion von Katzenkaffee inzwischen eine rentable Einnahmequelle. Zehntausende Schleichkatzen werden in winzige, dreckige Käfige gesperrt und ausschließlich mit Kaffeebohnen gefüttert. Aus Tierschutzsicht ein Desaster, die Tiere sind mangelernährt und die hygienischen Zustände unhaltbar.

Taranteln als Snack in Kambodscha

Taranteln als Snack in Kambodscha

Taranteln, Schlangen und Skorpione werden außerdem zu Tausenden gefangen, um sie Touristen als vermeintlich lustigen Snack anzubieten. Früher und zum Teil auch heutzutage sind die Tiere für die Einwohner vor allem ländlicher Regionen eine wichtige Proteinquelle. Die Entnahme tausender oder hunderttausender Tiere und der kommerzielle Verkauf an Touristen hat allerdings unvorhersehbare Konsequenzen für die Populationen einzelner Arten. Deshalb besser Finger weg.

2. Traditionelle Asiatische Medizin nur ohne Tiere!

Auch im Westen gibt es zahlreiche Anhänger alternativer Heilmethoden wie der Traditionellen Asiatischen Medizin aus Fernost. Wer diese ausprobieren möchte, sollte dringend darauf achten, keine Tierprodukte zu sich zu nehmen. Denn in der traditionellen Medizin werden auch Teile bedrohter Tiere quasi auf Rezept verordnet. Die Einnahme von Nashornmehl, Seepferdchen- oder Schildkrötenpulver und Tigerknochenwein sind eine der Hauptursachen für das Verschwinden ganzer Arten. Urlauber, die das unterstützen, tragen zum Aussterben dieser Tiere bei. 

Seepferdchen spielen in der Traditionellen Medizin ein wichtige Rolle

Seepferdchen spielen in der Traditionellen Medizin ein wichtige Rolle

Dazu kommen die kriminellen Netzwerke im Hintergrund des Handels, die von Wilderei über Schmuggel bis zur Korruption reichen. Auch diese global agierenden, kriminellen Syndikate werden von blauäugigen Touristen unterstützt.

3. Tiere sind keine Entertainer!

In Asien schießen Shows mit Wildtieren wie Pilze aus dem Boden. Besonders der Handel mit Orcas und Delfinen unter anderem von Russland nach China boomt. Aber auch Affen, Elefanten und andere Wildtiere werden mit brutalen Methoden für Showzwecke abgerichtet. Dazu kommen noch die meist katastrophalen Haltungsbedingungen. Traurige Berühmtheit errang zum Beispiel ein indonesischer Wanderzirkus, der Delfine mit sich führt. Die Tiere werden auf LKWs von einem Auftrittsort zum nächsten gebracht, sie haben nicht einmal eine dauerhafte Unterbringung in einem Becken. Während der Shows werden sie unter anderem gezwungen, durch brennende Reifen zu springen.

Orang-Utan-Boxen in Thailand

Orang-Utan-Boxen in Thailand

Sogar Menschenaffen werden für die Shows eingesetzt. In Thailand gibt es beispielsweise Orang-Utan-Boxen, bei dem ein Boxkampf zwischen den Affen nachgestellt wird. Noch grotesker wird die Szene, wenn in Bikinis gekleidete Orang-Utans als „Nummerngirls“ die Runden ansagen oder sich in lasziven Posen vor den Zuschauern räkeln müssen. Auch Shows, die zunächst nicht so schlimm aussehen oder bei denen die Tierquälerei nicht derart ins Auge sticht, sollten vom Ausflugskalender gestrichen werden; denn der Blick hinter die Kulissen bleibt Urlaubern meist verwehrt.

4. Wildtiere sind keine Kuscheltiere!

Menschen wollen häufig Dinge und Tiere anfassen, um sie zu begreifen – und sie wollen Erinnerungsfotos aus der schönsten Zeit des Jahres. Diesen Impuls nutzen findige Geschäftemacher aus. Sie lassen Urlauber Elefanten, Tiger, Affen und viele andere Tiere streicheln und Fotos mit ihnen machen. Dahinter steckt viel Leid für die Wildtiere. Denn sie wurden nicht über Jahrhunderte durch Zucht und Selektion an den Menschen angepasst; meist meiden sie den Kontakt zu uns. Damit sie sich anfassen lassen, müssen sie geschlagen und unterdrückt oder ruhig gestellt werden. Tiger beispielsweise werden vor allem in Thailand als Touristenattraktionen eingesetzt. Sie werden unter Medikamenteneinfluss gestellt.

Tiger sind begehrte Foto- und Kuschelobjekte

Tiger sind begehrte Foto- und Kuschelobjekte

Das Kuschel-Geschäft ist außerdem höchst problematisch, da auch bedrohte Tiere häufig aus der Wildnis gefangen und illegal über Grenzen hinweg gehandelt werden. Immer wieder tauchen Bilder von Plumploris auf, die Touristen an Thailands Stränden auf den Arm gesetzt werden. Plumploris sind bedrohte, geschützte und nachtaktive Primaten. Wer sie sich zum Streicheln oder für ein Foto auf den Arm setzen lässt, unterstützt den illegalen Handel mit einer bedrohten Art. Deshalb besser ganz generell: Finger weg von Wildtieren.

5. Elefanten sind keine Reittiere!

Elefanten wurden nicht über Jahrhunderte an den Menschen angepasst, sondern müssen immer neu unterworfen und gequält werden, damit sie Menschen auf sich reiten lassen. In vielen Gegenden Asiens wie dem Chitwan Nationalparks in Nepal, Jaipur in Indien oder Chiang Mai in Thailand gehören Ritte auf Elefanten fest zum Urlaubserlebnis dazu. Die Bedingungen, unter denen diese Tiere gehalten, unterworfen und für Ritte eingesetzt werden, sind vielerorts katastrophal. Häufig haben die Elefanten offene Wunden, zeigen Verhaltensstörungen, sind mangelernährt und krank.

Elefantenreiten gehört für viele Touristen zum Asien-Urlaub dazu

Elefantenreiten gehört für viele Touristen zum Asien-Urlaub dazu

Für Urlauber kann das zweifelhafte Vergnügen außerdem schnell gefährlich werden, denn Elefanten zeigen in Gefangenschaft nicht selten aggressives Verhalten und übertragen Krankheiten wie Tuberkulose. Außerdem werden Elefanten nur selten in Gefangenschaft gezüchtet, was bedeutet, dass viele Tiere Wildfänge sind. Für ein Elefantenbaby wird häufig die ganze Herde getötet, weil sich die Tiere gegenseitig beschützen.

6. Sanctuaries, Waisenhäuser und Auffangstationen sind meist Augenwischerei!

Viele Urlauber wollen Tieren im Reiseland etwas Gutes tun und besuchen selbst ernannte Auffangstationen oder Waisenhäuser. Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Die allermeisten dieser Sanctuaries sind Tierquälerei. Für die Tiere macht es wenig Unterschied, ob die Menschen auf ihnen reiten, sie füttern oder baden. Die grausame Unterwerfung ist die gleiche. Auch Haltung und Fütterung sind meist ähnlich schlecht und viele Tiere wurden aus der Natur gefangen.

Ein Elefantenbaby an einer Kette im "Waisenhaus" Pinnawela

Ein Elefantenbaby an einer Kette im „Waisenhaus“ Pinnawela

Gute Einrichtungen sind extrem selten und auf den ersten Blick erkennen Touristen meist nicht, ob es sich um eine seriöse Auffangstation handelt. Wir empfehlen deshalb, die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Soll es trotz allem ein Waisenhaus sein, raten wir zum Besuch des von uns unterstützten Elephant Transit Home in Sri Lanka, das die Tiere wieder auswildert.

Weitere Informationen

Ein Leben in Ketten: Elefanten im Tourismus

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Der neue Bericht „Ein Leben in Ketten – Elefanten im Tourismus“ von Pro Wildlife zeigt nun, wie problematisch der Elefantentourismus ist. Viele Tiere werden in der Wildnis gefangen und mit Hilfe von massiver Gewalt gefügig gemacht » Bericht: Elefanten im Tourismus: Ein Leben in Ketten
Tiger im Tourismus

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Massenzucht für Schnappschuss und die traditionelle asiatische Medizin. » Tiger im Tourismus
Tierquälerei im Urlaub

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Die hier vorgestellten Fälle haben wir selbst beobachtet oder sie wurden uns von engagierten Urlaubern gemeldet. » Tierquälerei im Urlaub
indischer Elefant

Elefantenfreundliche Reiseunternehmen

Reiseanbieter werden elefantenfreundlich: Pro Wildlife hat relevante Reiseanbieter und -marken sowie den Deutschen Reiseverband über die Tier- und Artenschutzprobleme des Elefantentourismus informiert » Elefantenfreundliche Reiseunternehmen
Asiatischer Elefant

Checkliste elefantenfreundlicher Tourismus

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Tipps für Volunteering und Freiwilligenarbeit

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Worauf Sie bei einem Ehrenamt im Artenschutz achten sollten. » Tipps für Volunteering und Freiwilligenarbeit 
Der Elefantenhaken in Pinnawela

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Viele beliebte Touristenattraktionen sind Tierquälerei. So auch in Pinnawela in Sri Lanka » Tierquälerei in Sri Lanka: „Elefantenwaisenhaus“ Pinnawela
Elefantenherde im Waisenhaus © ETH Sri Lanka

Elefantenherde im Waisenhaus © ETH Sri Lanka

Im Elephant Transit Home in Sri Lanka bekommen Elefantenwaisen eine zweite Chance » Reisetipp Asien: Elephant Transit Home in Sri Lanka
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